Legal-Tech & KI: Pascal di Prima über die Transformation von Kanzleien

Shownotes

Warum haben Kanzleien oft eine Blockade bei Innovationen und wie kann künstliche Intelligenz das klassische Modell der „Billable Hour“ ablösen? Gemeinsam mit Pascal di Prima (CEO von Lexemo) blicken wir hinter die Kulissen der digitalen Rechtsberatung und diskutieren, warum jetzt die beste Zeit für vertikale Tech-Lösungen ist.

Die Highlights des Gesprächs:

  • Chance für den Mittelstand: Warum mittelständische Kanzleien durch den Einsatz von KI heute in der Lage sind, den großen Playern am Markt lukrative Projekte streitig zu machen.

  • Das Ende der Billable Hour: Eine kritische Analyse, warum das Abrechnen von Zeit gegen Geld in einer automatisierten Welt nicht mehr zukunftsfähig ist und welche wertorientierten Preismodelle folgen müssen.

  • Vom Anwalt zum Gründer: Pascal di Prima teilt seine harten Learnings über den Wechsel von juristischem Perfektionismus hin zu agilen Feedbackschleifen und echtem Kundenfokus.

Über den Gast: Pascal di Prima ist Volljurist, Co-Founder und CEO von Lexemo. Er nutzt seine 12-jährige Erfahrung im Banken- und Aufsichtsrecht, um komplexe Rechtsprozesse über eine No-Code-Plattform für Kanzleien und Rechtsabteilungen zugänglich zu machen.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn ich heute Partner in einer mittelständischen Kanzlei wäre, würde ich sagen, hier, wir müssen da investieren und aggressiv in den Markt gehen, weil wir können den Großen echt die Projekte wegnehmen.

00:00:11: Also, ich kann auch offen sein, die Learnings haben wir hart erfahren müssen, mit drei Vierteljahr fast an einem Produkt zu arbeiten, was am Ende kein Mensch interessiert hat.

00:00:41: Ich bin Roger Gottmann.

00:00:42: Wie baut man als Emalia Großkanzlei-Partner ein KI-Legal-Tag, das komplexe Rechtsprozesse sicher und verständlich abbildet?

00:00:49: Wie übersetzt man zwölf Jahre Erfahrung im Banken- und Aufsichtsrecht in einem No-Code-Plattform?

00:00:54: Darüber spreche ich mit Pascal de Prima, Jurist, Co-Founder und CEO von Lex Hemo in der neuen Folge von Skin in the Game.

00:01:01: Echte Einblicke statt Hochglanz-Stories, jetzt überall, wo es Podcast gibt.

00:01:05: Der Markt.

00:01:07: Pascal, du warst mal Vorjurist oder bist ja faktisch immer noch.

00:01:11: Ja.

00:01:11: Jetzt legal tax CEO.

00:01:13: Ich bin quasi so ein nischiger Steuerexperte.

00:01:15: Mach jetzt Text-Tag.

00:01:16: Dann werden wir uns beiden Märkte zusammenwerfen.

00:01:18: Also quasi Rechtsberatung, Steuerberatung.

00:01:20: Ich weiß nicht, ob du da konkrete Zahlen hast.

00:01:23: Ich bin mal so auf Konservativ, fünfzig Milliarden gekommen.

00:01:26: Wenn ich ein bisschen ambitionierter rechne, vielleicht für ein paar Investoren, komme ich da auf hundert Milliarden Euro Gesamtvolumen für den Markt.

00:01:33: Wenn ich mir bei dem Markt anschaue und gucke, was für ... Was für Tech-Player da unterwegs sind, ist das Ganze noch sehr granular, oder?

00:01:41: Super, also das, ich mein...

00:01:44: Warum haben wir uns noch nicht mehr von diesen Kuchen geholt?

00:01:46: Frage ich dich, oder mich auch selber?

00:01:49: Ja, das ist eine gute Frage.

00:01:51: Ich glaube, zumindest im typischen Legaltech-Markt, glaube ich, liegt es auch so ein bisschen an der... dem mangelnden Innovationsspeed, die die Kanzleien zumindest in den vergangenen Jahren hatten.

00:02:03: Kanzleien und Rechtsabteilung.

00:02:07: Die bauen die ganzen Ressourcen erst so langsam auf.

00:02:10: Und wir sehen das auch.

00:02:11: Viele Kanzleien machen das, bauen tagteams zusammen, die das dann machen.

00:02:15: Aber es ist in der Partnerschaft noch nicht komplett Flächen.

00:02:21: Deckend angekommen.

00:02:23: Und das liegt so ein bisschen, glaube ich, auch an der Struktur von den Kanzleien.

00:02:27: Das soll über diese partnerschaftlichen Strukturen mit den Entscheidungsfindungen.

00:02:31: Da hilft manchmal das Vergütungsmodell, was die Kanzleien haben, nicht.

00:02:36: Weil wenn ich jetzt Partner bin, keine Ahnung, mit Mitte Fünfzig und ein junger Partner kommt und sagt, wir müssen jetzt Geld investieren.

00:02:43: dann merkt er es halt heute in seinen Ausschüttungen und dem Interesse, den interessiert es halt nicht zwingend, was in drei, vier Jahren dann sozusagen passiert, weil dann vielleicht gar nicht mehr da ist.

00:02:51: Ja, also das sehe ich auch, ne?

00:02:53: Also ich mein, so ein klassisches Kanzlei-Modell, das ist ja vorkommen, egal ob wir jetzt über Rechtsberatung oder Steuerberatung reden, funktioniert da so, du machst da eine aufwendige Prüfung über, über zehn Jahre, dann klebst du irgendwann so ein Messingsschild an die Tür und verdienst Abtag eins Geld, ne?

00:03:05: Du bist auch wahrscheinlich Abtag eins, mein Winger, profitabel.

00:03:09: Wenn du jetzt mal in Technologie investieren musst, klar, du musst in Vorleistung gehen.

00:03:12: Und vor allem musst du auch, glaube ich, deine Leute mitnehmen.

00:03:15: Ich glaube, das ist wahrscheinlich noch die größte Herausforderung.

00:03:17: Total.

00:03:18: Also, und es ist ja, ich sage das immer, wenn wir solche Workshops machen, weil Rechtsabteilung, Kanzleien sage ich immer, naja, wie anwälte ist jetzt das Thema?

00:03:27: Try and Error und irgendwie das Testing und irgendwie das... Lass uns mal ausprobieren, es ist ja nicht in die Wiege gelegt.

00:03:34: Also das ist ja als Anwalt bin ich hier erst mal, wenn was Neues kommt und es nicht so ganz klar ist, erst mal ein Risiko.

00:03:40: Und das muss halt auch bisschen in die Köpfe rein, so ein bisschen diese mehr Risikofreundigkeit, Freudigkeit mehr, Dinge ausprobieren.

00:03:49: Einfach mal machen.

00:03:50: Das ist wichtig.

00:03:51: Vor allem, glaube ich, haben viele, kann es leihen und auch rechts... Gut.

00:03:56: Rechtsabteil ist noch ein bisschen ein anderes Thema, weil die anders motiviert sind.

00:04:00: Aber viele Kanzleien fehlt auch so ein bisschen die Fantasie, dass sie mit Technologie nicht nur Produktivität effizienter gestalten können, sondern aber auch eigene neue Produkte entwickeln, also eigene neue Umsätze zu generieren.

00:04:16: Und das sehen wir gerade.

00:04:17: Es kommt so langsam.

00:04:19: Aber da ist noch viel Luft.

00:04:22: Und ich glaube, wenn das mal noch mal angeschoben wird, dann sehen wir ganz andere Zahlen.

00:04:26: Aber ich meine, ganz ehrlich, wir können ja nicht darauf warten, dass da irgendwann so ein Mindshift irgendwie einsetzt.

00:04:31: Also müssen wir uns da nicht auch ein bisschen selber an die Nase fassen.

00:04:34: Also du für Legal Tech, ich sag ein bisschen für Text Tech, weil ich geb dir mal ein Beispiel aus meiner Bubble.

00:04:38: Ich sehe viele so granulare Lösungen, wo dann die Founder sagen, wir fokussieren jetzt auf das eine Probleme.

00:04:44: Wir wissen, das ist kein Multi-Milliardenmarkt.

00:04:47: Aber das lösen wir jetzt und sind froh, wenn wir da ein bisschen Umsatz machen und dann vielleicht ein Fünfjahr an den Exit machen, wo ich sage, okay, also wenn ich mit dem Mindset in den Markt gehe, klar, was soll da passieren?

00:04:55: Dann bin ich immer das kleine Tool, was der Steuerberater der Rechtsanwalt vielleicht mal nutzt oder auch nicht nutzt.

00:05:00: Also wenn er es dann noch selber machen kann.

00:05:02: Es ist witzig, dass du das ansprichst, weil wir versuchen das mit unserem Tool genau sowas zu... zu entwickeln, dass du einen Tool hast, wo du viele, viele Dinge bauen kannst.

00:05:13: Gar nicht so super nischig für eine spezielle Lösung.

00:05:17: Und das ist aber fluch und sägen zugleich.

00:05:19: Weil auf der einen Seite haben wir total unterschiedliche Use Cases bei Kunden, wenn mich aber einer fragt, was genau kann man mit eurem Tool machen?

00:05:29: Da muss ich jetzt sagen.

00:05:32: Alles.

00:05:33: Alles nicht, aber es ist extrem viel.

00:05:35: Und das ist ein Thema, wo dann auch die Fantasie bei unseren Kunden geweckt werden muss, weil die kennen ihre Prozesse, ihre Use Case natürlich viel, viel besser als wir.

00:05:47: Und ich glaube halt, dass es einfacher ist zu erklären mit einem ganz, ganz spitzen Use Case ein bestimmtes

00:05:53: Tool.

00:05:54: Klar.

00:05:54: Und sie hatten jetzt gerade einen Kunden angebordet.

00:05:57: Der hat sich für unser Tool entschieden und wollte eigentlich ein wirklich spitzes Use Case KYC Produkt einkaufen.

00:06:05: Hat dann irgendwie gemerkt, das kann ich ja mit denen auch bauen, mit der ähnlichen Funktionalität, habe aber natürlich viel mehr Flexibilität, weil ich mich sozusagen den Prozess so anpassen kann, weil es halt so ein No Code Tool ist und habe halt viel mehr Möglichkeiten.

00:06:21: Es gibt aber natürlich trotzdem viele und das macht ja auch für viele Sinn zu sagen.

00:06:25: Moment, aber ich will ein ganz spitzes Tool für genau diesen Use Case.

00:06:29: Ich will gar nicht diesen Effort haben, dass ich mir jetzt noch irgendwas bauen muss.

00:06:35: Und deswegen, glaube ich, gibt es, es hat beides in jedem Fall seine Daseinsberechtigung und das hängt immer so ein bisschen... auch von der Matureness der jeweiligen Anwender ab.

00:06:47: Das Ziel von jeder Tech-Lösung ist ja, sich möglichst tief in die Unternehmensprozesse einzugraben.

00:06:52: Du willst ja Wertschöpfung machen, du willst ja jedes Jahr, sagen wir mal, neue Features rauswerfen und dich tiefer eingeraben.

00:06:58: Da muss ich aber sagen, das ist zumindest meine Wahrnehmung und ich bin ja jetzt ungefähr so gut zehn Jahre an dieser Schnittstelle, du steuern und Tech.

00:07:05: Ich glaube, die Herausforderung ist, dass Aus meiner Sicht so Steuerrechtler sehr problemorientiert denken, die denken nicht prozessorientiert, das lernen die auch nicht, immer so eine Prüfung anguckst, der baue ich vor Juristen eher ähnlich.

