Kaffee-Revolution mit 50+: Volker Meyer-Lücke über den mutigen Neustart nach 22 Jahren Dallmayr
Shownotes
Wie erfindet man sich neu, wenn man jahrzehntelang das Gesicht eines Traditionskonzerns war? Volker Meyer-Lücke war über 20 Jahre Prokurist und Qualitäts-Gatekeeper bei Dallmayr, bevor er mit Allrighty den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Im Gespräch mit Roger Gothmann erklärt er, warum der Weltmarktpreis für Kaffee explodiert, wie Klimawandel die Handelsstrukturen verändert und warum ein Kilo Rohkaffee in Äthiopien manchmal mehr kostet als der Röstkaffee im deutschen Supermarktregal. Eine Folge über den Mut zum späten Gründen, die Komplexität von Spezialitätenkaffees und die Bedeutung eines starken familiären Rückhalts.
Highlights der Folge:
- Markt-Anatomie: Warum Kaffee in Deutschland als „Lockvogel-Produkt“ im Supermarkt oft unter Wert verkauft wird und wie die inverse Marktschruktur den physischen Handel vor massive Herausforderungen stellt.
- Das Äthiopien-Phänomen: Einblicke in das Ursprungsland des Arabica-Kaffees und warum wir von der dortigen Wertschätzung für das Rohprodukt lernen können.
- Qualität neu definiert: Warum echte Qualität weit über den Geschmack in der Tasse hinausgeht und die Produktionsbedingungen für die nächste Generation ein integraler Bestandteil sein müssen.
- Gründen mit 57: Ein ehrlicher Austausch über den Wechsel von der Konzernwelt ins Startup-Dasein: vom Umgang mit dem Baudruck im Münchner Werksviertel bis hin zur Erkenntnis, dass Erfahrung und ein starkes Netzwerk die beste Prophylaxe gegen das Scheitern sind.
- Das „Jane Goodall“-Projekt: Wie Allrighty Naturschutz und Kaffeegenuss verbindet und warum prominente Schirmherrschaften nur auf einem Fundament aus echter Expertise funktionieren.
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Transkript anzeigen
00:00:00: sondern hier hat sich jetzt einfach eine Gelegenheit ergeben, wo man schlicht und greifend gesehen hat.
00:00:05: Also wie alle da können wir ja noch was umsetzen und nochmal bewegen.
00:00:09: damit sind wir definitiv nicht den einfacheren Weg gegangen.
00:00:12: dass ich an einem Punkt angelangt war wo ich für mich selbst gesagt habe wenn ich das jetzt nicht mache werde es immer bereuen.
00:00:31: Willkommen bei Skin in the Game dem Podcast über echte Transformation und vor allen die Menschen dahinter.
00:00:37: Ich bin Roger Gothmann.
00:00:39: Wie man auch über dreißig Jahren in der internationalen Kaffeeindustrie noch einmal ganz neu anfängt, wie man die Learnings aus einer Karriere bei Dallmayer nutzt um die eigene Marke aufzubauen.
00:00:48: Die Nachhaltigkeit, Fairness und exzellentem Geschmack miteinander verbindet.
00:00:52: Und wie man es schafft Spezialitäten-Kaffe aus der Nische zu holen mit einer Klarnhaltung.
00:00:56: eine Kooperation mit dem Jane Goodall Institute.
00:00:58: ein Investor wie Manuel Neuer an der Seite.
00:01:00: das erzielt uns heute Volker Meyer-Lücke Mitgründer und Geschäftsführer von Allrighty.
00:01:05: Ich freue mich sehr, Ihnen heute im OMA-Studio in wunderschönen Hamburg begrüßen zu dürfen.
00:01:09: Der Markt!
00:01:12: Volker, im ersten Teil von Skin in the Game geht's mal darum, dass ich so den Markt meiner Gäste verstehe.
00:01:16: Bei dir geht es um Kaffee.
00:01:18: Kaffeesammarkt ist wahnsinnig nah dran an einem Rohstoff und... ...ich hab überlegt wie man da den Einstieg findet?
00:01:25: Und ich bin gerade auf dem Weg im Studio am Starbucks vorbeigelaufen.
00:01:27: Hab gesehen, du kennst mittlerweile einen Amerikaner für sechs Euro erkaufen Und ich würde gern mal verstehen von diesen sechs Euro, die ich am Ende der Zahl bei wem bleibt was hängen.
00:01:38: Wer sind da so die Akteure?
00:01:40: Wer hat also die höchste Rendite und wer trägt das höchstere Risiko in dieser ganzen Kette vom Rohstoff bis das Ding bei mir landet?
00:01:46: Kannst du mir das erklären?
00:01:48: Das ist eine sehr komplexe und schwierige Eingangsfrage und natürlich auch abhängig davon.
00:01:52: wenn Du jetzt einen Preis nennst Wo wird der Kaffee verkauft?
00:01:55: Ist schon ein Unterschied, ob ich jetzt einen Kaffe in der Gastronomie habe.
00:01:58: Wo ja logischerweise auch noch andere Kosten eine Rolle spielen.
00:02:01: Ich muss ja Leute bezahlen, die dir den Kaffey bringen, ausschenken, aufbrüllen gegenüber einem Preis eines Produktes, der im Kafferegal steht und einem Supermarkt.
00:02:11: Und von dieser Richtung aus betrachtet ist es natürlich nicht ganz einfach zu sagen so wie ich will Prozent bleiben jetzt grundsätzlich bei Kaffees beim Exporteur oder beim Kaffefarmer Hängen.
00:02:23: Es ist so das Narrativ, ich bin jetzt thirty-fünf Jahre in diesem Geschäft über thirty Jahre, dass man meint ja der arme Kaffeebauer und die reiche Industrie, da ist natürlich ein Stück weit was dran.
00:02:36: wenn gleich es auch immer abhängig davon wo befindet sich der Weltmarktpreis?
00:02:39: Und der Weltmarkpreis in den letzten, sag mal fünf speziell letzten zwei Jahren ist explosionsartig wie bei anderen Produkten wie Kakao nach oben gegangen.
00:02:48: Woran lag das im Wesentlichen?
00:02:51: Das liegt tatsächlich langfristig betrachtet, weil ich glaube nicht, dass es eine temporäre Erscheinung ist und das wird sich wieder zurückentwickeln.
00:02:58: Sondern ich glaube, dass etwas ist was zwar jetzt überzogen ist aber was auf einem viel höheren Niveau halten wird als die letzten dreißig Jahre vielleicht Kaffee gehandelt wurde.
00:03:09: Das liegt schlicht mal greifend daran, dass weniger angeboten wird als nachgefragt wird.
00:03:14: Es hat etwas mit Klimawandel zu tun.
00:03:16: Das betrifft wie gesagt nicht nur Kaffee, sondern auch produktiv wie zum Beispiel Kakao.
00:03:20: Wir haben eine stetig steigende Weltbevölkerung und das Interessante bei Kaffees ist, dass Kaffe ja überall auf der Welt getrunken wird höchstens mit unterschieden.
00:03:30: Es sind unterschiedliche Gewohnheiten wie man ihn zubereitet aber wird überall getrunkt.
00:03:34: Das heißt, mit steigender Weltbevolkerung habe ich einen steigenden Bedarf gefährdet, nehmen wir es mal so.
00:03:42: Zurück zum Preis.
00:03:44: in Deutschland haben wir die einmalige Situation das wir beispielsweise seit Friedrich im Großen eine Kaffeesteuer haben, die liegt aktuell bei zwei Euro neunzehn pro Kilo Röstcafé.
00:03:55: Das heißt dass ist nicht ganz unbeträchtlich und von den eben genannten sechs Euro oder ich mach's mir einfacher wenn du jetzt ein Produkt aus dem Regal ziehst kann man schon sagen das dreißig Prozent plus sicherlich im Kaffeeursprung landen, so will ich es jetzt mal nennen.
00:04:09: Das noch runterzubrechen auf Kaffeifarmer-Exporteur ist sehr stark davon abhängig aus welchem Land man bezieht weil die Handelsstrukturen in den fünfzig Kaffeeländern, die es gibt sind zum Teil eben auch sehr unterschiedlich.
00:04:20: Wenn du sagst das der Kaffeepreis in den letzten Jahren stark gestiegen ist würde man ja jetzt aus einer ökonomischen Sicht denken, na gut dann natürlich hängt's damit zusammen dass die Nachfrage eben dem Preis nach sie zieht.
00:04:29: warum steigt das Angebot nicht relativ schnell hinterher?
00:04:33: Wo sind da aus deiner sich zu dir Restriktion?
00:04:35: Ich kann wahrscheinlich nicht so schnell eine Kaffeeplantage aus dem Boden stampfen, oder?
00:04:39: Genau.
00:04:40: Auch da wieder sehr unterschiedlich, wo Kaffees angebaut wird.
00:04:42: in einem Land wie Brasilien – das ist der größte Kaffeeproduzent aktuell – haben wir es mit sehr professionellen Anbaumethoden und Erntemethode zu tun.
00:04:51: In den gesamten Kontinenten Afrika ist es so, dass es noch sehr einfach ist, dass man dort auf bestehender Fläche durch eine Verbesserung von Know-how-Transfer und damit der Produktivität einen großen Effekt erreichen könnte.
00:05:08: Das sind teilweise einfachste Dinge, also dass man den Kaffeebaum richtig ausschlägt, schneidet das man unkraut yettet.
00:05:13: es klingt vielleicht profan aber da sind tatsächlich Sachen die die Produktivität auf bestehenden Flächen in Afrika erhöhen würden was aber im Grunde noch nicht passiert übrigens in dem Zusammenhang.
00:05:23: ich glaube es ist ein ganz gutes und vielleicht auch Plastisches ums mal so zu nennen.
00:05:27: Beispiel Ich bin Kraft meiner Tätigkeit sehr häufig in Äthiopien gewesen.
00:05:33: Über zwanzigmal ist fast ein zweiter Heimat.
00:05:35: Die Äthiopia haben eine sehr, sehr hohe Kaffeekultur – das nicht nur die Heimat der Menschheit oder Ursprung der Menschkeit sondern auch des Arabika-Kaffees also einem von den Hauptsorten.
00:05:45: Wie viele hundert Jahre reicht die Kaffeikultur dazu?
00:05:48: Das
00:05:48: kann keiner so genau sagen aber wir reden da sicherlich über zwölftes, dreizehntes Jahrhunderte oder vielleicht sogar noch weiter.
00:05:54: Da gibt es ja verschiedene Sagen wie das Ganze entstanden ist.
00:06:00: eine sehr hohe Meinung zu Kaffee und trinken auch qualitativ, sehr hochwertigen Kaffees.
00:06:04: Egal wo ich ein Äthiopier unterwegs war, eigentlich nie einen schlechten Kaffe getrunken.
00:06:08: Auch nicht im Inland oder irgendwo in der Straße.
00:06:10: dort was du da angeguckt mit Christ ist qualitiv sehr hochfertig wie in keinem anderen Kaffeeland.
00:06:16: Und die Äthiotia kaufen in der Regel auch Rohkaffee und Nicht-Röstkaffee in einem geeigneten Gerät, sag ich mal.
00:06:27: Ein bisschen zu Bratpfanne um ihn dann zu ... zu Credenzen der Familie und Freunden.
00:06:32: also man nimmt sich Zeit und das Produktkaffee hat dort einen hohen gesellschaftlichen hochgesellschaftliche Bedeutung.
00:06:40: so gesehen ist es so dass man in einem Supermarkt in den Städten wenn man vor einem Kaffeeregal steht quasi vor einer einem Regal steht wo mehrheitlich Rohkaffee und nicht Röstkaffee angeboten wird.
00:06:51: Und die Male wo ich in Äthiopien war, das waren paar War es mehrheitlich so, dass ein Kilo Rohcafé in einem etiopischen Supermarkt... ...mehr gekostet hat als ein Kilos Röstcafés durchschnittlich im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel.
00:07:05: Und ich finde das sagt eine ganze Menge aus!
00:07:07: Ja jetzt musst du mir helfen wie ist das zu erklären?
00:07:10: Das ist eigentlich nicht zu erklären.
00:07:11: Okay
00:07:13: tatsächlich ist es eigentlich nicht zu erklären.
00:07:16: Natürlich hinkt der Vergleich dahingehend, weil ich rede in die Chobchen über den Kaffee, der in die chobchen angebaut wird und natürlich ist es in Deutschland im Regal mehrheitlich eine Mischung aus verschiedenen Ländern und natürlich dann auch verschiedenen Preisen.
00:07:28: trotz allem Es ist ja so dass ein Kaffe der in einem Regal steht Der musste erst mal transportiert werden Da kommt dann sagen wir in Deutschland Im Hafen irgendwo an da muss er eingelagert werden Dann muss er in eine Rösterrei gebracht werden da muss Er in jeweiligen stelle distribuiert werden Und jeder will ja an irgendeiner Stelle auch was verdienen, ob es um der Räder ist oder der Spediteur.
00:07:48: Der Kaffee-Bauer und der Röster, der Rohcaféhändler.
00:07:52: Das liegt daran, dass Kaffees in Deutschland für den deutschen Lebensmittel einzelne Handel das Frequenzprodukt schlechthin ist.
00:08:00: Also du lockst, um's so auszudrücken mit Kaffe mehr Menschen im Supermarkt als mit jedem anderen Produkt.
00:08:08: Dadurch wird es in der Regel sehr preisaggressiv verkauft weil Der Händler, also der Lebensmittelhändler einfach ausgedrückt hat halt die Denke dass durch das Lockangebot des Cafés lock ich die Menschen jetzt in meinen Laden und nicht einen anderen.
00:08:23: Und derjenige oder diejenige die dort einkauft kauft ja nicht nur Kaffee sondern andere Produkte.
00:08:29: Die denken in der Regel nur an was an der Kasse passiert.
00:08:32: Also der Bonn ist interessant und durch Kaffees lock ich halt die Menschen in meinem Geschäft.
00:08:38: Jetzt bist du ja eher im Bereich ... Wir müssen auch mal darüber reden, woher die Abgrenzung des Spezialitätencafé Premium Cafés ja auch um Einzelhandel vertreten.
00:08:46: War das eine Herausforderung da reinzukommen?
00:08:49: Absolut!
00:08:49: Es ist jetzt nicht unbedingt unsere strategische Ausrichtung in unserem Fall.
00:08:54: Der Lebensmittel-Einzelhandeln funktioniert eben so, dass du dich natürlich direkt ein Wertbewerb im Regal sichtbar mit anderen messen musst.
00:09:02: Du kannst auch nicht so gut wie vielleicht in der Gastronomie oder bei Firmen, wo man Kaffee verkauft Die Haltung, die DNA, die mit dem Produkt verbunden ist.
00:09:12: Die Firmen Philosophie erklären.
00:09:15: Weil viele Gastronomen zum Beispiel sehen über das Produkt Kaffee auch so eine Art Visitenkarte und all das habe ich jetzt im Lebensmittel-Einzelhandel nicht.
00:09:23: Deswegen ist es bei uns aktuell nicht unbedingt die strategische erste Priorität zu sagen Ich gehe in den Lebensmittel Einzelhandeln weil gerade als Junge noch nicht bekannte Marke ist natürlich auch besonders problematisch sich im Regal zu drehen, sagt man.
00:09:37: Also die Händler gucken natürlich darauf, dass das jetzt da nicht bis zum Sankt-Nemal eines Tages steht und auch verkauft wird wie auch...
00:09:45: Ich hatte vor kurzem die Gründerin oder die Mitgründerin von AirUp quasi hier im Podcast und bei ihr geht es ja auch um eine Art Lifestyle-Produkt wo man auch Kaffee aus meiner Sicht durchaus einordnen kann.
00:09:56: Und habe ich mich gefragt?
00:09:57: Ich hab sie auch gefragt Ob es dann vielleicht nicht sogar kontraproduktiv sein könnte, wenn man so ein hochwertiges Premium-Produkt quasi im Regal präsentiert.
00:10:05: Ohne dass man die Narrative und diese ganzen Geschichten, die man ja drum herum baut mitgeben kann.
00:10:10: Wie siehst du das?
00:10:11: Ist das auch ein Risiko für euch?
00:10:13: Das ist definitiv.
00:10:15: Ich kenne jetzt die Gesetzmäßigkeiten des Lebensmitteileinzelhandels nicht außer Kraft setzen.
00:10:20: wo ich dazu sagen muss... alles, was auch mit Discount zum Beispiel zu tun hat ist ein sehr deutsches Phänomen.
00:10:26: Das jetzt zwar exportiert wurde und du auch in Frankreich oder Italien findest.
00:10:30: aber wenn du da vor Jahrzehnten in Supermärkten gewesen bist, ist sowohl die produktive als auch Qualität eine andere gewesen als in Deutschland.
00:10:38: Und das sind nur mal die Gesetzmäßigkeiten.
00:10:40: Aber ich glaube schon dass du im Kaffee... ...das ist einen sehr großen Markt.
00:10:43: Ich meine in Deutschland reden wir über insgesamt knapp vierhundertsiebzig tausend Tonnen Röstcafé.
00:10:47: Das ist also sehr groß.
00:10:49: halt die Möglichkeiten eben auch über andere Kanäle das Produkt zu präsentieren und auch vielleicht dort eine höhere Wertschätzung zu erlangen.
00:10:57: Ich stelle schon fest, dass sich in den letzten Jahren vor allen Dingen eben genannten Kanälen größeres Qualitätsbewusstsein auf das Thema Nachhaltigkeit eine zunehmendere Rolle spielt als es das zumindest getan hat, als ich im Kaffee angefangen
00:11:12: habe.
00:11:13: Und da würdest du sagen, dass der Trend auch weitergeht?
00:11:15: Oder hatten wir vielleicht von den letzten Jahren vielleicht mal so einen Pieck gerade wenn man an die letzte Regierung denkt wo die Grünen noch mit involviert waren.
00:11:22: Man merkt ja schon so ein gewissen Dreheffekt.
00:11:24: gerade aber würde ich sagen im Kaffee ist das Trend zur Nachhaltigkeit steht ihn nach oben.
00:11:30: Also es waren jetzt zwei Punkte die ich angesprochen habe.