00:07:17: Ihr kriegt da irgendwie so einen Sachverhalt auf den Tisch, ein Problem, das wird dann gelöst, so, das war es dann.

00:07:22: Aber wie man daraus, glaube ich, so ein Prozess baut, wie man vielleicht auch Dinge dann standardisiert, das merke ich immer wieder, ich bin auch als Referent in der Steuerwelt unterwegs.

00:07:30: Das ist eine vollkommen andere Denke.

00:07:31: Und das ist, glaube ich, aus meiner Sicht ein großer Hürde und ein großer Blockkarte.

00:07:36: Kannst du das auf deine Rechtswelt übertragen?

00:07:38: Ja, total.

00:07:40: Der Vorteil in der Rechtswelt ist, dass wir immer noch dieses Legal Operations-Thema haben, die ja genau in den Prozessen denken.

00:07:48: Und die Rechtsabteilungen unternehmen, da es mittlerweile immer jemand da, der so diese Legal Operations-Brille aufhat und in den Prozessen denkt.

00:07:57: In den Kanzleien wird es... Immer mehr.

00:08:00: Und witzigerweise in so kleinen, mittleren Kanzleien haben wir oft schon erlebt, wenn es darum geht, Use Case zu identifizieren und auch in diesen Prozessen zu denken, dass wir dann die Assistenzen einfach mit dazu nehmen.

00:08:11: Weil die wissen es doch am besten.

00:08:14: Und ganz ehrlich, manchmal setze ich mich mit... zwei Assistenzen hin und nach einer halben Stunde Session und wir haben direkt fünf Use Cases und alle gehen happy raus.

00:08:23: Der Partner hat keine Ahnung, wie wir was entsprochen haben.

00:08:26: Aber das ist direkt eine Effizienzsteigerung.

00:08:30: Und das ist halt immer noch so ein bisschen getrennt in den ganzen Leinen.

00:08:34: Das Learning haben wir definitiv aufgemacht.

00:08:36: Wir haben die ersten Jahre immer so die Partner-Ebene angesprochen.

00:08:39: Klar, die Treffen am Ende des Tages die Entscheidung, die bezahlen den ganzen Spaß mal Anfangszeichen gesagt.

00:08:45: Aber damit arbeiten, das macht nämlich der Partner selber in der Regel.

00:08:48: Das heißt, genau, dieses operative Wissen, dieses Prozesswissen, auch das Wissen, sag ich mal, wie man sich noch tiefer reingraben kann.

00:08:55: Genau, das liegt auf der Assistenten-Ebene.

00:08:57: Problem ist halt nur, man kriegt sie, also zumindest sehe ich das nicht so wirklich gut adressiert in der Breite, also das ist glaube ich so die Herausforderung, damit wir das Wissen wieder auf die Partner-Ebene zu bringen.

00:09:07: Ja, am Ende geht es darum wahrscheinlich, so versuchen wir es zumindest immer wieder, den Partner einfach das shiny.

00:09:14: Endprodukt zu zeigen.

00:09:16: Also dass man auf der Umsetzungsebene, sage ich mal, ein Use Case identifiziert, so haben wir es immer in so einer Proof-of-Concept-Phase und dann kriegt der Partner das shiny Produkt und dann muss der aber auch eine gewisse Fantasie haben.

00:09:30: Also das, wenn natürlich der Partner nicht, aber da muss man fairerweise sagen, die meisten Zumindest mit denen wir reden, haben natürlich die Fantasie, sonst würden die ja uns auch gar nicht anfragen, müssen wir auch ehrlicherweise sein.

00:09:44: Aber es gibt natürlich immer noch die klassischen Anwälte, die sagen, also gerade wenn es um das Thema künstliche Intelligenz geht, also meine Tätigkeit, also da kann das nicht helfen, was natürlich Quatsch ist.

00:09:57: Ja, ich glaube, das ist absolute Klassiker.

00:09:59: Ich merke es auch in meiner Steuerwelt.

00:10:01: Und jetzt sind wir natürlich gerade in diesem Gardner-Cycle.

00:10:04: Wir sind hinter dem Hype.

00:10:06: Jetzt merken die Leute, also klar, wir sind noch nicht bei hundert Prozent, was natürlich dann wieder Wasser auf die Mühlen der Kritiker ist.

00:10:11: Und ich glaube, das ist gerade für uns, also ich kann für mich sprechen, wahrscheinlich auch für dich, auch gerade eine kritische Phase, oder?

00:10:17: Also jetzt das Moment, um aufrecht zu halten und sagen, ja, KI ist noch nicht bei hundert Prozent.

00:10:22: Da war die Erwartungshaltung sicherlich die letzten Jahre vielleicht irgendwo zu hoch.

00:10:25: Wir sind in einem leeren Prozess.

00:10:27: Aber gibt das auf dem Gotteswillen nicht auf?

00:10:28: Verlasst diesen Pfad nicht?

00:10:30: Merkst du das auch gerade?

00:10:31: Ja, auf jeden Fall.

00:10:32: Wobei ich eher da das positiv sehe, dass die weit überwiegende Mehrzahl unserer Kunden auch dieses Gefühl dafür hat, dass in die hundert Prozent ist natürlich utopisch.

00:10:46: Ich sage den auch immer, zeigt mir einen Anwalt, der hundert Prozent leistet.

00:10:49: Also das gibt es ja auch nicht.

00:10:51: Und da sehe ich das schon.

00:10:55: Aber wir sind noch am Anfang.

00:10:58: Im Moment ist gerade so dieser Cycle und man sieht es bei den Produkten im Legal Tech Bereich auch ganz cool.

00:11:06: Nahezu jede Kanzlei hat oder überlegt so diese Chatbot Lösungen zu machen.

00:11:12: Die super Low Hanging Fruit sind einfach zu verstehen.

00:11:17: Problem, was die Tools... Zumindest was man so aus den Kanzleien hört ist diese Adoption Rate, also wieviel nutzens dann auch wirklich, aber jeder weiß halt wie ein Jetboard funktioniert.

00:11:29: Jeder kennt JetGPT und Konsorten und das ist natürlich die einfachste Nummer um Effizienzsteigerung auf Single Anwalzebene zu machen.

00:11:39: Was für mich viel spannender ist, ist das Thema Prozesse, Workflows, richtige digitale Produkte, die an den Mandanten gehen, wo ich sozusagen auch end-to-end Prozesse automatisieren kann.

00:11:54: Und da sind wir noch so ein bisschen, also wir sind danach gelagert, weil das natürlich die Komplexität noch ein bisschen höher ist.

00:12:03: Aber ich finde es total wichtig, auch diese Chatbot-Produkte, weil die auch dem Anwalt und der Anwältin das Verständnis geben.

00:12:13: wie so ein Kram sei, wie so ein KI funktioniert.

00:12:16: Wird das eigentlich nicht jetzt der ideale Zeitpunkt, um Kanzleien, sei es jetzt Rechtsanwaltskanzleien oder Steuerkanzleien, auf der Grünwiese neu zu bauen?

00:12:23: Also ich meine, ich sehe es in meiner Steuerwelt.

00:12:25: Da kommen gerade hunderte Millionen, nicht sogar Milliarden Euro über Private Equity in die Branche rein.

00:12:29: und wenn ich dann sehe, was die mit der Kohle machen, das wirkt, sag ich mal, immer so ein bisschen fantasielos.

00:12:35: Also klar, da werden so HR-Prozesse zentralisiert, da wird so ein bisschen das Marketing, der Vertrieb zentralisiert.

00:12:40: Aber dass man sich mal hinsetzt und sagt, alle Prozesse komplett auf der grünen Wiese neu überlegen, welche Mandanten das anspricht, welche Leute wir dafür brauchen.

00:12:49: Gut, ich meine, Private Act für dieses Persönlich disruptiv.

00:12:52: Ich hätte offen gestanden, Bock, sowas zu machen, aber ich sehe es offen gestanden nicht.

00:12:56: Ich frage mich, warum.

00:12:57: Super spannend, also diese im Legal Tech quasi AI-Native sozusagen, Kanzlei.

00:13:04: Das ist wahrscheinlich im Moment der meistgehypte Thema.

00:13:08: Ich sehe es auch nicht, ehrlich gesagt.

00:13:12: Ich weiß auch nicht genau, woran es liegt.

00:13:14: Ist das eine Frage der Risikobereitschaft?

00:13:16: Ich meine, darüber haben wir gerade gesprochen.

00:13:18: Vielleicht, vielleicht.

00:13:19: Ich glaube immer noch, dass es ein Problem ist, auch was die Vergütungsmedelle angeht.

00:13:23: Okay, ja.

00:13:24: Weil, weißt du, am Ende, wenn ich halt mein Madan gegenüber Stunden abrechne, dann ist natürlich die Frage, weil ich das Ganze end-to-end automatisiere, was rechne ich dann ab?

00:13:35: Also vielleicht nochmal für die Zuhörer, die Vergütungsmodelle in der Steuer- und Rechtsanwaltswelt nicht bewusst sind.

00:13:42: Das Grundmodell ist quasi Zeit gegen Geld.

00:13:44: Also ich schulde z.B.

00:13:45: auch als Steuerberater nicht meinen Erfolg, sondern ich schulde quasi meinen Stundeinsatz.

00:13:49: Das kann man quasi auf die Rechtsanwälte übertragen.

00:13:51: Genau, genau.

00:13:52: Also die Realität ist natürlich schon, dass ich, als ich Partner war mit meinen Mandanten, in welche Caps, sogenannte Caps vereinbart hatte, also Fixbeträge, aber... Intern war natürlich immer das Thema Zeit, der entscheidende Maßstab für den finanziellen Erfolg eines Anwalts.

00:14:17: Die

00:14:18: sogenannte chargeable hour.

00:14:20: Genau, genau.

00:14:21: Und da gibt es ja spannende Diskussionen.

00:14:24: Es gibt ja auch Toolanbieter, sehr erfolgreiche Toolanbieter, die sagen die billable hour, die chargeable hour.

00:14:30: dass das ein Konzept ist, was bleibt.

00:14:34: Ich bin da eher skeptisch und ich finde es aber auch nicht schlimm.

00:14:39: Also ich finde es, den Erfolg zu schulden und dem Erfolg ein Preisschild dran zu machen, finde ich deutlich fairer als dem Mandanten zu erklären, ja aber da brauchte ich jetzt irgendwie fünf Stunden und dafür brauchte ich jetzt zehn und dafür brauchte ich jetzt fünf.

00:14:54: zehn.

00:14:55: Das ist für den Mandant, kannst du ja auch nicht beurteilen, warum brauche ich jetzt fünf und warum brauche ich jetzt zehn?

00:15:00: Ja, ich hab so ein, zwei Erklärungen, müssen wir auch passen, dass sie nicht so in diese Küchenpsychologie-Ecke abwandern.

00:15:07: Ich kann auch wieder nur für meine Steuerwelt sprechen, was ich halt merke, ist so ein klassischer Steuerberater, der sieht sich ja nicht so als Unternehmer.

00:15:15: Was ich häufig so gespiegelt bekommen, heißt auch, wir sind ja auch ein organer Rechtsschläge.

00:15:21: Unsere Aufgabe ist, sich auch sicherzustellen.

00:15:23: Wir haben ja auch einen Freund über Hanno Berger gesprochen, unsere Aufgabe ist sicherzustellen.

00:15:28: zu stellen, dass das Recht auch gleichmäßig angewendet wird, dass der Gesetzgeber da nicht Kapriolen schlägt, sondern dass wir den auch so ein bisschen in Zaum halten.

00:15:35: Das ist mal mal so das Selbstbild gerade auf dieser Kammer eben.

00:15:39: Und das ist sicherlich auch so ein gewisser Blocker dann.

00:15:42: Ja, total.

00:15:43: Wobei ich sagen muss, also aus meiner Großkanzlei-Zeit, da war natürlich schon der Dienstleistungsgedanke weit überwiegend.

00:15:52: Da war der sehr gedanklich.

00:15:54: Ich bin organ der Rechtspflege beim ein oder anderen sicher vorhanden.

00:15:58: Aber die Großkanzleien funktionieren klassischer Dienstleistungsgedanke.

00:16:03: Und da bin ich natürlich auch, was braucht der Mandant?

00:16:05: und der Mandant ist sozusagen König.

00:16:08: Und wenn der die und die Schleife braucht, dann bauen wir ihm die dran.

00:16:12: Also das finde ich, das war schon immer, immer ganz, ganz gut.

00:16:17: In meiner Zeit, wenn ich jetzt zurückblickend betrachte, immer die super erfolgreichen Partnern von den mittlerfolgreichen und nicht so erfolgreichen Unterschieden, dass die super erfolgreichen diesen Dienstleistungsgedanken wirklich top, top, top Level hatten.

00:16:34: Und die mittleren, die waren auch, hatten immer ein extrem hohes Expertenwissen, wo du wirklich du kannst hingehen mit den super speziellen Problemen.

00:16:44: Die waren aber... Wie du beschrieben hast, nicht so unternehmerisch und es soll jetzt auch gar nicht dispektierlich klingen, sondern die waren halt einfach extreme Experten und auch wirklich wichtig und essentiell für den Prozess, aber die sozusagen die die klein-facing super erfolgreichen Partner, die haben halt immer mehr diesen gesamten Dienstleistungsansatz gehabt.

00:17:07: Also das fand ich eigentlich immer ganz spannend, weil ich es gerade zu überlege.

00:17:10: Nehmen

00:17:10: wir mal an, wir überwinden jetzt die nächsten Jahre und die Blockaden sowohl die Mentalen als auch vielleicht die Vergütungsrechtlichen.

00:17:17: Hier wird aus deiner Sicht so eine Kanzlei der Zukunft aussehen.

00:17:20: Ich durfte vor kurzem mal, das war ganz spannend, es war erst vor wenigen Tagen duftig, auf der grünen Wiese neu gebaut und Kanzlei über die Schulter anschauen.

00:17:28: Sehr lustre, gründer, ehemaliger, Big Five-Partner.

00:17:31: Ich hoffe, ich kriege seinen Titel zusammen, Prinz Franz von zu Hohenlohe.

00:17:33: Ich glaub, ex-WTS-Partner hat mit ein paar anderen Partnern.

00:17:36: The Make-A-Ree gebaut.

00:17:38: Und zwar ist das eine Steuerberatung, die stand heute komplett ohne Sozi jetzt auskommt.

00:17:44: weil die quasi eine modulare KI-Platform gebaut haben.

00:17:46: Es gibt zum Beispiel ein Modul Unternehmensbewertung.

00:17:49: Unternehmensbewertung ist viel so Groundwork.

00:17:52: Du musst so Vergleichsunternehmensanalysen fahren.

00:17:54: Und das machen die mittlerweile schon komplett KI-basiert.

00:17:57: Also das, was ein Associate früher über Tage, über Wochen gemacht hat, diese ganzen Daten zusammentragen zu schauen, passt dieses Vergleichsunternehmen auch zu dem Unternehmen, was ich da bewerten will.

00:18:05: Das macht die KI innerhalb von einer halben Stunde.

00:18:07: Und das heißt, die kommen komplett ohne diesen Unterbau aus.

00:18:10: Glaubst du, das ist die Zukunft, dass wir da nur noch so irgendwie so... Partner-Ebene haben, reicht es mehr drunter?

00:18:16: Ich befürchte, ja.

00:18:17: Also das ist, also zumindest wird es immer schwieriger in diese Ausbildung zu kommen als als als als junge Anwalt.

00:18:25: Wer bringt mir jetzt noch noch was bei?

00:18:28: und wir machen ab und zu Veranstaltungen an den an den Unis und wenn man so die, es gab man glaube ich von Goldman Sachs eine Studie, die irgendwie gesagt hat, dass vierzig Prozent der juristischen Tätigkeiten komplett automatisiert werden können und die anderen sechzig Prozent durch KI assistiert werden.

00:18:47: Das heißt, du hast hundert Prozent auf Impact von KI auf jeden Task.

00:18:52: Aber ich sage mal so, ich glaube, dass die die jungen Anwältinnen und Anwälte schon noch sehr gute Chancen haben, wenn sie sich mit dem Thema KI komplett auseinandersetzen.

00:19:07: Und dann wird es eher noch mal disruptiv, weil ich glaube, mit dem Ansatz, den du beschrieben hast, können halt auch viele kleinere Kanzleien auf einmal Mandate machen, die vorher nur die Großen konnten.

00:19:19: Und das ist halt für die kleineren und mittleren Kanzleien, ist das eine riesen Chance.

00:19:24: Also, wenn ich heute Partner in einer mittelständischen Kanzlei wäre, würde ich sagen, hier, wir müssen da investieren und aggressiv in den Markt gehen, weil wir können den Großen echt die Projekte wegnehmen.

00:19:35: Ich mein, das ist absolut spannend.

00:19:38: Diese Sprachmodelle ist mittlerweile eine Commodity.

00:19:40: Es ist frei verfügbar, kriege ich für kleines Geld.

00:19:43: Und egal, welches Modell da gerade vorne liegt, übrigens die Make-Re-Boys, die lassen zum Beispiel Hintergrund zu drei, vier Modelle parallel laufen, um sich gegenseitig zu verprüfen.

00:19:52: Insofern bin ich bei dir.

00:19:54: Wenn ich diese Technologie relativ preiswert einkaufen kann, worauf kommt es dann noch an?

00:19:59: Was brauche ich dann noch?

00:20:01: Ich glaube, was ich sehe, ich brauche dieses Domainwissen.

00:20:04: Absolut.

00:20:05: Das wird mir keiner nehmen.

00:20:06: Klar, ich brauche die Daten.

00:20:08: Ohne Daten funktioniert es nicht.

00:20:10: Und dann brauche ich auch diese Prozessdenke.

00:20:12: Wie integriere ich eben das Ganze?

00:20:13: Und ja, der Rest ist vielleicht noch so ein bisschen, ich stelle es manchmal so salopp, eben auch Marketing.

00:20:18: Also, wie mache ich mich noch sichtbar da draußen in dieser Welt, wo quasi über alles so eine Art KI leerlegt?

00:20:24: Wie werde ich noch sichtbar?

00:20:25: Wie werde ich noch wahrgenommen?

00:20:26: Also, das würde ich zumindest so für meine Steuerwelt beschreiben.

00:20:29: Wobei ich schon finde, dass das im Liegelbereich ... ... das Domäne-Wissen schon nochmal extrem wichtig ist.

00:20:36: Also weil ... ... man ganz abgesehen von Thema Halluzination ... ... und das natürlich KI auch ein Review-Prozess ... ... diese Human in the Loop ... ... brauche, ... ... ist ja selbst ... ... selbst wenn ich ... ... selbst wenn ich so ein KI-Agent bau ... ... der bestimmte Task übernimmt, ... ... dann muss derjenige, der den baut und promptet ... ... und macht, der muss natürlich schon wissen, ... ... was da passiert.

00:20:59: Da finde ich ... Da wird es sicherlich noch Unterschiede geben, auch qualitative Unterschiede, weil ich kann, das sehen wir auch, wenn unsere Kunden Tools bauen mit KI, da kannst du zwischen Kunde A und Kunde B, die den gleichen Prozess automatisieren, weil mit unserem Tool kann das ein riesiger Unterschied sein von der Qualität vom Output, weil die einen halt deutlich mehr Effort in das Promting, in das Video, wie du schon sagst, da baust du halt noch eine Schleife ein, wo noch eine andere KI das verifiziert.

00:21:35: Und ich glaube, die Gefahr sehe ich eher, dass so ein bisschen der ein oder andere glaubt, mit so ein bisschen Promting ist es getan und ich kann jetzt hier alles mit KI anbieten.

00:21:47: So einfach ist es natürlich nicht.

00:21:49: Jetzt komme ich nochmal zurück zu meiner Eingangsfrage, um den Markt zu beleuchten.

00:21:54: Wenn wir sagen so, KI als Basissechnologie ist quasi eine Commodity für jeden verfügbar.

00:22:00: Das Domainwissen, das liegt ja per se in den Kanzleien, sei es als Rechtsanwälte oder Steuerberater, haben wir dann zukünftig noch Raum für so neue Unicorns in unserem Bereich.

00:22:09: Also wo bleibt das nächste Zylones oder das nächste Personio quasi im Legal Tech und Text Tech?

00:22:14: Wird es das überhaupt noch geben?

00:22:15: Wie siehst du das?

00:22:17: Ja, ich glaube schon.

00:22:18: Also weil es darum auch geht, diese Sprachmodelle.

00:22:22: ... in einer bestimmten Form einzusetzen.

00:22:26: Und da ist immer noch der große Unterschied, finde ich.

00:22:30: Und ich glaube, dass es die Unicorns gibt.

00:22:33: Ich würde sogar sagen, die Chance ... ... ist heute größer als jemals zuvor.

00:22:38: Weil es einfach die Akzeptanz auch da ist.

00:22:41: Ich habe Legal Tech jetzt mit nicht jetzt das Thema KI, ... ... weil wir haben vor fünf Jahren angefangen.

00:22:50: Weltenunterschied auch in der in der in der Offenheit.

00:22:53: Also ich sage immer, es gibt wahrscheinlich keine spannendere Zeit als Legal Tech oder Text Tech wahrscheinlich ähnlich.

00:23:00: Wobei ich glaube, Texte, ihr wart noch ein bisschen früher, fand ich, habe ich, hatte ich immer so das Gefühl.

00:23:05: Ja, so ein bisschen.

00:23:06: Ich glaube, die Diskussion ist alt, vielleicht auch immer so eine Ego-Frage, aber ja, irgendwo sind wir, glaube ich, fast gleich auf.

00:23:11: Und aber die Zeit ist jetzt, glaube ich, die beste, die beste überhaupt.

00:23:16: Und und das Coole ist halt, Das werden wir sich die großen Anbieter Microsoft Open AI und diese werden ja wie du schon sagst die Commodity der Large Language Modelle werden die anbieten.

00:23:27: Aber Microsoft wird nie ein Legal Tech Lösung anbieten das für die zu nie schick zu zu vertikal.

00:23:35: Die werden immer das sozusagen das One Size Fits All Modell haben und deswegen glaube ich ist das für so vertikale Lösungen die beste Zeit überhaupt.

00:23:46: Und ich meine, was natürlich auch so der Treiber ist, sind die Unternehmensdaten, also die nicht öffentlichen Daten.

00:23:51: Faktisch sind ja die großen Sprachmodelle alle mehr oder weniger austrainiert mit den öffentlichen Daten.

00:23:55: Also das Internet ist quasi abgesaugt.

00:23:57: Jetzt geht es an die Unternehmensdaten und ich glaube.

00:24:00: Wenn du es da schaffst, wirklich den Zugang, sag ich mal zu den Daten zu verschaffen, deine Modelle dahin gegen zu trainieren.