00:11:32: das eine sind Qualitäten das in einer größeren Begehrlichkeit oder Bedürfnis da ist zu lernen und zu verstehen, zu begreifen.
00:11:40: Aha!
00:11:40: Es ist nicht nur ein Produkt mit einem bestimmten Namen sondern wo kommt der Kaffee her?
00:11:44: Ähnlich wie bei Wein.
00:11:45: in welcher Höhenlage wird er angebaut?
00:11:47: Wo wurde er produziert?
00:11:48: Das ist eine Entwicklung die ich sehr positiv finde auch weil ich eben das Produkt ja sehr lange begleite.
00:11:54: Das Thema Nachhaltigkeit da gebe ich hier komplett recht es ist sicherlich etwas... dass sieht man ja jetzt auch in der EU.
00:12:00: beispielsweise gab's verschiedene Vorhaben die jetzt gescheitert sind wo man sich vor Treffig drüber steigen kann entwahlungsgesetz.
00:12:07: Aber dieser sogenannte European Green Deal ist jetzt nur der European Deal.
00:12:11: Also das ist jetzt rausgefallen und die ganzen politischen Verwerfungen möchte ich bezweifeln, dass das Thema Nachhaltigkeit was leider eigentlich sehr eine sehr hohe Priorität haben müsste noch dort ist wo es zumindest einmal vor drei vier Jahren war sondern ist in der Priorität sich herrlich eher nach hinten gerutscht.
00:12:30: Da gebe ich dir recht!
00:12:31: Lass uns doch mal auf den Punkt Qualität eingehen, weil ich mein für den Endkonsumenten ist er der Begriff Qualität ja häufig gar nicht messbar.
00:12:37: Ich meine da hat häufig ein Dedikator das ist der Preis ne sei es beim Wein oder eben auch beim Kaffee und ich komme selber aus einer Welt aus der Welter steuern die ja so komplex ist dass ja häufig der Nutzer von der Technologie oder was auch immer gar nicht beurteilen kann ob das was daraus kommt auch richtig ist ob das eine Qualität hat.
00:12:55: Wie geht ihr damit um?
00:12:58: Was wir gemacht haben, ist, wir haben angefangen sehr transparent darüber zu berichten.
00:13:02: Ich habe geschrieben wie wir arbeiten.
00:13:04: Ich hab Einblicke hinter die Kulissen gegeben und den Leuten gezeigt was für Menschen arbeiten da und diese Qualität auch greifbar zu machen.
00:13:12: Wie machst du das beim Café?
00:13:14: Das sind sehr gute Frage!
00:13:15: Und vorab möchte ich schicken dass für mich Qualität nicht nur das ist was du in der Tasse schmeckst Sondern für mich ist bei Qualität unabdingbar auch damit verbunden, wie das Produkt produziert wurde.
00:13:27: Das ist für mich ein Teil der Qualität.
00:13:29: Es kann man das Thema Nachhaltigkeit damit mit einbeziehen weil die Definition von Nachhaltigkeits ist ja relativ simpel eigentlich so wie ich es gelernt habe das Produkt so zu produzieren dass seine Kinder und Kindeskinder davon leben können.
00:13:40: das ist runtergebrochen.
00:13:41: mein Verständnis von nachhaltigkeit also das zählt für mich dazu.
00:13:44: jetzt gibt's In meinem Berufsfeld, die Kaffee handeln gewisse Bewertungskriterien.
00:13:51: Das hat nicht unbedingt was damit zu tun, was dir schmeckt oder mir schmeckt, weil ich bewerte nicht nach hedonistischen Gesichtspunkten, was mir am besten schmeckt ... Sondern der Kunde sagt mir, was ihm am Besten schmeckt?
00:14:03: Es gibt bei Kaffees gewisse Fehler rum, das ist für mich schlecht.
00:14:07: Alles andere ist tatsächlich eine Frage von Preis und ich kann halt zudem oder dem Preis einkaufen.
00:14:13: Die Bewertungen bei Kaffe ... funktioniert nach drei Kriterien einfach runtergebrochen.
00:14:17: Das ist das sogenannte Körper, den man bewertet.
00:14:19: Also so ein Mundgefühl was man hat ist schwerer oder voller Körper.
00:14:22: Ähnlich übrigens wie gesagt auch es gibt sehr viel Parallelen wie beim Wein.
00:14:26: Dann gibts Säuren.
00:14:28: die sind bei einem vielleicht störend aber das Säure hat eine Form von Lebendigkeit.
00:14:32: Es gibt achtzig verschiedene und dann gibt's halt das Aroma.
00:14:35: Das Aroma schmeckt man eigentlich gar nicht sondern das riecht man Retronasal sagt man.
00:14:38: Nach diesen drei Kraterien bewertete man Kaffee Kaffees, die sehr hoch gewachsen sind vor allen Dingen.
00:14:46: Die durch das langsammere Wachstum eine höhere Aromenkomplexität haben erneut.
00:14:51: Das bedeutet nicht dass wenn ich den Kaffee sehr hoch bewerte, dass er dir deswegen schmeckt.
00:14:55: und jetzt kommt noch eine zusätzliche Schwierigkeit obendrauf.
00:15:00: Anders als der Winzer, wenn ich ihn den Weinvergleich wieder heranziehe, der bringt den Wein so in die Flasche und so trinkst du ihn auch bei Kaffeestell sich ja die Frage Was mache ich mit diesem Kaffee, dieser Qualität dieser Sorte?
00:15:13: Mache ich daraus ein Espresso.
00:15:14: Mache da draußen Filterkaffee.
00:15:16: Mach ich da draußen Kaffeekreme.
00:15:17: Verkaufe ich in Finnland und Griechenland oder in Deutschland.
00:15:20: Das sind alles Kriterien die einen maßgeblichen Einfluss darauf haben können wie ich den Kaffe kreiere, wie ich ihn zusammensetze.
00:15:28: es ist ein kreativer Prozess das ist wie eine QW erneut wie beim Wein und Qualität ist natürlich ein breites Spektrum abgesehen von dem dass es tatsächlich Fehler rum gibt wo ich sage das ist schlecht als andere ist ne Frage des Ermessenes.
00:15:40: Ich muss gestehen, ich bin seit ein paar Jahren vom Wein-Snob zum Kaffeesnob gewandelt.
00:15:45: Und was man da merkt?
00:15:47: Wenn man ein paar Euro mehr für so einen Spezialitätenkaffee ausgibt, haben ja krass viele Aromen, wo man sich denkt wie kommen die da rein?
00:15:54: und beim Weinen weil du es gerade angesprochen hast... Beim Weinen gibt es ja schon so eine zwei Klassenwelt, was ich in Afrika oder den USA, da kann man sagen mal im Weinkeller mehr machen als das hier zum Beispiel in Frankreich überhaupt erlaubt wäre.
00:16:06: Wo man quasi auch über Pellet-Holzträger noch zusätzlichen Geschmack in dem Wein bringt ist das beim Kaffee auch möglich?
00:16:14: Ja, es gibt verschiedene Aspekte.
00:16:17: Es gibt z.B.
00:16:18: sehr häufig jetzt auch dass man Hefen zusetzt und damit einen besonderen Charakter erzeugt.
00:16:23: Ich habe jetzt aktuell gerade ein Projekt weil ich es auf einer meiner letzten Kaffeereisen gesehen habe, wo jemand den Rohkaffee eine Zeit lang in Barikfässern gelagert hat.
00:16:34: Ja.
00:16:34: Wodurch der Kaffee dann die Weinnote angenommen hat.
00:16:38: Das ist nichts wirklich Künstliches, weil Kaffees auch so eine Weinote haben kann.
00:16:43: Ich bin jetzt nicht so ein Freund von Hefen, sondern das muss jeder selber wissen.
00:16:48: Aber was wir ja mit unserem Projekt sagen, Kaffe ist ein unglaublich vielfertiges Produkt und ... je nachdem wo und wie ihr wächst, kann das sehr facettenreich sein.
00:16:58: Diese Vielfalt sollte man erhalten und dazu brauche ich eigentlich gar nicht unterstützende Werkzeuge sondern die Natur bietet eigentlich das beste Werkzeug.
00:17:07: Wo du gleich den Vergleich zum Wein gezogen hast... Ich meine wenn man sich mal die Zahlen anschaut der Weinkonsum geht jetzt schon seit ein paar Jahren stetig zurück hat wahrscheinlich auch zum Großteil auch gesundheitliche Aspekte gibt immer mehr Studien die sagen jeder jedes Quentchen Alkohol ist gesundheitsschädlich wobei mein Kaffee ja würde ich dich auch gleich noch mal direkt fragen, wenn Kaffee eher so den Gegenteiligen Effekt hat.
00:17:28: Wo es ja Studien gibt die sagen das ganzes Gesundheitsfördernd wird zu sagen, dass ein schöner Trend oder der wird einfach den Kaffe gar nicht gerecht?
00:17:36: Weil man ihn quasi in so einer Art Longevity oder Selbstoptimierungsecke damit drängt.
00:17:41: Die Kaffe hatte tatsächlich lange Zeit so eine Art Image ausglaubt die die fälschliche Aussage Wenn man meint, man muss so viel Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen.
00:17:53: Würde Kaffee davon was abziehen?
00:17:57: Und es ist mittlerweile wissenschaftlich hinlänglich bewiesen, dass Kaffees ein sehr gesundes Produkt und Getränk ist.
00:18:05: Das ist nicht meine Meinung, sondern das kann man dezidiert nachlesen.
00:18:11: Ich finde die Entwicklung hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt.
00:18:16: Was den Verbrauch betrifft auch Wir haben es in Deutschland damit zu tun, dass wir eigentlich eher einen sogenannten Tailor-Mate-Konsum haben.
00:18:24: Also die Einkehr von Vollautomaten, Siebträgern, Kapselmaschinen führt ja dazu, dass ich nicht mehr eine Kanne Kaffee aufbrühe und gegebenenfalls auch eine gewisse Menge in den Auskuss kippe.
00:18:36: Es gab auch mal die Aussage der Ausküsse ist einer der besten Kunden der Kaffeinustrie.
00:18:40: Dieser Tailor Made-Konzum hat sich durch diese andere Form der Zubereitung letzten Jahren stark erhöht Und trotz dieser Erhöhung ist es aber so, dass der Kaffekonsum sehr stabil oder auch leicht steigend war.
00:18:54: Also wir sind auch krisenfest, hat man gesehen.
00:18:58: durch Corona war natürlich mehr Homeoffice was auch dem Kaffee-Konsum zum Beispiel eher zuträglich war.
00:19:03: also die Branche an sich hat sich in den letzten Jahren sowohl was das Image Gesundheit betrifft als auch das Thema Konsum aus meiner Sicht bemerkenswert bis positiv verhalten.
00:19:15: Jetzt habe ich vor kurzem gesehen auch immer mehr Finanzinvestor in diesem Bereich gehen.
00:19:19: Ich glaube korrigiere mich da gerne zum Beispiel das Family Office von Jeff Bezos ist, glaub ich, so eine britische Premium-Coffeehauskette investiert.
00:19:29: Ist das ein Trend?
00:19:31: Von dem du sagen würdest er ist eher nicht gut für uns wenn zu viel Kapital dieses Segment fließt weil der Kaffeepreis an sich oder der Rohstoffpreis sicher hat ja schon so eine gewisse Volatilität naturbedingt.
00:19:42: und wenn jetzt noch einmal Private Equity und andere Investoren dazukommen Wie nimmst du das wahr oder was für eine Meinung hast du dazu?
00:19:51: Gut, es ist schwierig.
00:19:52: Ich glaube da gibt's keine pauschale Antwort drauf.
00:19:54: Ich mein auch da glaub ich dass je mehr Vielfalt man hat auch auf der Produzentenseite wenn jetzt die Industrie als Produzent jetzt betrachte also Röster dann glaub ich schon dass so mal Wettbewerb das Geschäft dort auch belebt habe ich die Reimann Familie sehr viel geklastert hat, sagen wir mal von Jakobsler bis hin zu Dauwe Eckbeers in dem amerikanischen Markt.
00:20:17: Ein sehr großes Imperium geschaffen hat führt natürlich dazu dass es eher oligarchisch wird und das ist glaube ich eher den Markt abträglich.
00:20:26: also ich würde jetzt nicht grundsätzlich als negativ bezeichnen.
00:20:30: da sind auch die Abhängigkeit die Frage wo und wie.
00:20:33: aber eine Bündelung von Kräft in dem Ausmaß ist nicht so ganz einfach.
00:20:38: nur ist es angesprochen Finanzierung durch auch den hohen Kaffeepreis.
00:20:43: in den letzten zwei, drei Jahren waren das Top-Thema schlechthin.
00:20:47: Das heißt es einem mag natürlich auch das andere Bedingen weil schlicht und ergreifend verschiedene Dinge einfach nicht mehr anders zu finanzieren sind.
00:20:54: Und wenn man's dadurch ich denke jetzt mal so am Leben erhält ist das natürlich alles andere als negativ.
00:21:00: Stichwort Kaffeepreis.
00:21:01: und du bist ja schon seit mehreren Jahrzehnten diesen Markt unterwegs.
00:21:04: Und wir haben auf der einen Seite Konsumenten, der verlangt jetzt zumindest so in der Breite immer den gleichen Geschmack.
00:21:10: Der verlangte auch irgendwo eine gewisse Preisstabilität.
00:21:13: Und nun bist du vorne direkt im Rohstoffmarkt wo die Preise dann recht volatil sind.
00:21:19: Wie gehst du mit dieser Herausforderung um?
00:21:21: Du kommst ja von einem großen Kaffeeshaus, da kannst vielleicht noch mal was zu erzählen... ... was du da konkret gemacht hast, ... ... bist jetzt, sag ich mal, das ist eine eigene kleine ... ... Premium-Marke gegründet.
00:21:30: Wie gehst du mit dieser Volatilität um?
00:21:33: Habt ihr da gewisse Finanzinstrumente dir einsetzt?
00:21:35: Hetscht ihr den Kaffepreis?
00:21:37: Hab die langfristige Lieferverträge?
00:21:39: Also den Hetching ist ein übliches Tool.
00:21:42: Die Problematik betrifft ja die gesamte Kette.
00:21:45: Das ist sowohl der Exporteur als auch das Rohkafehandelshaus oder eben der Röster, den Kaffe kauft letztendlich... Ich war vorher bei der Firma Dahmer also einen... Konzernen im Grunde genommen, natürlich einen ganz anderen Umsatz hat.
00:21:56: Ich würde uns jetzt nicht als... Wir versuchen ja schon auch aus der Nische eine gewisse Menge zu bewegen.
00:22:02: Das heißt die Problematiken oder Schwierigkeiten bleiben vom Prinzip her gleich.
00:22:07: Das Problem ist aktuell auch nicht nur die sehr starke Volatilität und der hohe Preis, sondern die Marktstruktur an sich.
00:22:15: das wird jetzt vielleicht den Rahmen hier etwas sprengen aber wir hatten jahrzehntelang oder üblicherweise im Kaffee einen sogenannten Cash & Carry-Markt Und diese Marktschruktur hat sich bei den Commodities Café jetzt gedreht in eine sogenannte Inverse-Marktstruktur, was zu einer sehr großen Problematik geführt hat.
00:22:30: Einfach ausgedrückt.
00:22:32: Verfügbarkeiten direkt vor Ort verfügbarkeiten sind sehr schwierig.
00:22:37: Was dazu führt dass man eben auch eine viel bessere Planung aufs Jahr gesehen haben muss weil ich kann Kaffee der in sehr unterschiedlichen Qualitäten zur Verfügung stehen kann halt nicht jeden Monat in gleicher Menge und gleichen Bedarf kaufen, sondern das wird vielleicht einmal im Jahr geerntet.
00:22:54: Und zu diesem Zeitpunkt muss ich dann zuschlagen, muss man sozusagen ... Wenn nicht mehr genug vorhanden ist, da muss ich bis zum nächsten Jahr warten, bis es wieder gegebenenfalls zuverkaufen kann.
00:23:06: Also die Planung ist in der heutigen Zeit durch diese Verwerfungen der letzten Jahre viel größer, schwieriger und stärker geworden unabhängig von der Finanzierung als das eben der Vergangenheit der Fall war.
00:23:20: Dadurch, dass du eher kleinere Brand jetzt bist durch den Vorteil gegen das vielleicht zu Dalmai?
00:23:26: Ja.
00:23:26: Das macht es definitiv einfacher.
00:23:28: Also ist natürlich ein Unterschied ob ich hunderttausend Tonnen oder dreihundert Tonnen besorgen muss.
00:23:32: also nur als Beispiel und als Index.
00:23:34: und dann noch weiter gedacht.
00:23:37: Eine Firma wie Nestle ums ganz groß zu sagen hat sicherlich ganz andere Herausforderungen überhaupt noch den Kaffee in der Menge über das Jahr zu bekommen als jetzt ein kleiner oder in Spezialitäten äußert.
00:23:50: Das ist klar.
00:23:51: Betreiben die ganz, ganz großen?
00:23:52: Also hast du gerade Nestle genannt auch schon eigene Plantagen?
00:23:54: oder wie sind da die Zugriffsrechte?
00:23:57: Eigene Plantagen ich glaube nicht in einer Größe das es wirklich einen nennenswerten Anteil meines Bedarfs abdeckt weil die Länder in dem Kaffee produziert wird sind politisch nicht unbedingt einfach ums höflich auszudrücken.
00:24:11: Das heißt sich dort in eine entsprechende Abhängigkeit zu begeben so schlau, aber es ist sicher so dass die großen Konzernen und Firmen ein sehr hohes Interesse daran haben.
00:24:23: Dass sich der Kaffeemarkt die Verfügbarkeiten entsprechend halten und man setzt sehr viel Geld ein in agrar ökonomische Aspekte um dort Erkenntnisse zu gewinnen um vielleicht auch die Produktivität oder Anbauflächen zu erweitern.
00:24:38: also da spielt was das betrifft eine Menge, eine Rolle und es wird sicherlich sehr intensiv betrachtet.
00:24:45: Aber nicht im Sinne von ich kaufe der ganze Landstriche um meinen Bedarf zu
00:24:49: decken.".