00:24:06: Da sind wir jetzt gerade dran, wir transformieren quasi Texte gerade von so einem nischigen WET Anbieter hin zu einer großen Finance und Accounting Plattform und da ist natürlich das alles Entscheidende.

00:24:17: dass wir möglichst schnell so viel Daten wie möglich bekommen, um unsere Sprachmodelle zu trainieren.

00:24:21: Und das ist, glaube ich, so die Herausforderung, die ich für mich, für uns persönlich gerade sehe.

00:24:26: Und ich würde mal behaupten, wenn ihr mit eurem Prozessansatz in die Kanzlei geht, ist es wahrscheinlich ähnlich.

00:24:32: Wie macht ihr, wenn ich mal eine Frage zurückstelle?

00:24:34: Ja, unbedingt.

00:24:35: Wie macht ihr das?

00:24:36: Weil das Thema Trainieren der Modelle ist ja durchaus sehr kostenintensiv.

00:24:40: Seid ihr dann, macht ihr ein echtes Trainieren oder ist es dann Feintuning, was ihr dann sozusagen ... ... basierend auf den Datenmacht.

00:24:48: Wahrscheinlich ist ein echtes Trainieren ... ... wahrscheinlich der Holy Grail, oder?

00:24:53: Ist es definitiv.

00:24:53: Natürlich nutzen wir euch im Hintergrund auch die großen Sprachmodelle ... ... und ja, es ist in der Tat ... ... irgendwas dazwischen, würde ich behaupten.

00:25:00: Also ... ... ich nenne dir mal ein Beispiel, als wir angefangen haben ... ... so mit fünfzigtausend Buchungsdatensätzen ... ... haben wir gemerkt, die Ergebnisse, die die Karide ausspurgt, ... ... die waren irgendwie so ... ... sechszig, siebzig Prozent genau, oder?

00:25:11: Also du denkst, okay, ihr kannst ja fast ... fast eine Münze werfen.

00:25:14: Ist das nicht so der Gewinn, bis wir dann gemerkt haben, ja gut, in den Trainingsdaten stecken eben schon Fehler drin.

00:25:20: Da fängt das Ganze schon an.

00:25:22: Wir dachten, wir werfen einmal da so fünfzigtausend Bungsdatansätze rein und dann wird das Ganze schon.

00:25:27: Das heißt, da musst du wirklich die Tief eingraben und schauen, was ist da wirklich korrekt und was eben nicht, dass wir daraus werfen.

00:25:33: Also es ist schon eine Menge Arbeit, definitiv.

00:25:35: Und ich würde sagen, so mit einem Batch von fünfzigtausend... extra neuen Rechnung merkst du schon, dass es sich langsam stetig nach vorne entwickelt.

00:25:42: Aber bei hundert Prozent sind wir ehrlicherweise auch noch nicht.

00:25:44: Ja, ja,

00:25:45: klar.

00:25:45: Und ich seh's wie du, ne?

00:25:46: Also aktuell, ich würde sagen, es ist mir schwer ein Zeitfenster zu sehen, aber in den nächsten zwei, drei, vier Jahre ist, glaube ich, der absolute Fokus auf dieses Co-Pilot-Thema.

00:25:54: Also die Menschen effizient dazu machen, dem easy unterstützt, oder?

00:25:59: Ja,

00:26:00: absolut.

00:26:01: Da sind diese klassischen Large Language Modellen mit den Chatbots, natürlich genau das richtige Tool.

00:26:06: Es ist einfach zu nutzen, jeder versteht es.

00:26:10: Aber ich glaube halt, dass das erst der Anfang ist.

00:26:12: Das ist sozusagen die lowest hanging fruit und ich sage, ich muss schon hinten kack die Ente.

00:26:21: Was sozusagen hinten rauskommt, dann an Automationen, Prozesse, Workflow.

00:26:26: Da spielt dann für die Wertschöpfungskette für das Unternehmen und die ganze Zeit die Musik.

00:26:32: Vielleicht letzte Frage zum Markt, dann würde ich gerne zu dir kommen.

00:26:36: Welche Hürde muss aus deiner Sicht das nächste Unicorn im Legal Tech Bereich überwinden?

00:26:43: Boah, ich weiß gar nicht, gibt es überhaupt ein richtiges Unicorn?

00:26:46: Aber da würdest

00:26:46: du nicht erwarten.

00:26:48: Das ist ja eh der Punkt.

00:26:49: So richtig Unicorn nimmt man ja auch nicht wahr.

00:26:50: Das ist ja der Punkt.

00:26:51: Ich frage mich auf warum.

00:26:52: Woran liegt das eben?

00:26:54: Ich brauche da ein bisschen rum jetzt.

00:26:55: In der Vergangenheit, meine ich, war es wirklich die Anzahl der Users, die Skalierbarkeit von einem Tool, die Akzeptanz großflächig.

00:27:07: Also dass ich einfach eine Durchdringung in dem Markt erreichen kann.

00:27:12: Das fängt jetzt an.

00:27:13: Also die Beispiele Harvey, Legora, Libra, die ganzen Chatbot basierten Tools, die sind auf dem Weg dahin.

00:27:22: Und ich glaube, das ist sozusagen die komplette Durchdringung, dass ich auch als kleine mittelständische Kanzlei mir da eine Subscription hole.

00:27:33: Die Frage ist halt mit dem Unicorn-Thema.

00:27:35: Und dann muss man auch ehrlich sein, wie groß ist denn der Legal?

00:27:39: Markt-Tech-Markt insgesamt.

00:27:41: Du hattest es vorhin gesagt, fünfzig bis hundert Milliarden, aber der Liegelbereich an sich ist in den Unternehmen jetzt nicht immer an dem Top der Wertschöpfungskette, sondern eher als Support-Dienstleistung drin.

00:28:00: Und das ist natürlich auch nochmal so ein bisschen, glaube ich, eine Hemmschwelle.

00:28:06: Aber was mich mal wirklich sehr, sehr gespannt, ob man einer der ganz großen Tech-Anbieter mal den Markt für sich entdeckt und damals sagt, wir machen jetzt nicht nur die Commodity der Large Language Modelle, sondern wir gehen jetzt wirklich ins Eingemachte sozusagen.

00:28:26: Aber was ich super spannend fand, OpenAI hatte eine... von einer einiger Zeit eine Developer-Konferenz und da haben die die Top-Dreißig.

00:28:36: Entwickler genannt, die die meisten Nutzungen von der AP haben.

00:28:42: Und da war ein Liegel-Tech unter den Top-Treißig.

00:28:44: Das fand ich schon ganz interessant.

00:28:47: Wahrscheinlich aus den USA und nicht aus Deutschland.

00:28:48: Genau.

00:28:49: Ja, das ist ein bisschen das Dilemma.

00:28:51: Und ich kann das für mein Text oder ein Anführungszeichen mein Textmarkt erinnert hat und das streichen.

00:28:57: Also, ja, es liegt, glaube ich, so an der Akzeptanz.

00:29:01: Wir haben im Steuerbereich so einen großen Player, so die Datef, das ist so die ... Das Backend oder das wirst du auch nicht wegkriegen.

00:29:08: Weil da werden seit Jahrzehnten steuerfach angestellte Steuerberater drauf geschult.

00:29:12: Die sind drauf gebrieft.

00:29:14: Das wird nicht weggehen.

00:29:15: Insofern ist so die spannende Frage, wo ist so deine Daseinsberechtigung links oder rechts daneben?

00:29:19: Oder quasi als KI-Lehrer on top auf der Date?

00:29:22: Ich glaub, wer das Problem löst, der kann der Tat aus meiner Sicht im Textwerk das nächste Unicorn werden.

00:29:27: Und ja, natürlich arbeiten wir dran.

00:29:31: Der Mensch.

00:29:33: Jetzt interessiert mich aber natürlich, das haben wir viel über den Markt gesprochen, deine persönliche Transformation.

00:29:37: Und wir beide haben so einen vergleichbaren Weg, ne?

00:29:40: Du bist Vorjurist, ich bin Steuerexperte und irgendwann haben wir dann angefangen, so Tech-Unternehmen zu gründen und die Frage ist, was macht das mit einem?

00:29:49: Ich kann mal kurz bei mir aus dem Nickhästchen plaudern, ich bin da auch, ich versuche es zumindest so offen wie möglich zu sein.

00:29:55: Du hast ja vorhin gesagt, es gibt so ... in deiner Welt Leute, die haben natürlich diesen Expert ... diese Experten DNA, die wollen alles hundertzehn Prozent korrekt machen.

00:30:04: Mit dem Ansatz bin ich auch sehr erst reingegangen und es ist mir komplett auf die Füße gefallen.

00:30:09: Also ich habe bei uns in der Firma so Exzellenzinitiativen ausgerichtet, wo ich gesagt habe, so unser Produkt muss bei hundertzehn Prozent sein, weil die Steuerberater da draußen, die warten auf dem Fehler von uns.

00:30:19: Wenn die hundert Prozent liefern, liefern wir hundertzehn Prozent.

00:30:22: Das kannst du mit einer Technologie nicht machen.

00:30:24: Das funktioniert nicht.

00:30:25: brennt alle aus damit.

00:30:27: Ja, das war so mein wichtigstes Learning, glaube ich.

00:30:29: Ja, also ähnlich.

00:30:30: Ich komme ja, wie gesagt, aus Großkanzleien und da ist natürlich dieser Exzellenzgedanke Fortliederschild.

00:30:39: Das wird einem da mit der Mutter ermöglicht, sozusagen eingeflöst.

00:30:45: Und das war wirklich mein... Für mich, das größte Learning in der Gründungsphase war wirklich, dass ich... zu lange gebraucht habe, um mir Feedback einzuholen von potenziellen Kunden.

00:30:59: Weil für mich aus der Kanzlei-Perspektive war ich immer klar, Moment mal, bevor ich jetzt zu Mandanten gehe und meine rechtliche Lösung präsentiere, muss ich mir natürlich sicher sein, dass sie stimmt.

00:31:11: Weil, also, welcher Anwalt geht schon zu Mandanten und sagt, also könnte so sein, vielleicht aber auch nicht.

00:31:17: Was hältst denn davon?

00:31:18: Und das ist ja, wenn du eine Technologie machst, ist ja das essentiell, diese Feedback schleifen zu machen.

00:31:25: Und ich kann auch offen sein, die Learnings haben wir hart erfahren müssen, mit drei Vierteljahr fast an einem Produkt zu arbeiten, was am Ende kein Mensch interessiert hat.

00:31:40: Also und das war wirklich dieses Thema, dass man zu sehr, wie du es beschrieben hast, diese Hundertzehn Prozent, das muss

00:31:48: super,

00:31:49: super, super detailliert, super perfekt sein.

00:31:51: Und dann gehe ich raus, dann bin ich oft zu spät.

00:31:55: Mir hat einmal ein Gründer mal gesagt, das war ein gutes Beispiel, der sagt, dass es mir hier passt, wenn du jemals mit einer Präsentation zu einem Kunden gehst für ein Feature, für ein Produkt und die Präsentation ist dir nicht ein bisschen peinlich, dann bist du zu spät.

00:32:10: Ja, also kann ich absolut unterstreichen.

00:32:13: Ich hatte teilweise auch das Gefühl, dass ich ... Dass wir Probleme gesucht haben und dann auch gelöst haben, mit wahnsinnig viel Aufwand, die wahrscheinlich neunundzehn Prozent der User gar nicht wahrgenommen haben.

00:32:22: Und das ist, glaube ich, so die größte Hürde.

00:32:25: Und irgendwann fingen wir dann aber an, genau das zu machen, was du gesagt hast.

00:32:28: Klar, so Kundenfeedback einzuholen und irgendwann habe ich es ja nicht mehr selber gemacht, dann haben wir so eine Produktabteilung dazwischen geschaltet, dann gab es wiederum in der Produktabteilung mit den Produktmanagern, Leute, die... Product Research gemacht haben, weil man das ja leerbuchmäßig so macht.

00:32:41: So baust du in entsprechender Abteilung auf.

00:32:43: Und irgendwann war der Punkt, wo ich dann dachte, Moment mal, was machen wir da eigentlich im Produkt?

00:32:48: Ich verstehe das nicht mehr.

00:32:49: Ich habe mich dann aber gar nicht mehr so richtig getraut nachzufragen, weil ich war nicht der Experte, immer noch der Roger, der Steuer macht.

00:32:57: Und wir haben da, sag ich mal, wirklich herausragende Experten eingestellt, aber ich habe es nicht mehr verstanden, was die gemacht haben.

00:33:02: Und dann war irgendwo der Punkt, wo ich den... den Kontakt zum Produkt verloren habe.

00:33:05: Und das war fatal.

00:33:07: Es war für mich auch überhaupt nicht einfach.

00:33:09: Ich hab mich da so ein bisschen wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt.

00:33:13: Und würde das nicht noch mal zulassen.

00:33:15: Seid ihr auch schon so weit oder bist du da sehr nah dran?

00:33:17: Ich

00:33:17: bin da sehr nah dran und das ist auch für mich essentiell.

00:33:23: Also wir haben jetzt gerade eher in dem Geschäftsführungsbereich jemand eingestellt, der das Thema Sales und Marketing verantwortet, weil ich will den Kontakt nicht zum Produkt verlieren.

00:33:33: Ich bin ja auch ein klassischer User, auch wenn ich jetzt schon lange raus bin aus einem klassischen Anwaltsgeschäft, aber ich bin ja auch ein potenzieller Kunde.

00:33:41: Ich bin sehr tech-affin, ein bisschen tech-nerdy, aber trotzdem Kunde und da finde ich ... will ich den Kontakt nicht verlieren.

00:33:50: Also ich teste auch noch neue Features.

00:33:55: Also ich würde mal behaupten, es gibt in neunzig Prozent der Features, die bei uns gelornt werden, habe ich vorher gesehen und getestet.

00:34:04: Wir sind jetzt noch nicht so groß.

00:34:06: Und auf den großen, die große Roadmap, natürlich läuft es sozusagen über mich, aber für mich ist es extrem wichtig, auch wenn jetzt unser UX... Die UX-Designer-Ränen zusammen mit dem Lead-Developer, das sozusagen bauen, die sind ja auch super.

00:34:22: Ich bin ja auch froh, dass ich die hab.

00:34:24: Aber trotzdem will ich dann nochmal das Challengen und dann auch nochmal aus meiner anwaltlichen Sicht das mal auch gegebenenfalls nochmal abändern.

00:34:36: Aber umgekehrt, und das finde ich auch wichtig, muss es aber auch funktionieren.

00:34:40: Also das, wenn ich jetzt sozusagen aus einem Gespräch mit einem Kunden komme und wir haben, da ist eine Feature-Idee entwickelt, dann will ich natürlich auch, dass der Entwickler aus seiner Perspektive das sehr kritisch hinterfragen kann, aber auch die UX-Designerin bei uns im Team, dass die ja sagt, aber das sieht doch irgendwie, für den User macht es doch nicht so viel Sinn.

00:35:04: Und das ist für mich wichtig, aber ich glaube ab einer gewissen Größe, also ist es auch... glaube ich echt schwierig.

00:35:12: Also wir können es noch, also ich kann es noch, weil wir sind jetzt zwölf Leute.

00:35:17: Das ist ein überschaubares Thema, aber auf einer gewissen Größe wird es, glaube ich, schwierig.

00:35:21: Es wird schwierig, klar.

00:35:22: Du stellst mehr Leute ein, und diese Leute wollen sich auch selber verwirklichen.

00:35:26: Das heißt, sie schaffen sich auch selber ihren Raum.

00:35:28: Wenn du dich manchmal fragst, warum Dinge immer langsamer werden, je größer du wirst, dann liegt es auch häufig daran.

00:35:33: Aber das manche auch gar nicht mit Fingerpointing auf die Leute, die ich da eingestellt habe, sondern das ist natürlich am Ende des Tages meine Verantwortung.

00:35:40: Das ist so der Grund.

00:35:41: Ich weiß noch, wie ich die ersten Jahre auf diesen Text-Tag-Bühnen stand und sagte, wenn wir ein Feature-Request haben, setzen wir das am nächsten Tag um.

00:35:48: Da stand ich da mit absolut geschwälter Brust vor den Leuten.

00:35:52: Da waren noch Leute von der Data für den Publikum, die dann nur dachten, krass.

00:35:56: Und jetzt merke ich, wie ich langsam selber in dieses Fahrwasser komme.

00:35:59: Das ist, glaube ich, so die große Challenge.

00:36:01: Ich hab mal vor kurzem ... Ein Satz oder ein Statement von dem Stripe Founder gelesen, der gesagt hat, wenn man dir als Founder, als CEO nicht irgendwo mal Micromanagement vorwirft, dann bist du zu weit weg vom Produkt.

00:36:14: Und das habe ich mir so ein bisschen mittlerweile auf die Fahne geschrieben.

00:36:18: Ich mache mittlerweile auch Vertrieb wieder.

00:36:20: Auch das ist nicht ganz einfach, wenn du vor so ein bisschen über den Ding schwebt ist.

00:36:23: Und dann setzt du dich jetzt in so eine Leif dem, ich weiß nicht wie ihr vertrieb macht bei uns, wenn wir machen so Leif dem, dass der Kunde Termin und dann stelle ich dir das vor.

00:36:31: Natürlich hast du mal mal Termine, da kommt derjenige nicht.

00:36:33: Warum auch immer, als vergessen oder keine Interesse mehr.

00:36:36: Das macht was mit einer, sitzt da so als Geschäftsführer, als Fauna und dann kommt der einfach nicht.

00:36:41: Okay, krass.

00:36:42: Ja, kenn ich, kenn ich, kenn ich.

00:36:44: Also die Live-Demos mache ich auch weitestgehend alle selbst.

00:36:49: Cool.

00:36:50: Versuchst zumindest gerade.

00:36:52: Und das ist auch ganz spannend in unserem Setup.

00:36:55: Also meine Co-Geschäftsführerin, die Maria, die hat keinen juristischen Hintergrund, hat aber schon in einem anderen Legal Tech gearbeitet und hat auch schon in der Kanzlei gearbeitet.

00:37:05: und hatten Betriebswirtschaftlichen Hintergrund.

00:37:09: Und die Ergänzung ist natürlich fantastisch, ne?

00:37:11: Also weil es gibt natürlich immer noch, weil wir mit Kanzleien sprechen, hilft es natürlich, wenn sozusagen der ehemalige Partner mit im Call ist, also ich, der sozusagen weiß, okay, ich war in deinen Schuhen, ich weiß, wie es bei euch tickt.

00:37:27: Aber du hast noch jemanden, der ... der aus der betriebswirtschaftlichen Sicht kommt und so haben wir so einen sweet spot gefunden, dass wir auch je nachdem was für ein kunde wir kriegen das eigentlich auch ganz ganz gut abbilden können.

00:37:41: Ich finde auch die mit den demos mein lernt halt auch echt viel.

00:37:46: Also deswegen das finde ich auch nochmal.

00:37:49: Ah, nochmal wichtig, ja.

00:37:50: Ja, absolut.

00:37:51: Also ich gehe da auch fast jedes Mal raus, mit so einer neuen Feature-Liste dann, die natürlich wieder versucht hat, den Entwickler durchzudrücken, die sagen, Moment mal, Roger, wie priorisieren wir das denn jetzt?

00:38:01: Genau, genau, genau, genau.

00:38:03: Die Diskussion haben wir auch und dann kriege ich dann immer zu einem, ja, dann müssen wir die Priorisieren halt, die Priorisierungen ändern und ich sage, ja, aber können wir das nicht irgendwie zwischen, nein, können wir nicht irgendwie zwischen reinschieben, ja.

00:38:14: Das ist glaube ich normal.

00:38:16: Aber... Ich glaub, es braucht halt ... Gott, wenn mein Team das hört, die werden mich ärtern und fehlen.

00:38:23: Ich glaub, es braucht halt regelmäßig so ein gewisses ... Ich sag das mal zu meinem Co-Found, so ein gewisses Counter-V-Chaos, dass du einfach reinkommst und Dinge da fragst und einfach mal machst und sicherlich auch mal die Leute so ein bisschen für die Nase stößt, weil sie sich schon in ihren Prozessen so eingefunden haben.

00:38:40: Einfach Bewegung reinbringen.

00:38:42: Ich mein, nicht so Trump-artig, der dieser Elefant durch den ... Weltladen, die Diplomatie gerade läuft, das nicht, aber war schon so ein bisschen, immer dieses Energie reinbringen.

00:38:51: Ich glaube, das ist wichtig.

00:38:52: Ja, total.

00:38:53: Und wenn du das auf eine respektvolle Art machst, also ich habe auch mit unserem Lead-Developer auch Diskussionen manchmal, wo ich sozusagen Vorschlage habe, das könnte man noch anders lösen.

00:39:09: Ich habe keine Ahnung von Programmieren.

00:39:11: Aber er selbst gibt mir auch das Feedback zurück, dass ihm das schon Auch hilft, da auch mal ge-challenged zu werden.

00:39:18: Und manchmal ist es auch so, wir haben unser Lead-Developer sehr, sehr genau.

00:39:24: Und manchmal hilft dem auch einfach, wenn ich sage, hier, das vielleicht jetzt nicht so, also wenn das jetzt nicht passiert, geht jetzt die Welt auch nicht unter.

00:39:31: Da wird das Produkt nicht schlechter, weil es fällt eh keinem auf, jetzt mal übertrieben gesagt.

00:39:36: Und dann hilft es auch auf der Entwicklerseite, das vielleicht so ein bisschen einfacher zu gestalten.

00:39:41: Aber dieser Austausch, muss da sein.

00:39:44: und am Ende, das finde ich immer lustig, weil... Ich wurde am Anfang immer gefragt, was für meine Rolle ist.

00:39:49: Und da habe ich am Anfang immer gesagt, na, ich bin so ein bisschen der Übersetzer von der Legal-Welt, des Tech-Welt und so.

00:39:55: Die Realität ist aber, dass zumindest Anwälte und Entwickler eigentlich, ich meine, beide denken extrem logisch, strukturiert.

00:40:04: Mich wundert, dass es da eigentlich ein Übersetzer bedarf.

00:40:07: Ja, fairer Punkt.

00:40:09: Bei uns hat's das in der Tat gebraucht.

00:40:11: Wir haben Texto zu dritt gegründet, wir hatten Tech-Experten dabei.

00:40:14: Klar, ich war so der Steuerdud, bin's immer noch.

00:40:17: Und dann gibt's halt Christian, der hat quasi in der Tat in mir zwischen uns übersetzt.

00:40:22: Also hätte ich damals direkt mit meinem Tech-Co-Founder geredet.

00:40:25: Ich glaube, das wär nix geworden.

00:40:27: Also... Ich kann dir auch gar nicht sagen, wo Urandas liegt, ob das vielleicht nur, sag ich mal, dieses Fachwissen war, was mir dann fehlte und ihm dann fehlte.

00:40:37: Und es wirklich so ein Dolmetscher brauchte oder ob das vielleicht noch so ein bisschen, jetzt kommen wir schon auf diese psychologische Ebene.