00:24:50: Wir hatten vor ein paar Jahren ja die große Diskussion so Spekulation mit Lebensmitteln, mit Bedrohstoff in diesem Segment, wo Finanzinvestoren und Trader quasi auf kurzfristige Knappheiten gegangen sind und diese Knappe quasi nochmal gehebelt haben.
00:25:05: Gibt's das gerade in deinem Markt aktuell noch?
00:25:08: Oder würdest du sagen, das siehst du eigentlich gar nicht mehr.
00:25:11: Sondern dass es wirklich eine reale Nachfrage ist, die den Preis treibt?
00:25:15: Sowohl als auch!
00:25:15: Es gibt natürlich das spekulative Moment.
00:25:17: Das ist ganz klar.
00:25:18: Also einfach ausgedrückt... Es wird im Jahr produziert der Kaffee-Gürtel so ungefähr... Wir denken immer noch in Säcken... ...hundertsiebzig Millionen Sack, a sechzig Kilo.
00:25:28: und ich glaube an den Börsen... Die beiden großen Börseln sind London und New York.
00:25:31: vor allen Dingen New York handeln an die vier Komma fünf Milliarden meines Achtens, also es liegt in der Faktus dann vielfaches größer.
00:25:39: Dieses Delta ist natürlich vor allen Dingen auch eine spekulative, ein spekultiver Aspekt.
00:25:45: oder auch das mit der Commodity Kaffee, sei es dass so genanter Kaffeian Börsen physisch gestoppt wird und dann wieder verkauft wird ohne dass man Interesse daran hat, dass der Kaffe den ich dort handle jemals bei dir in der Tasse landet.
00:25:57: Also dieses Spektrum ist natürlich da.
00:26:01: Das ist auch nicht kleiner geworden, sondern eher größer.
00:26:03: Es gab über SarkoSiemannes-Achtens in der EU mal den Anspruch, dass alles das was man da handelt einen physischen Bezug haben sollte und ich muss es zumindest erklären... ...das ist ein häere Ansatz, inwiefern der wirklich in der Realität umgesetzt ist, sei jetzt mal hingestellt.
00:26:19: Ja, das machen wir auch fähreweise sagen muss und ich komme auch ein bisschen aus dieser Welt.
00:26:22: Finanzinvestoren haben natürlich schon irgendwo auch einen Zweck, ne?
00:26:25: Sie verdeutlichen nochmal die Knappheiten dahinter, ne!
00:26:27: Machen sie ganz, ganz offensichtlich.
00:26:29: Ich würde nur mal eine Sache interessieren, weil du gerade die beiden großen Kaffeebörsen angesprochen hast.
00:26:34: Wer handelt da?
00:26:35: Sind das direkt die Großkonzerne, die die Ware abnehmen oder gibt's da Intermediäre?
00:26:40: Wie muss ich mir so ne Börse vorstellen an einer
00:26:41: Kaffebörse?".
00:26:42: Also es gibt quasi, die wirklich den Handelbetreffnissen natürlich dann die Röster.
00:26:47: Die Rohr-Kaffeehandelshäuser oder auch teilweise die Experteure.
00:26:50: Aber den weit größeren Teil sind Investmentfonds, Indexfonds... ...die Kaffe handeln und das ist der mit weitem Abstand größter Anteil.
00:26:57: Gleiches gibt auch Kleinspekulation.
00:26:58: also jeder von uns kann mit Kaffee sofern ich die nötigen Bonitäten mitbringe.
00:27:03: Kann mit Kaffe spekulativ handeln.
00:27:05: Das ist möglich Aber Investmentfonds und Index-Fonds, wie ich gerade sagte sind die Hauptplayer in diesem Spiel.
00:27:12: Ich glaub, ich hab letztens irgendeine Studie gelesen ... also, eighty-fünf Prozent repräsentiert ungefähr das?
00:27:19: Ja, ja, spannend!
00:27:20: Der Mensch.
00:27:22: Volker, mich würde natürlich interessieren, du hast es schon mehrfach angesprochen.
00:27:25: Du kommst quasi aus dem Hause Dahlmeier, war's da so der Qualitätsgeetkeeper.
00:27:30: Und hast dann irgendwann den Sprung ... Ja, in Richtung Gründung Selbstständigkeit gewagt.
00:27:36: Was würdest du sagen war für dich so die größte persönliche Umstellung?
00:27:41: Oder anders gesprochen, mal anders gefragt... Was sind so die Dinge, die du jetzt sage ich mal akzeptierst, die dir vor an deiner Position bei Deimer niemals hingenommen hättest?
00:27:49: Du gesagt hast, nein das ist für mich ein Logo!
00:27:51: Das akzeptiere ich nicht.
00:27:52: Gibts da bestimmte
00:27:54: Punkte?!
00:27:55: Also der große Unterschied ist natürlich der, dass du jetzt selbst der Unternehmer bist.
00:27:59: Der für an verschiedensten Stellen die Verantwortung trägt und in meinem vorherigen Fall auch wenn ich quasi zur Geschäftsleitung oder als Prokurist tätig war, habe ich mich als Unternehmer im Unternehmen gefühlt aber ich hatte ja nicht eine Gesamtverantwortung auch auf die Mitarbeiter bezogen.
00:28:17: das macht schon was mit einem diese Sichtweise die sich dort verändert hat.
00:28:25: Ich habe verschiedene Dinge, die ich dort in meinem vorherigen Arbeitsleben quasi anders gemacht hätte gerne.
00:28:32: Aber nicht umsetzen konnte – das sind ja verschiedene Aspekte, die respektiere ich aus und muss jeder für sich selbst entscheiden.
00:28:39: Da war ich ja daran gebunden, dass das obwohl ich es anders sehe trotzdem so gemacht wird.
00:28:45: Jetzt ist es so, dass genau das was ich gerne möchte auch als Philosophie oder DNA umsetzten kann.
00:28:53: Wenn man nach so vielen Jahren, Jahrzehnten kann man ja quasi schon sagen.
00:28:56: Weil sie vom Angestellten oder als Prokrast bist du ja kein klassischer Angesteller mehr aber dann quasi zum Gründer wirst es natürlich auch so.
00:29:03: dieses Thema wie gehe ich mit Druck um?
00:29:05: Wie gehe ich mir den Risiken dahinter um?
00:29:08: Würdest du sagen dass du diese Reise schon abgeschlossen hast?
00:29:10: Nun mache das ja noch nicht so lange weil ich war zwanzig Jahre bei Damair beschäftigt und die Firma ist jetzt im Sinne von Markteintritt seit knapp drei Jahren aktiv.
00:29:24: Es gab auch natürlich, weil eine viel größere Menge, die hat mir vorhin angesprochen, Handelsmenge und damit auch Werte dort gehandelt und von mir verantwortet werden mussten ein sehr hohen Druck.
00:29:36: also ich bin teilweise natürlich mit nicht den besten Gefühlen abends schlafen gegangen, weil man sich quasi den Börsen-Schluss angeguckt hat und gedacht hat, hätte ich es vielleicht einen Tag vorher gemacht.
00:29:46: Wäre die ganze Geschichte in einer anderen Bewertung gewesen?
00:29:49: Also, ich würde sagen, Druck gab's da genauso.
00:29:52: Es waren vielleicht andere Themenfelder.
00:29:53: Und jetzt hab' ich halt den Druck der Gründung und auch die Verantwortung für Mitarbeiter.
00:29:57: Das ist schon ein anderer Druck!
00:30:00: Deswegen glaube ich nicht, dass der Prozess abgeschlossen ist.
00:30:04: Wer kann das von sich behaupten?
00:30:06: Das wird sicherlich noch weitergehen... Aber sagen wir mal so, der Druck den ich bisher mitbekommen habe ... Bisher muss ich sagen.
00:30:15: Den empfinde ich nicht als ein Druck, der so belastend ist, weil es etwas auf der anderen Seite für mich im Sinne von sinnstiftend dagegenwirkt und das befindet sich mehr als in der Balance sondern es ist mehrheitlich so dass ich dort sehe was ich erreichen umsetzen kann und selbst mit dem eben angesprochenen Druck ist das kein Miss-Match, sondern etwas was mich eigentlich sehr erfüllt.
00:30:42: Hast du sei mal bestimmte Formen des Ausgleichs oder ich weiß viele Gründer, weil sich tauschen sich aus und so Netzwerken, sei es
00:30:49: I.O.,
00:30:49: da machen dann Coaching, sag ich mal um vielleicht mal eine andere Perspektive einzunehmen und auch irgendwann mit einem Peer Group über ihre Herausforderung zu sprechen?
00:31:01: Hast du da irgendwie einen Weg für dich gefunden oder bist du noch auf der Suche nach diesem Weg?
00:31:05: Ich verfüge immer ein sehr gutes familiäres wie freundschaftliches Netzwerk, die jetzt nicht auch alle aus dem Kaffee kommen.
00:31:12: Das macht dann ja auch irgendwo betriebsblind, wenngleich die kaffeepronkische Ansicht ist schon sehr komplex und sehr speziell.
00:31:18: Deswegen ist es auch wichtig, aus anderen Firmen, Kaffeefirmen oder aus der Kaffeekette Leute zu haben, die man vertraut und die man fragen kann.
00:31:28: Aber eines der sicherlich besten Korrektive für mich ist meine Frau.