00:40:42: Ich komme mit aus der Steuerwelt und wenn einer was sagt, gerade so ein Partner oder so ein Leiter steuern, der ich ja auch war, dann wird das gemacht.

00:40:50: Und dann wird sich da nicht auch eine Diskussion einlassen.

00:40:52: Das hat mich jedes Mal ganz schön mitgenommen.

00:40:54: Ich weiß nicht, wie es dir ging.

00:40:55: Ja, das stimmt schon.

00:40:59: Aber da haben wir von Anfang an eine superoffene Kultur gehabt, dass wir gesagt haben, hier gibt es nichts, was nicht gechallengedrückt werden kann.

00:41:10: Wenn ich mit großen Augen aus dem Demokall komme, in meiner Featureliste und davon überzeugt bin, das ist der Weg zur Weltherrschaft und das Feature und dann ist die... Unicorns sicher.

00:41:26: Dann habe ich auch immer gesagt, ich kann noch so enthousiastisch sein.

00:41:31: Jeder hat das Recht zu sagen hier Pascal.

00:41:34: Warte mal kurz.

00:41:35: Ich glaube, das ist Bullshit, weil Punkt eins, zwei, drei, vier.

00:41:39: Und das war manchmal auch auch ein bisschen hart.

00:41:42: Aber das funktioniert ganz gut.

00:41:46: Und die Kultur funktioniert intern auch unter den Entwicklern auch manchmal wirklich fundamentale Diskussionen, wo die dann zum Beispiel dann auch mich dann involvieren und sagen, entscheide du.

00:42:02: Ich sage, Entschuldigung, also ich habe von dem, was ihr mir jetzt erklärt habt, habe mich achtzig Prozent gar nicht verstanden.

00:42:09: Aber ich finde es cool, dass er diese Streitkultur hat auf einer professionellen Art, dass man sagt, okay, das ist mein Standpunkt.

00:42:16: Es hat einen Grund, warum ich das so machen will.

00:42:19: Und das ist super.

00:42:20: Und auch da bei den Entwicklern, das ist Lead Developer und sozusagen auch eine gewisse Art von vorgesetzten Verhältnissen ist.

00:42:28: Aber die machen das genauso.

00:42:30: Und das finde ich extrem wichtig.

00:42:33: Ich muss noch mal einen Punkt einhaken, wo du gerade so Beidolfi erwähnt hast, wo quasi der Developer zu dir sagt, entscheide du und du sagst, Moment mal, ich bereiche dieses Fachwissen.

00:42:43: Das war für mich, glaube ich, so die größte Challenge.

00:42:45: Ich habe es ja vorhin schon gesagt.

00:42:46: Du kommst halt in den Erwachsenen daneben rein, wo du für jedes Thema irgendwie nachher am Ende des Tages einen Experten hast, diskutierst mit denen über die Themen und dann sagen die, entscheide du mal und du denkst ja, fuck du bist auf der Ebene irgendwo ein Deletant, ne?

00:42:57: Also das war für mich, glaub ich, so die Größe herausfordernd da irgendwie auf so'n... Ja, ein Framework zu finden, damit umzugehen.

00:43:05: Also auch nicht den Anspruch zu haben, das hundertprozentfachlich zu verstehen.

00:43:08: Ja, da, ich glaube, da hilft mir meine anwaltliche Ausbildung so ein bisschen, weil was ich in dem Fall einfach nur gemacht habe, ist mir die Argumente von beiden Seiten angehört, die natürlich gedreht dem anderen gegeben und sagt, was spricht da dagegen?

00:43:22: und am Ende haben die eigentlich nur moderiert.

00:43:25: durch mich weiter miteinander diskutiert.

00:43:27: Inhaltlich konnte ich da nichts dazu beitragen.

00:43:30: Ehrlich muss man da sein.

00:43:31: Aber das habe ich als Anwalt gelernt.

00:43:35: Wenn du in irgendwelchen Verhandlungen bist, machst du ja oftmals genau das.

00:43:39: Du spiegelst die Argumente des anderen, versuchst das irgendwie neu zu verarbeiten.

00:43:44: Und so finde ich, geht das immer ganz gut.

00:43:47: Spannend.

00:43:48: Da haben wir glaube ich einen großen Unterschied zwischen Jura und... und steuerrecht, weil im steuerrecht da gibt es irgendwo am endes tag ist irgendwo nur eine wahrheit und die versucht man dann quasi irgendwo durchzukämpfen sei es sage ich mal unternehmensintern oder halt finanzarm gegen steuerkanzlei.

00:44:03: und

00:44:04: zwei anwälte vier meinungen

00:44:05: ja absolut und das ist sicherlich das trage ich immer noch in mir rum ich will am endes tag ist immer irgendwo recht behalten.

00:44:12: das ist manchmal nicht unbedingt zielführend das muss ich ehrlich sagen

00:44:18: das habe ich.

00:44:20: Ich freue mich, wenn das Ganze sozusagen je mehr es ohne mich läuft, das so freudiger bin ich.

00:44:28: Manchmal hat man natürlich immer das Gefühl, ohne mich läuft gar nix, was natürlich nicht stimmt.

00:44:33: Das ist ja ein reines subjektives Gefühl.

00:44:36: Aber ich finde das schon extrem wichtig.

00:44:40: Du hast ja gesagt, was du auch vorhin gesagt hast, du stellst Leute ein, die wollen ihre eigenen Space und ihre eigene Verantwortung.

00:44:46: Das will ich ja auch.

00:44:47: Also ich finde das Thema Ownership ist für mich... in der Firma das mit des Entscheidendste.

00:44:54: Die Kolleginnen und Kollegen müssen das, was sie tun, onen und verteidigen.

00:45:00: Und was ich wirklich hasse, und da kann ich auch manchmal, dann kann ich auch bissig werden, ist, wenn wir irgendjemand was hinrotzt und sagt, zur Hauptsache, es ist fertig und ich dann frage, okay, wenn das dein Unternehmen wäre, würdest du das so machen?

00:45:16: Ja, nee.

00:45:17: auch nicht bei meinem.

00:45:18: Also das ist so ein bisschen dieses Thema Ownership, finde ich extrem wichtig.

00:45:24: Ja, also ich habe einen ähnlichen Trigger Point, wo ich da manchmal so tief durchatmen muss und vielleicht bevor abgeschoben, ich bin kein Fan von so mehrstündigen Meetings.

00:45:34: Ich sag mal so ab einer Stunde bitte laden mich kein Meeting ein, was länger als eine Stunde geht, weil bin ich irgendwann durch und bin ich dann aber so... über gewisse Projekte, über gewisse Vorhabenrede.

00:45:43: und dann heißt es Jarujé, dann müssen wir erst mal noch einen Kick aufmachen, dann müssen wir den erladen, den erladen, den erladen.

00:45:48: Und dann brauchen wir noch mal einen Projektplan, wo ich sage, Leute, lass doch erst mal den ersten Schritt diskutieren.

00:45:52: Also, da bin ich dann nicht so perfektionistisch und ich habe halt gelernt, also irgendwo muss jemand sein, der den ersten Schritt macht und wir dürfen uns nicht so in so einer Meetingkultur verlieren.

00:46:04: Wir hatten mal eine Zeit lang bei uns in der Firma.

00:46:06: gefühlt war.

00:46:07: Mein Kalender ging von Meeting zu Meeting und der Leute auch.

00:46:10: Wann habe ich mich gefragt, woran arbeiten wir eigentlich noch außer an Meetings?

00:46:16: Ja, das war uns nicht ganz so schlimm, aber wir haben auch manchmal Tage, wo ich dann auch dann nachmittags nochmal einen kurzen Call mit meinem CTO oder mit dem Lead-Developer habe.

00:46:27: und dann mal frag ich hier, wie steht es mit dem Team?

00:46:29: und der Lead-Developer sagt, ja gut, ich würde es dann jetzt mal anfangen, mal ein bisschen was zu arbeiten um sechzehn Uhr.

00:46:35: Weil davor war halt alles irgendwelche Calls, die halt umgesetzt werden müssen.

00:46:40: Aber die Realität war, die war ja in der Kanzlei genauso.

00:46:43: Also ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich associate bei Clifford Chans war, da gab es Phasen, wenn dann sozusagen die Mandanten weniger angerufen haben, so ab neunzehn Uhr, da hat man angefangen.

00:46:58: zu arbeiten.

00:46:59: Also, dann irgendwelche Gutachten geschrieben, wo dann wirklich Zeit hatte, mal zwei, drei Stunden sich um was zu kümmern.

00:47:07: Ja, das ist natürlich immer so.

00:47:09: Mittlerweile gibt es ja sogar Unis und mittlerweile wird ja sogar an den Schulen.

00:47:12: Ich sehe es gerade beim, ich hab vier Kids und bei meinen Ältesten wird sogar Gründertun Entrepreneurship an der Schule sogar als Unterrichtsfach eingeführt.

00:47:20: Cool.

00:47:21: Ja, aber manchmal frage ich mich da auch.

00:47:23: Mein zweiter Ältester hatte gerade so ein Carrier Day und da hat sich eine Uni vorgestellt.

00:47:27: Die bieten so einen Bachelor an, da bist du an jedem Semester, bist du in einem anderen Staat, fängst in Dubai an, gehst weiter nach Ghana, dann geht's in den USA, wo du jeden Semester den Markt kennenlernst und dann dann mit Gründern redest, wo ich manchmal auch frage, bitte dieses Gründerbild, was wir auch, sag ich mal, jeden Tag durchleben, bitte das nicht irgendwie verklärt zu einem Abenteuer irgendwie dargestellt?

00:47:50: Ja, ja, aber weißt du, am Ende ist es Abenteuer.

00:47:56: Ja, absolut.

00:47:57: Und die Frage ist halt nur, ist es ein glorifiziertes Abenteuer?

00:48:04: Oder ist halt in einem Abenteuer, da geht ja halt auch mal der Arsch auf Grundeis.

00:48:08: Und das ist die Realität.

00:48:10: Also ich finde auch, es ist überhaupt keine Schande, wenn jemand sagt gründen, geh mir weg damit.

00:48:18: Weil das ist was, was mich auch schon gechallengt hat.

00:48:22: Weil du kommst aus so einer Anwalz... Großkanzlei-Welt.

00:48:26: Ich meine, da weißt du im Zweifel schon jeden Tag, was die nächsten vier Wochen passiert.

00:48:33: Vielleicht von den Mandaten nicht unbedingt, aber der Alltag ist relativ klar, du hast einen Experten für jedes.

00:48:38: Das machen wir jetzt nichts vor.

00:48:41: Als Partner einer Großkanzlei ist mein unternehmerisches Risiko ist Gen Null.

00:48:46: Das muss meine ehemaligen Kollegen, wenn jetzt wahrscheinlich die Hände über den Kopf zusammenschlagen, aber es ist so.

00:48:55: Und als Gründer bist du halt komplett dafür verantwortlich und man lebt diesen Rollercoaster halt komplett durch.

00:49:03: Und das ist das einzige, was mich extrem gechallengt hat, ist diese, dass du Ich sag's immer morgens, denke ich, die Weltherrschaft.

00:49:14: Ja.

00:49:14: Das ist total genial.

00:49:16: Das Produkt ist genau, wir sind jetzt, ist genau der richtige Zeitpunkt.

00:49:21: Eich muss nur sitzen bleiben und warten.

00:49:24: Und wirklich, dreißig Minuten später fangen die Zweifel an.

00:49:27: Sind wir, machen wir es richtig?

00:49:30: Was machen unsere Mitbewerber?

00:49:33: In unserem Fall immer meine Frage.

00:49:35: Wir haben uns bewusst entschieden, über das Bootstrap zu machen.

00:49:40: Sag ich, hm, was machen wir bei der Mitbewerber?

00:49:43: Die haben halt ordentliches Funding bekommen.

00:49:44: Du kennst schon

00:49:45: mal Fumo dann, ne?

00:49:45: Genau, genau.

00:49:48: Und das ist schon eine Challenge, damit muss man umgehen.

00:49:55: Und das ist nicht so einfach.

00:49:56: Was hilft dir dabei?

00:49:57: Also ich kenn das ja, jeden Tag wie so eine Sino-Sprobe ist mir nicht fremd.

00:50:00: Was hilft dir?

00:50:00: Also ich hab, wenn du mich vor vier Jahren gefragt hättest, hätt ich nur mit den Augen gerollt, aber ich hab wirklich angefangen zu meditieren.

00:50:11: Und das hilft mir total.

00:50:13: Also das ist wirklich so ein... So eine, ich kann das auch fünfzehn Minuten machen zwischen Meetings und kann mein Mind eigentlich da wie so ein bisschen resetten und einfach positiv konditionieren.

00:50:28: Am Ende geht es darum, weil diese Unsicherheit, hören wir mal ehrlich ist, diese Unsicherheit, dass jetzt irgendwas Schlechtes passiert, dass mal diese FOMO, das sind ja einfach nur Ängste.

00:50:38: Ängste

00:50:38: für die Zukunft.

00:50:40: Die Zukunft weißt ihr aber eh nicht.

00:50:43: Die kommt wie sie kommt und du kannst natürlich im Hier und Jetzt beeinflussen.

00:50:48: Nur im Hier und Jetzt mit Angst da zu sitzen hilft ihr natürlich sicherlich nicht für einen möglichen Erfolg in der Zukunft.

00:50:56: Angst kann so ein gewisser Treiber sein, viel zu arbeiten und nichts zu vergessen und so, aber in the long run funktioniert es nicht.

00:51:07: Und über die Meditation versuche ich mich, und klappt natürlich auch nicht immer, muss man auch realistisch sein, aber versuche ich mich halt wirklich auf das hier und jetzt zu konzentrieren, was will ich jetzt machen?

00:51:17: und der Rest kommt dann schon von alleine.

00:51:20: Also, ich glaube, wichtig ist, dieses Gedankenkreis einmal aufzuhalten, oder?

00:51:24: Genau, so eine

00:51:26: Negativspirale, die dann

00:51:27: losgeht.

00:51:28: Oder du fängst halt an, die im Kopf so Zehntausend-Szenarien irgendwie zurechtzubauen, die wahrscheinlich eh nicht eintreten werden.

00:51:34: Aber wie du sagst, keiner kann die Zukunft gucken, weder der beste Investor noch der beste Fauna, oder?

00:51:40: Genau,

00:51:40: und da ist natürlich meine Generation, wir sind ja bekannt dafür, dieses Szenariendenker zu sein.

00:51:46: Wenn du das kennst, das wahrscheinlich auch.

00:51:48: Und das so denke ich auch viel.

00:51:50: Best Worst Case, Mid Case, Szenario.

00:51:53: Was passiert, wenn das jetzt passiert?

00:51:55: Was ist das Schlimmste, was uns passieren kann?

00:51:57: Was ist das Beste, was uns passieren kann?

00:52:00: Bis zu einem gewissen Grad hat mir das auch geholfen, dieses Worst Case-Szenario, so ein bisschen die Angst da zu nehmen, zu sagen, okay, was ist denn das Worst Case-Szenario?

00:52:12: In meinem Fall ist, dass mit der Company klappt halt nicht.

00:52:16: Und dann habe ich ja wieder das Anwalt.

00:52:19: So

00:52:20: what?

00:52:20: Also ich meine, das geht natürlich auch.

00:52:23: Aber du beschäftigst dich ja trotzdem mit negativen Szenarien und das versuche ich eigentlich weitestgehend zu verhindern und da hilft das mit dem Meditieren eigentlich super cool.

00:52:35: Und wichtig ist halt auch, da geht es jetzt nicht um einfach nur positives Denken, weil das kann natürlich auch zu einem Problem führen, dass man auch Probleme und Challenges einfach nicht angeht, wenn man sagt, es wird schon gut gehen, es wird schon gut gehen.

00:52:51: In die Falle darf man natürlich nicht tappen.

00:52:54: Aber darum geht's nicht, sondern einfach, wie du schon sagst, diese Gedankenspirale des Karussell, da ein bisschen zu unterbrechen, ne?

00:53:02: Ja, absolut.

00:53:03: Und ich meine, ich hab das Glück mit meinem Co-Founder, der tickt wirklich so, ne?

00:53:07: Also, der macht wirklich diese Szenarienanalysen, wo ich dann manchmal sage, ja gut, okay, ja, mir ist bewusst, wir brauchen die, aber Christian, du weißt auch, wenn ... Irgendwas jetzt eintritt, wird man sich irgendwo dann doch, die nächste, manchmal mal so ein bisschen durchwurschteln dann halt.

00:53:21: Irgendwann, du machst es dann einfach und du wirst dann wahrscheinlich nicht dieses Szenario-Analysier jetzt aus der Schublade holen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.

00:53:27: Aber ich bin natürlich vollkommen bei dir.

00:53:29: Du brauchst beides, glaube ich.

00:53:30: Das ist, glaube ich, wichtig und du brauchst doch irgendwo ein inneres Gleichgewicht dann auch.

00:53:33: Total zerreißst dich.

00:53:34: Es ist witzig, weil du, mein Co-Foundar ist auch das Lustige, weil ich bin aus der ganzen Leihwelt.

00:53:40: Wenn ein Problem kommt, will ich immer... Aktion.

00:53:42: Also für mich ist das Thema Aktion, wie lösen wir das für das Problem.

00:53:46: So wurde ich konditioniert.

00:53:49: Und Olaf, mein Co-Founder, es bewunder ich wirklich bei ihm, wenn da wirklich ein Challenges ein Problem ist, der wird auf einmal dramatisch ruhiger.

00:53:58: Zumindest nach außen.

00:53:59: Ich weiß natürlich in ihm Brudels auf.

00:54:01: Aber nach außen wird er total ruhig, entspannt und fokussiert.

00:54:08: Und das färbt natürlich auf die anderen ab, also auf die anderen Entwickler.

00:54:12: Und da ist er in so Krisensituationen, ist er da schon so ein Fels in der Brandung, der, und ich weiß, ich kenne ihn lange genug, ich weiß in ihm Brodels auch.

00:54:22: Und es stresst ihn auch.

00:54:24: Aber er hat dann so eine ruhige Art und sagt, okay, lass jetzt einfach das Problem lösen.

00:54:30: Das sind die Schritte.

00:54:31: Und dann geht auch komplett die Emotionalität raus.

00:54:35: Also das versuche ich mir mal ein bisschen abzugucken.

00:54:37: Das ist wichtig, dass man das weiß, dass es in ihm brodelt, weil ... Zwischen Christian und mir ist es ähnlich.

00:54:42: Christian ist halt so der Extrovertierte.

00:54:43: Ich bin eher so der Introvertierte.

00:54:44: Und genau, wenn es dann problematisch wird, dann werde ich auch ganz in mich gekehrt.

00:54:49: Fokussier mich nach innen, was natürlich den Gegenüber deinen Triggering kam.

00:54:52: Weil er sagt, wir müssen auch jetzt was machen.

00:54:53: Wir müssen jetzt sofort loslegen.

00:54:55: Und dann sitzt du ganz ruhig da und wächst so stoisch.

00:54:57: Es ist aber gut, dass du es dann weißt.

00:54:59: Ja,

00:54:59: aber da muss ich auch erst hinkommen.

00:55:01: Wir hatten am Anfang auch genau in den Situationen in ein oder anderen Clash miteinander.

00:55:08: Und wir wissen natürlich auch, wie der andere den anderen triggern kann.

00:55:13: Also das ist ja, man kennt sich so gut, aber ich glaube, das haben wir über die Zeit echt sehr, sehr gut hingekriegt, um halt auch die Akzeptanz zu haben, dass ich weiß, er wird ruhig und das ist ja auch ein Asset, dass er ruhig wird.

00:55:25: Und die anfängliche, meine anfängliche Interpretation, da passiert nichts oder da passiert zu wenig.

00:55:31: für meinen Gefühl, das ist natürlich falsch und eine reine subjektive Empfindung von mir.

00:55:38: Aber das haben wir ganz gut hingekriegt, glaube ich.

00:55:40: Das Dilemma.

00:55:42: Passt geil.

00:55:42: Ich hatte das große Privileg, dass ich mir Gäste einladen kann, mit dem ich so aus meiner Sicht so gerade aktuelle Herausforderungen besprechen darf vor denen stehe.

00:55:52: Das ist wie dieses klassische Dilemma.

00:55:54: Und bei uns ist es gerade so, du hast es vorhin so im Nebensatz angesprochen, dass du als ... ... als Tech-Anbieter dazu hinkommen muss, ... ... Prozesse hundert Prozent end-to-end-to-own, ... ... sonst fährt es gegen die Wand.

00:56:05: Und genau aus dieser Welt komme ich, ... ... wir haben vor einigen Jahren mal ... ... so ein Buchhaltungslösung angeboten, ... ... die wir dann in die Steuerkanzleien ... ... reingeworfen haben, ... ... und gesagt haben, nutzt das doch.

00:56:15: Da war die Akzeptanz mal so ... ... mittelgut, ... ... dann habe ich angefangen, ... ... richtig viel Kohle so in der ... ... Abelmann-Workshops zu bekommen.

00:56:22: Abgesucht, die Leute in den Kanzlei weiterzubilden.

00:56:24: So, das hat dann so punktuell mal kurz ein Pieck gegeben, da Akzeptanz und dann ist es wieder so abgeflacht.

00:56:29: Und jetzt haben wir vor ein paar Monaten, haben wir ein Unternehmen aquiriert, was genau das macht, die Buchhaltung wirklich hundert Prozent jetzt zu übernehmen für Kanzleien.

00:56:38: Jetzt sind wir aber an einem Punkt, wo die natürlich sagen, Moment mal, jetzt nehmt ihr uns die Buchhaltung weg.

00:56:42: Das ist ein Großteil der Wertschöpfung bei uns in der Kanzlei.

00:56:46: Und ich dann aber sage, gut, das machen wir jetzt, aber stellt euch mal vor, in drei, vier Jahren.

00:56:51: wird's aufgrund KI, aufgrund der Entwicklung dieses Thema vermutlich eh nicht mehr in der Breite geben.

00:56:56: Sprich, wir sind jetzt in der Phase, wo wir aus, aus Partnern werden jetzt teilweise auch, ich will nicht sagen Wettbewerber, aber wir ziehen uns aus dieser ehemaligen, partnerschaftlichen Ebene zurück und sagen dann, das hast du ja vorhin auch gesagt, ihr könntet euch jetzt auf Themen fokussieren, die komplett in euer DNA liegen.

00:57:10: Beratung, wir geben euch die Daten und ihr könnt jetzt beraten.

00:57:15: Aber du bist ja, wenn du das machst, bist du ja auch dabei, die Leute so ein bisschen so.

00:57:19: zu transformieren, quasi aus deiner Sicht.

00:57:22: Und natürlich wären die sich dagegen.

00:57:23: Das ist ein gewisses Dilemma, vor dem ich in der Tat gerade stehe und mich fragen habe, wie bring ich da Momentum rein?