00:31:33: Ja wenn sagst du das?
00:31:36: Geht mir in der Tag ganz genau so... Wahrscheinlich sind die Lebenspartner wahrscheinlich diejenigen, die sofort merken, wenn irgendwas nicht stimmt dann.
00:31:42: Also bei mir ist es halt so.
00:31:43: ich werde dann zu Hause immer ruhiger ziehen mich mal zurück.
00:31:45: meine Frau weiß dann genau okay da ist irgendetwas und hackt danach.
00:31:49: Genau.
00:31:50: Das ist dann viel mehr wert als ein Coaching oder dergleichen.
00:31:54: Gibt's Dinge diese Seite seitdem du gegründet hast auch sagen würdest das habe ich komplett unterschätzt?
00:32:00: Oder überschätzst falsch eingeschätzt.
00:32:03: also ich muss gestehen... Als ich damals den ... Schritt gewagt habe und ich komme quasi aus der Finanzarbeit.
00:32:08: Ich war ja Finanzbeamter... ...und mir ging es ja eh nicht wie dir, ne?
00:32:12: Ich habe auch Dinge gesehen von denen ich dachte die muss man eigentlich besser machen können.
00:32:15: Und die kann ich doch besser machen!
00:32:18: Und dann fängst du an stehst auf der grünen Wiese hast er die maximale Gestaltungsfreiheit.
00:32:22: Und für mich war immer die Herausforderung dass sich die Leute in meinem Team das ich die sag ich mal irgendwo mitnehme aber jetzt nicht zu sehr auf den Füßen stehen.
00:32:34: Wie gesagt, in der Verwaltung ist jeder Schritt definiert und es gibt für alles irgendwo einen Erlass.
00:32:39: D.h.,
00:32:40: es gibt nirgendwo Gestaltungsspielraum.
00:32:42: und sage ich mal das mein Team zu geben war für mich die größte Herausforderung.
00:32:45: Ich will nicht sagen dass ich da irgendwo ein Controlfreak bin, aber da irgendwo loszulassen?
00:32:50: Aber auch nicht zu weit wegzugehen!
00:32:51: Das ist für mich eine allergrößte Herausforderungen, für die ihr immer noch keinen Königsweg gefunden habt, das gebe ich offen zu.
00:32:56: Das
00:32:57: ist ähnlich, ich weiß jetzt nicht ob ich es unterschätzt nennen würde.
00:33:01: Es ist definitiv so dass sich mit bestimmten Dingen gerechnet habe aber vielleicht nicht in dem Ausmaß.
00:33:06: Ja das eine die Vielfältigkeit an Problemen die entstehen können weil wir sind ja nicht nur ein Kaffee Röster der aus grün-braun macht sondern Ich hab halt einen Standort im Münchner Werksviertel.
00:33:21: Das funktioniert wie ein gastronomischer Betrieb mit all den Schwierigkeiten, die mit einem hergehen.
00:33:26: Wir hatten einen Neubau zu verwalten weil ich bin ja nicht in ein bestehendes Objekt gezogen sondern das wurde erst noch gebaut.
00:33:33: Das heißt man hatte dann auch mit Bauaktivitäten zu tun und ja nicht nur ich im Übrigen sondern wir sind jetzt zusammen mit meinem Mitgründer.
00:33:40: bei Dahmer gab es einen Daniel Rezotti der für den Marketingleiter war.
00:33:43: Wir sind jetzt zu zweit aus dem Unternehmen raus.
00:33:46: Betraf in der Phase auch uns beide.
00:33:48: Es war gut, dass es jetzt nicht nur auf zwei Schultern lasste sondern auf mehreren, sodass man sich dort austauschen konnte.
00:33:53: aber das war ein ziemlicher Vielfalt.
00:33:55: Jetzt bin ich gerade, wenn ich das letzte nehme, nicht unbedingt der Bautyp, sondern habe eher so zwei linke Hände und all das muss man sich aber reinfräsen.
00:34:06: Die Vielfältigkeit der Dinge die man zu bewältigen hat hätte ich in der Form nicht erwartet.
00:34:13: also dann kann man unterschätzt nennen.
00:34:16: Und das andere ist im Positiven fast, ich komme halt aus der Welt wo man sich dann gefragt okay wie viel Röstcafé muss ich denn verkaufen und handeln in welchen Märkten und zu welchem Preis?
00:34:28: Und jetzt aber erlebe wieviel andere Sachen mit dem Produkt Kaffee noch möglich sind ob das Events sind, Beratung, Maschinen.
00:34:36: Das Produktcafé ist ein sehr umspannendes und vielfältiges.
00:34:40: Und es ist nicht nur runtergebrochen auf... Ich verkaufe meinen Röstcafés zu dem oder dem Preis, den oder den laden, sondern es sind halt sich andere Sachen noch möglich.
00:34:48: Und das ist faszinierend!
00:34:50: Und etwas was ich tatsächlich in dem Ausmaß auch nicht gedacht hätte aber im positiven Sinne
00:34:55: Kann ich absolut nachvollziehen.
00:34:57: Die Herausforderung ist dann häufig, dass man sich nicht irgendwo verfranzt.
00:34:59: Nicht selbst überholt?
00:35:01: Dass man diese ganzen Möglichkeiten sieht und irgendwo den Fokus verliert.
00:35:06: Jetzt hast du gerade angesprochen, dass du einen Mitgründer hast ... Ich hab mit zwei Mitgründen gestartet.
00:35:12: War bei euch beiden vom Beginn an eine klare Rollenverteilung oder habt ihr euch in den letzten Jahren irgendwo gefunden?
00:35:19: Ja das ist schon noch ein ... In gewisser Weise je nach Themen fällt ein Findungsprozess.
00:35:24: also wir sind insgesamt Vier Geschäftsführer.
00:35:26: Zum einen ist es der Daniel, der zusammen mit mir bei Damair war und den sind aus einer anderen Welt.
00:35:31: eigentlich kommt, sagen wir mal so Sebastian Groth und Karoline Kraft noch dazugekommen.
00:35:36: die beiden waren früher bei Coca Cola kommen also auch aus einem Konzern aber natürlich um ein FIFA das größere als jetzt Damair und auch ein anderes Produkt.
00:35:44: Es gibt sehr viele Schnittstellen und Schnittmengen Aber es gibt natürlich auch viele Dinge die anders sind Und die... Das ist eine heterogene Mischung, die ich extrem positiv finde.
00:35:55: Und jetzt ist es so, dass mein Bereich aus dem ich im Sinne von Co-Business komme.
00:36:00: Alles was mit Kaffeequalitäten und Nachhaltigkeitsthemen zu tun hat.
00:36:04: Rezepturen... Da gibt's quasi im Moment nur mich!
00:36:09: Also da war die Rollenverteilung relativ einfach.
00:36:11: aber das ist ja nicht nur das sondern als Gründer oder Geschäftsführer müssen wir ja diverse Themen abdenken.
00:36:17: Die haben wir ja versucht zu verteilen.
00:36:20: Ich glaube das funktioniert ganz gut.
00:36:21: Daniel zum Beispiel kommt jetzt aus dem total kreativen Bereich.
00:36:27: Sebastian hat eher den Marketingaspekt online und Caro macht mehr so die Finanzgeschichten, also sehr grob runtergebrochen sind natürlich noch verschiedene andere Aspekte.
00:36:38: Also ich glaube schon das ist ein ganz gutes Rollenverständnis auch Rollenverteilung ist und dass wir als Team da ganz gut funktionieren.
00:36:43: Und wie stelle ich mir das vor wenn es eine grundlegende strategische Entscheidung geht?
00:36:47: Diskutiert ihr alle gleichberechtigt aus oder gibt's jemand so eine Art Primus in der Paar?
00:36:52: Ja
00:36:52: gut, wir haben auch noch Gesellschaften.
00:36:54: Also wenn es jetzt ein sehr strategisches Paket wäre dann müssten das ja auch in die Gesellschaftsversammlung bringen.
00:37:00: logischerweise.
00:37:01: Aber sagen wir mal in einem operativen Geschäft sind wir zu viert und dann ist es... Nehmen wir's mal so tatsächlich da noch ein demokratischer Prozess.
00:37:07: Das wird hier eher weniger weltweit.
00:37:10: In der Tat also bei uns war es ähnlich.
00:37:12: Wir sind zu dritt gestartet, waren quasi drei Kursie aus bis wir immer gemerkt haben wie sind mehr mit uns beschäftigt als dann wirklich Entscheidungen zu treffen vielleicht so nicht so angenehme Entscheidungen ein bisschen vertagt, weil wir gemerkt haben, wir kommen da nicht zu einem Kompromiss.
00:37:27: Da hatten sie auch so eine Art Dealbreaker da irgendwann mal gefehlt und ich hatte vor kurzem... ...hatte ich wie gesagt die Mitgründelina Jüngst von AirUp hier im Podcast und die sind damit vier Gründern direkt aus der Uni gestartet.
00:37:37: Und als dann bei denen durch die Decke ging, haben sie gesagt, wir brauchen jetzt einen Extensive-O.
00:37:42: Also somit dieser frühe Freunde kommen oder das funktioniert nicht weiter.