00:57:32: Das ist der heilige Gral, glaube ich.

00:57:35: Ja, absolut.

00:57:35: Deswegen besprech das mit dir.

00:57:39: Also es gibt ja... Ich weiß nicht, ob The Love Diffusion in Innovation, dass diese Normalverteilung die Unterscheide, die Leute nach Risk-Taker, Early Adopter, dann die First Mover, dann die Follower und dann die Lackards hinten raus, die noch nicht mal mehr vom Internet überzeugt sind, dass sich das durchsetzt.

00:58:03: Und ich glaube, es klingt immer so ein bisschen einfach, aber ich glaube, man kann es wirklich so runterbrechen.

00:58:11: Ich muss... Wenn ich jetzt in der Kanzlei bin und diese Transformationen anstoßen will, muss ich in der Kanzlei mit die Early Adopters suchen.

00:58:22: Und die werden die First Mover inspirieren.

00:58:26: Und wenn die First Mover dann auch inspiriert sind, dann kommen dann die Second Mover, die Follower.

00:58:34: Und so hast du dann so eine Welle, die du da anstohst.

00:58:37: Ich vergleiche das immer bei einer Kanzlei, ich sage jetzt nicht den.

00:58:41: Den Namen der Kanzlei.

00:58:44: Da ging es um das Thema Nutzung von LinkedIn für Mandanten-Aquise, wo eigentlich die Kanzlei gesagt hat, so, liebe Partner, wäre ganz schön, wenn ihr einen LinkedIn-Account hättet.

00:58:54: Da gab es viele Partner, die gesagt haben, was ist das für ein Quatsch?

00:58:56: Also, brauche ich nicht, ist das Social Media?

00:59:00: Bis

00:59:02: und... Da waren ein, zwei junge Partner, die das einfach Bock drauf hatten und sagen, hier finde ich cool, lass uns mal machen, dass dann mit dem Business Development und Marketing was echt cooles gemacht haben und hatten auf einmal zwei Mandanten akquiriert, nur über LinkedIn-Posts.

00:59:17: Ja, dann stand wahrscheinlich plötzlich die im Rampenleicht und die alten Mandanten

00:59:20: sagten, okay.

00:59:21: Ja, ja, klar.

00:59:22: Und auf einmal kam dann die First Over, oh, interessant, wir haben dir das gemacht.

00:59:26: Das geht ja, also das ist ja interessant.

00:59:28: Und so.

00:59:31: Das Interessante ist ja, die Early Adopter oder die Risk-Taker am Anfang, die wussten ja auch nicht, ob es funktioniert.

00:59:40: Und die musst du in der Organisation identifizieren.

00:59:43: Die versuchen wir auch zu identifizieren, wenn wir mit Kanzleien oder Rechtsabteilungen sprechen.

00:59:48: Weil das sind idealerweise unsere Ansprüche, unsere Ambassadors sozusagen für das Thema Innovation.

00:59:56: Aber umgekehrt, das sage ich auch immer zu den Kanzleien, umgekehrt müsst ihr es natürlich auch so machen.

01:00:01: mit euren Mandanten.

01:00:02: Ihr müsst jetzt mit einer innovativen Legal Tech-Lösung, die Mandanten-Facing ist, nicht versuchen, von Anfang an das an den gesamten Markt auszurollen.

01:00:14: Der Aufwand ist zu groß, ihr werdet so viel Skepsis ernten, wie du sagst, jeder wartet doch drauf, dass da irgendein Fehler passiert.

01:00:22: Und dann wird es begraben.

01:00:24: Du musst dir zwei, drei Mandanten suchen, wo du weißt.

01:00:28: Das sind die, die finden sowas cool.

01:00:31: Das ist der Head of Legal oder wer auch immer bei den Mandanten sitzt.

01:00:35: Der ist ein bisschen innovativ, findet sowas spannend und der verzeiht auch dann die Fehler, weil er ein Risk Taker und Early Adopter ist und einfach den Vorsprung haben will für seinen Mitbewerbern.

01:00:49: Und mit den Success Stories kann man da einfach weitergehen.

01:00:51: Ich glaube, das ist der größte Schlüssel und Ich kann jedem nur raten, versuchts erst gar nicht, die Masse zu überzeugen.

01:01:02: Ja.

01:01:02: Du hast ja auch gerade beschrieben, das ist ja quasi so ein doppeltes Dilemma.

01:01:05: Du musst, sag ich mal, die Leute... ... in der Kanzlei überzeugen und da müssen die noch ihre Mandanten überzeugen.

01:01:11: Genau.

01:01:11: Weil ich meine am Ende des Tages ist es ja der Mandant, der den Spaß zahlt, der vielleicht auch das Tool irgendwo im Weder ... ... sehr sichtbar oder auch indirekt eben nutzt und die musst du dir auch noch überzeugen.

01:01:20: Und wenn der in der Kanzlei nicht überzeugt ist, wie soll der in den Mandanten abholen?

01:01:23: Ganz genau.

01:01:24: Also da habe ich schon so viel, so viel, sagen wir mal Marketing-Budget verbrannt damit und ... ... insofern wäre meine letzte Frage an dem Punkt, wie identifizierst du die Leute?

01:01:33: Machst du das indem du ja selber auch Vertrieb machst und das spürst, merkst oder wie?

01:01:37: Ja, das ist, wir hatten letzten Webinar, da hat das genau jemand gefragt, wie identifizierst du die Leute, die diese Early Adopter sind?

01:01:47: Da habe ich jetzt auch noch keine perfekte Antwort für.

01:01:50: Das ist genau, am Ende ist es ein Bauchgefühl.

01:01:53: Für mich sind es zumindest in meiner Peer Group, sind es oftmals die, die auch andere Tech-Lösungen einfach mal ausprobieren

01:02:02: wollen.

01:02:06: Also jetzt war ein blödes Beispiel, aber wenn ich jetzt zehn potenzielle Kunden hätte und in einem Workshop oder so, und ich würde die mal fragen, wer von euch hat schon mal eine VR-Brille aufgesetzt, was ja komplett nichts mit unser Business zu tun hat.

01:02:21: Und da gehen drei Hände hoch, da weiß ich genau, das sind meine Kollegen, die muss ich, weil die einfach offen sind, spannende Dinge, also neue Technologien auszuprobieren.

01:02:31: Und diejenigen, die dann den Workshop sagen, naja, so, JetGP, ich hab das schon mal probiert, aber das ist ja eher alles falsch.

01:02:37: Da weiß ich, den kann ich nicht überzeugen, da muss ich seinen Kollegen, der Interesse hat an den Technologien, den muss ich mitnehmen und der schafft's dann seinen Kollegen zu überzeugen, aber ich schaff's nicht.

01:02:50: Also, kann ich absolut nicht streichen.

01:02:52: Ich merke es auch in den Vertriebsgesprächen jetzt.

01:02:54: Wovon ich auch abgerückt bin, ist zu sagen, also das wird alles komplett auf Knopfdruck automatisiert funktionieren.

01:02:59: Also ich glaube, die Erwartungshaltung darf man eh nicht machen.

01:03:01: Und dann merkst du ja, wenn Leute, sag ich mal, an der Stelle abschalten.

01:03:05: Und du hast dann auch Leute, die springen genau darauf an, weil es genau deren Pen war, die aber nicht aufgeben wollen.

01:03:11: Und insofern kann ich das absolut unterstreichen.

01:03:13: Und was man auch von außen aus sehen kann, ist, ich mein so, du hast vorhin LinkedIn angesprochen, dass da so ein bisschen die Welt der Leute, die sich so als die Perfektionisten und Ford-Lieder, was auch immer so darstellen wollen.

01:03:25: Und ich habe zumindest in meiner Steuerwelt auch Leute identifiziert, die auch offen und ehrlich über Fehlerkultur sprechen.

01:03:31: Ich habe KI eingeführt, hat nicht funktioniert, ich mache trotzdem weiter, weil ich habe es falsch angegangen.

01:03:36: Ja, das ist wichtig.

01:03:37: Und das ist immer bei den Anwältinnen und Anwälten so ein bisschen das Thema, kann ich offen zugeben, bis es ein Fehler passiert.

01:03:46: Weil im Anwaltsbereich habe ich natürlich jederzeit ein Fehlerhaftung.

01:03:50: Das ist ein Haftungsrisiko und das verstehe ich ja auch.

01:03:54: Ich sage auch nicht, ihr müsst Innovationen machen und Fehlerkultur einführen und ruft doch gleich mal die Versicherung an und sagt die nächsten sechs Monate, könnt was

01:04:03: kommen.

01:04:04: Darum geht es nicht und deswegen ist aber umso wichtiger auf Mandantenseite den early adopter zu identifizieren, weil das ist ja genau der, der den Fehler auch akzeptiert.

01:04:18: im Zweifel, wenn er dann kommt und dann hilft natürlich, wie du auch gesagt hast, diese Managing Expectations halt eben zu sagen, es ist halt nicht alles, es wird halt nicht hundert Prozent funktionieren.

01:04:32: Wir haben, das ist für uns im Tool, es ist eigentlich, gerade für die, die es nicht unbedingt die Zeit haben und auch so ein bisschen die Fantasie fehlt, haben wir eine Funktion, wo du über Promting dir deinen Workflow-Prozess erstellen kannst, heißt die KI baut dann den Entscheidungsbaum und das ist natürlich ziemlich cool, weil du gibst den relativ schmalen Prompt und durch den ganzen System Prompt dahinter steht, wird da echt was brauchbares draus und da erzieht man schon mal einen Wow Effekt, aber anstatt dass ich jetzt dann sozusagen da nix sage und sage, easy, und guck mal, wenn du da fünf andere Sachen machst, so einfach ist es.

01:05:16: Sondern da sage ich immer, okay, aber jetzt ist natürlich trotzdem deine Aufgabe da reinzugehen, das zu verifizieren.

01:05:21: Was hat die KI da gemacht?

01:05:22: Weil die KI macht Fehler, die KI übersieht Dinge, die KI hat Trainingsdaten, die nicht aktuell sind, was you name it.

01:05:30: Also was auch immer, welche Problemen haluziniert, was auch immer.

01:05:35: Und... Deswegen ist es halt unfassbar wichtig, auch für die Anwälte zu verstehen, was da passiert.

01:05:42: Ich wurde auch immer schon mal gefragt, muss ich das Anwalt jetzt programmieren können?

01:05:45: Nein, natürlich nicht.

01:05:47: Aber du musst doch nicht verstehen, wie mein Ladschleinbildsmodell trainiert.

01:05:52: Aber du musst zumindest verstehen, was sind sozusagen die funktionalen Boundaries?

01:05:58: Also wenn ich jetzt ein Rack-Modell habe und da irgendwie hundert Policies hochlade, und über so dieses Similarity-Search verwende, muss ich halt verstehen, warum kriege ich ein beschissenes Ergebnis, wenn mein Prompt ist, an was muss ich mich halten.

01:06:16: Und ich kriege ein sehr gutes Ergebnis, wenn ich sehr detailliert eine Frage stelle, spezifisch und die Antwort ist auf einmal gut.

01:06:25: Und das finde ich, das müssen wir verstehen, warum das so ist und dann eben auch die unterschiedlichen, um dann die unterschiedlichen Technologien auch bewerten zu können.

01:06:34: Ja.

01:06:35: Was genau das tragen wir beide jetzt?

01:06:36: unsere Märkte.

01:06:37: vielen dank was du dir da warst

01:06:38: danke.

01:06:53: Dieser podcast wird produziert von portstars.

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