00:37:45: und dann haben die sich wirklich einen Extance-O geholt.
00:37:47: Der am Ende des Tages ja ganz hart die strategischen Entscheidungen fällt und bei uns fast ähnlich, vielleicht ist es bei uns dann ein Mitgründer rausgegangen.
00:37:57: Und mein Mitgrüner Christian hat quasi so das strategisch übernommen und ich habe mich eher auf das Thema Marke- und Markenkommunikationen fokussiert.
00:38:05: Aber wenn's bei euch funktioniert umso besser?
00:38:08: Ich glaube jetzt auf Holz.
00:38:10: Wir befinden uns ja am Prozess und natürlich läuft das ja nicht alles reibungslos.
00:38:14: und du hast vorhin einen Punkt genannt der ist absolut richtig man muss halt aufpassen dass vielfältiges gut Aber man muss auch aufpassen, dass man sich nicht selbst überholt.
00:38:23: Dass man fokussiert bleibt das ist und bleibt eine Riesen-Herausforderung bei uns.
00:38:27: also das haben wir natürlich das Thema Und das ist auch nehmen wir es mal so das stellt auch ein Problem da.
00:38:33: und auch dieses was du gerade eben genannt hast mit Das neigt man dazu vielleicht eher nach hinten zu schieben wenn's vielleicht unbequem ist.
00:38:38: ja muss man sich halt Disziplinieren dass man's halt doch nach vorne bringt weil es muss ja dann irgendwie erledigt werden So grade durch das Alltagsgeschäft.
00:38:49: Der Tag hat ja nun mal nur vier, zwanzig Stunden.
00:38:51: Kann es schon mal sein, dass das eben einfach runterfällt?
00:38:53: Aber das darf's nicht!
00:38:54: Also die Herausforderungen bleiben und sind sicherlich sehr ähnlich von dem was du gerade beschrieben hast.
00:38:59: Das ist jetzt nicht alles Gold, was glänzt aber stand.
00:39:02: heute würde ich sagen... ...das funktioniert ganz gut.
00:39:06: Ja schön auch, dass du so offen darüber redest.
00:39:08: also machen nicht viele und wie gesagt für mich, ne, das soll nicht irgendwie so als sage ich mal so dogmatisch daherkannbar.
00:39:16: Ich hab für mich wirklich entschieden, diese vollen Kompromisse, die man dann bei solchen Diskussionen am Ende des Tages manchmal schließt auch so stillschweig, manchmal schließt, die fallen irgendwann früher oder später auf die Füße.
00:39:26: Das lässt sich dann, wir sind jetzt seit zehn Jahren am Markt.
00:39:29: Das lässt dich nicht irgendwo unter den Teppich gehen.
00:39:31: Es kommt immer irgendwie hoch und bei uns ist es immer so das Produktthema, ne?
00:39:35: Wir hatten unter uns drei Mitgründer, da gab's einen der war fürs Produkt zuständig ich für Marketing und Christian mein Mitgrinder der COS, der quasi so intern die ganzen operativen Fäden wird zusammengehalten hat mit den Investoren kommuniziert.
00:39:45: Und was heißt, wir haben dieses Produkt Thema ... immer auf die dritte Seite beschoben, bis wir gemerkt haben, nee.
00:39:50: Wir haben da ein Thema und an das Produkt dran müssen enger wieder mit dem Markt kommunizieren und hatten aber intern immer eine Art unausgesprochene Mauer dazwischen.
00:40:01: Das ist irgendwann mal so hochgekocht.
00:40:04: Wie gesagt, deswegen für mich das was ich mitgenommen habe keine vollen Kompromisse egal wie groß oder klein sie sind.
00:40:11: Aber
00:40:11: genau das ist das, was für mich glaube ich das wichtigste Learning war.
00:40:19: Jetzt haben wir noch ein Thema und ich verspreche mir meinen Gästen in diesem Podcast zum Schluss immer noch so ein Dilemma.
00:40:25: Und das Schöne ist, ich habe jetzt endlich mal jemanden sitzen der ähnlich lange in einer großen Organisation unterwegs war und dann gegründet hat.
00:40:33: Was würdest du sagen?
00:40:34: Was ist die größte Herausforderung, wenn du aus einer großen Organization kommst und dann quasi alle Möglichkeiten auf der Green Wiese hast, dass du dich nicht verhärtest?
00:40:45: Ich würde mal anfangen und sagen was ich für mich festgestellt habe.
00:40:49: Ich komme ja aus dem Steuerrecht und hab dann irgendwann gemerkt, man kann vieles doch besser machen.
00:40:53: Und diese ganze Komplexität dieser Steuerrechtler mehr vor sich her tragen, womit sie auch eine gewisse Aura um sich rumbauen, die leg ich komplett beiseite und mach jetzt alles super simpel und alles so transparent wie möglich.
00:41:07: Hab aber auch gemerkt dass ich dann früher später unsere Kunden damit überfordert habe das heißt ich hab teilweise angefangen für diese Probleme zu lösen sehr proaktiv, die die teilweise gar nicht gesehen haben.
00:41:16: Das heißt am Ende des Tages wird es ganze Thema immer komplexer.
00:41:20: Und ich habe aber gemerkt, ich verliere irgendwo so die Kunden.
00:41:24: Statt einfach da anzufangen mit einem simplen Problem das sauber zu lösen und dann Schritt für Schritt gehen wollte vielleicht alles auch einmal machen.
00:41:31: Das ist glaube ich das wenn man so viele Jahre in so einer großen Institution tätig ist und man dann die Möglichkeit hat vieles anders – ich will nicht sagen besser, das ist vielleicht auch ein bisschen überheblich gemeint – zum Machen dass man dann sag mal sofort los geht und dann so ein bisschen.
00:41:46: Was würdest du sagen?
00:41:47: oder was war so dein Take-away aus dem Bereich?
00:41:51: Du bist ja gut drei Jahre unterwegs als Gründer.
00:41:54: Ich bin jetzt neun in fünfzig, das heißt zu dem Zeitpunkt wo ich gegründet habe war ich sieben und fünfzig.
00:41:59: Bin es gewohnt in relativ großen Firmen also die längste Zeit war ich bei der Firma Dalmai das sind zweiundzwanzig Jahre quasi ein Konzern, aber die Nestle.
00:42:09: in Zeit lang beteiligt ist man in dieser Welt eingetaucht und man gewöhnt sich dann an auch in einer gewissen Dimension zu denken.
00:42:16: Also jetzt sehr einfach übertrieben gesagt so die kleinste Einheit, in der ich vorher im Sinne von Rohkaffeehandel gedacht habe war vielleicht eine Seecontainer mit neunzehn Tonnen.
00:42:25: das ist jetzt bei uns durchaus eine anspruchsvolle gewisse Größe und vor allem mit dem was die Neunzehnten denn kosten.
00:42:32: und das ist etwas wo man sich vorher.
00:42:35: Natürlich hat man kauftmanisch agiert, aber man kommt aus einer anderen Welt.
00:42:39: Und das auf die jetzt neue Welt runterzubrechen.
00:42:43: und natürlich ist Rohkafehandel immer noch Rohcafeehandel, aber es sind andere Mechanismen oder sind andere Größenordnungen mit denen man's zu tun hat und auch Schwierigkeiten weil sich nicht halt eine Finanzabteilung da und ein satuiertes Unternehmen sondern ich bilde dass alles neu und muss es auch von Neu auf gründen.
00:43:03: So gewisse Routinen, die sich vielleicht auch vorher eingestellt haben.
00:43:08: Was ist die Planmenge für nächstes Jahr?
00:43:10: Da hat man ja eine Erfahrung was geht und was nicht geht und dann kann das so oder so abweichen.
00:43:17: aber jetzt fange ich bei Null an.
00:43:20: natürlich habe ein Netzwerk Ich hab natürlich Erfahrung Aber trotzdem beginnt man mit diesem Unternehmen neu Und man kommt aus Einer Welt auch.
00:43:29: Ich hab manchmal gesagt tatsächlich zu meiner Frau, ich bin eigentlich zu groß für das was wir momentan machen aus der Welt von dem man kommt und man muss sich halt gedanklich umstellen.
00:43:39: es ist schon so dass einem gelingt aber es ist ein Prozess und er ist nicht einfach so da.
00:43:44: und das ist auch tatsächlich.
00:43:44: du hast vorhin von was hast du unterschätzt überschätz?
00:43:47: Das ist sicherlich auch etwas gewesen was man lernen muss.
00:43:50: Es ist und bleibt in Start-up.
00:43:51: nur musst du in Start up Unternehmer nicht zwingend, um zwanzig sein und kommen vor einer Uni.
00:43:55: Sondern du kannst natürlich auch mit sieben oder achtundfünfzig machen.
00:43:58: Vielleicht ist es sogar in vieler Hinsicht ein Vorteil, weil du ja dann erst über das Netzwerk die Routine
00:44:04: etc.,
00:44:05: und die Reputation verfügst, um auch noch wirklich was zu bewegen zu können.
00:44:10: Und das ist ja genau unser Anspruch!
00:44:12: Wir wollen ja nicht nur eine Firma sein sondern wir wollen versuchen, noch etwas umzusetzen, noch was zu Aber das ist natürlich nicht mit dem Fingerschnips einfach mal eben erreicht.
00:44:24: Du sprichst was ganz Spannendes an, Thema Reputation und so wie ich es richtig gelesen habe korrigier mich gerne.
00:44:30: Du warst ja sogar, sag' ich mal, dein Counter-File war ja sogar auf der Kaffeepackung abgedruckt oder?
00:44:35: Genau!
00:44:35: Ich fahre nicht nur auf der kaffeepuckung bei Prudomo in dem Fall also einem der meist verkauften Kaffeeproduktionen Deutschland sondern auch eine Zeit lang im Werbespot also sehr exponiert, so eine Art Kaffeegesicht.
00:44:47: Das war vor allen Dingen eine interessante Erfahrung, man soll ein Werbespaar zu machen.
00:44:52: Was jetzt im Sinne von Eitelkeit sein muss, dass ich das brauche, sondern es waren sehr spannende Erfahrungen.
00:44:58: Aber trotzdem zahlt natürlich darauf Ziel wohl auch deine Frage auf etwas ein.
00:45:03: Also du bist ja nicht irgendwer und davon profitiere ich jetzt auch.
00:45:07: Auch unsere Schirmherrin Jane Goodall die wir haben, hat mich sehr stolz gemacht uns, gewinnen konnte.
00:45:14: Das hätte ich ja höchstwahrscheinlich nicht, wenn ich fünfundzwanzig gewesen wäre.
00:45:17: und erst im Kaffee anfangen oder sind natürlich Dinge die erstmal auf diese Sache auch einzahlen.
00:45:21: Brauche ich aber auch hinaus wollte es.
00:45:24: man kommt ja schon mit dieser Reputation aus einer Welt die wirkt der für den Außenstehenden irgendwie so fast perfekt irgendwo.
00:45:32: Zumindest ging es mir so.
00:45:33: Ich habe jahrelang auch Seminare vor Steuerberatern gehalten, wo ich den erklärt habe wie man das richtig macht und hab mir da auch eine gewisse Ölputation aufgebaut.
00:45:41: Und dann gründest uns da da, merkst du aber hinten raus?
00:45:44: Zumindest kann ich das für mich sagen dass halt nicht alles perfekt ist.
00:45:47: Das manchmal für Prozesse kein... Bestimmt!
00:45:50: Nichts definiert ist.
00:45:52: Ich war auch manchmal auf Fragen, ich spreche hier relativ viel mit Neukunnen um den Kontakt zum Markt zu haben.
00:45:57: Dass ich immer keine Antwort habe und ich muss gestehen mittlerweile kann ich schon besser damit umgehen.
00:46:02: aber das bringt mich immer noch ein bisschen aus dem Tag weil ich immer noch den Anspruch habe daran arbeite ich irgendwo.
00:46:07: aber es muss irgendwo perfekt sein und ich will Fehler vermeiden.
00:46:10: also das wurde mir so eingeimpft in diesen großen Institutionen Fehler vermeidern es muss irgendwie so hundert Prozent hinten rauskommen.
00:46:19: Kannst du das irgendwo bestätigen oder bist du da gelassener?
00:46:22: Ich glaube, ich bin da gelassener.
00:46:23: Also ich kann es bestätigend im Sinne von ich weiß was du meinst und es ist jetzt nicht so dass ich deswegen, wenn ich sage ich bin gelassner, nicht perfekt zu sein versuche.
00:46:32: aber ich glaub' dass die die Unperfektion, wenn's das Wort gibt weiß ich nicht, dass die dadurch kompensiert wird, dass man jetzt tatsächlich so viel schon bewegt hat und so viele Sinnstiften des Bereits erreicht hat.
00:46:45: Und das ist etwas, ich kann da immer wieder drauf zurückkommen was mich tatsächlich erfüllt und ein Stück weit vielleicht über das hinweg schauen lässt weil ich mein ich hätte es mir auch einfach machen können genau diese welt von der du gesprochen hast und Reputationen und auf der kaffeepackung.
00:46:59: ich hätte auch einfach sagen können so dass sind noch zehn jahre die mache jetzt da weiter sondern hier hat sich jetzt einfach eine gelegenheit ergeben wo man schlicht und greifend gesehen hat also wie alle Da können wir ja noch was umsetzen und nochmal bewegen.
00:47:14: Damit sind wir definitiv nicht den einfacheren Weg gegangen, würde ich mal denken.
00:47:18: Ich weiß ja nicht wie der andere Weg verlaufen wäre aber ich gehe davon aus dass es nicht der einfache Weg ist dem wir jetzt gewählt haben.
00:47:24: Aber also das ist ein bisschen im Schiff, ob ich kann deinen Punkt verstehen?
00:47:29: Ja ich glaube ich sehe etwas gelassen auf.
00:47:32: Das ist schön!
00:47:33: Ich hoffe da sich auch nach hinkommen.
00:47:35: Du hast ja gesagt, du warst schon ein bisschen älter als du gegründet hast.
00:47:38: Ich war auch keine zwanzig mehr und was ich gemerkt habe gerade wenn ich jetzt die letzten Jahre reflektiere ist dass mein Umfeld auch irgendwo einen Preis dafür gezahlt hat.
00:47:48: also grade ich hab vier Kids gerade die beiden größeren.
00:47:51: Die hab' ich nicht so oft gesehen nicht so viel Zeit mit denen verbracht wie jetzt da mal mit den jüngeren.
00:47:55: Also sind wir jetzt erst vor die letzten Jahren bewusst geworden.
00:47:58: Würdest du es aussagen das dein umfeld für deine gründung auch quasi mitzahlt?
00:48:03: Kann man das so hart sagen?
00:48:04: Oder würdest du es auch gelassener sehen.
00:48:06: Nee, das kann man definitiv so sagen.
00:48:09: Nun ist es so dass... Das ein interessanter Punkt.
00:48:12: ich glaube wenn jetzt meine Kinder deutlich jünger gewesen wären zum Zeitpunkt als ich gegründet hätte Hätte ich den Preis auch nochmal deutlich höher eingestuft.
00:48:21: zu dem Zeitpunkt Als ich gekründet habe waren meine Kinder schon erwachsen.
00:48:24: Das andere Punkt aber ich meine sind ja nicht nur meine Kinder sondern auch meine Frau.
00:48:29: Aber wir haben uns das ja überlegt.
00:48:33: Und das ist ja nicht, dass ich nach Hause gekommen bin und gesagt habe so, das mache ich jetzt mal.
00:48:36: Und interessiert mich nicht was ihr dazu sagt, sondern es ist etwas gewesen, was wir erstens sehr lange besprochen haben.
00:48:42: Das war nicht eine Entscheidung die ich von einem Monat auf den anderen getroffen hab, sondern das war ein sehr langer Prozess.
00:48:50: Ich sag zu meiner Frau auch immer du weißt ja gar nicht wie ich jetzt darauf gewesen wäre wenn ich das nicht gemacht hätte weil hier ist ne Möglichkeit die sich aufgetan hat Und ich hab gesagt, dieser Prozess war dann so.
00:49:01: Dass sie an einem Punkt angelangt war wo ich gesagt für mich selbst gesagt habe wenn ich das jetzt nicht mach werde es immer bereuen und wie schwer denn das mal irgendwann später wiegt?
00:49:13: Das kann ich nicht beurteilen.
00:49:15: Jetzt kommt noch dazu dass wenn man sich beruflich in meiner Branche verändern möchte Kaffee ist jetzt nicht so ein Riesenmarkt im Sinne von Positionen sind da überall frei muss man auch eher geografisch weit denken.
00:49:26: Das heißt, hätte man sich verändert, wäre es höchstwahrscheinlich auch mit einem Umzug aus meinem aktuellen Umfeld verbunden gewesen.
00:49:31: Auch mit der Familie?
00:49:33: Will man das, will man nicht?
00:49:34: Hier war's jetzt so dass ich mein Umfeld quasi oder wir als Familie unser Umfeld überhaupt gar nicht verändern mussten was definitiv auch nochmal ein Punkt war.
00:49:42: aber also auf die Frage ob man als Familienpreis bezahlt das wär gelogen wenn ich sagen würde nein das zahlen wir definitiv.
00:49:51: Aber trotzdem ein schöner Schlusspunkt, Volker.
00:49:53: Also egal auch in die Zuhörer da draußen, ich glaube ihr zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig oder sechzig seid, ja traut euch.
00:49:59: Nehmt natürlich eure Familie mit!
00:50:00: Ich glaube das alles andere wird nicht funktionieren.
00:50:03: aber ich glaube gesunde Familie sei mal als Hintergrund, als Auffahrtenbecken, wie immer man das bezeichnen will, ist glaube ich das absolute Fundament.
00:50:11: Du hast ja selber gesagt du machst keinen Coaching sondern du hast einen Guten Freundeskreis.
00:50:15: Du hast eine Frau, die sofort merken, weil irgendwas nicht stimmt.
00:50:18: und sofern ist das ein wunderbar Schlusspunkt, Volker!
00:50:21: Vielen Dank, dass du da warst und vielen Dank für deine offenen Worte.
00:50:24: Sehr gern.
00:50:24: Herzlichen Dank.
00:50:26: Danke dir.
00:50:27: Danke auch.
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