Air Up: Lena Jüngst über retronasales Riechen und Startup-Skalierung
Shownotes
In dieser Episode tauchen wir tief in die Gründungsgeschichte von Air Up ein. Co-Founderin Lena Jüngst teilt ihre Erfahrungen vom ersten EXIST-Stipendium bis hin zu einem Unternehmen mit über 200 Millionen Euro Umsatz. Wir sprechen über die wissenschaftlichen Hintergründe des „Geschmacks durch Duft“, den bewussten Verzicht auf eine Positionierung als Medizinisches Produkt und die Herausforderungen einer massiven Skalierung.
Die Highlights des Gesprächs:
- Vom Schulhof-Hype zur Lifestyle-Positionierung: Warum Air Up bei Kindern zum Statussymbol wurde, obwohl die eigentliche Zielgruppe die Gen Z war, und wie man durch „Nicht-Ansprache“ Begehrlichkeiten weckt.
- Innovations-Strategie in drei Layern: Wie das Produktteam gleichzeitig an kurzfristigen Verbesserungen (6–12 Monate) und langfristigen „Moonshot“-Innovationen (ab 3 Jahren) arbeitet, um den Marktvorsprung zu halten.
- Krisenkommunikation und Bodenhaftung: Ein ehrlicher Rückblick auf den kritischen Spiegel-Artikel von 2022, den Umgang mit Übersetzungsfehlern und was Gründer über die Mechanismen der PR lernen müssen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Und dann sind wir auf den Markt gekommen und es hat bombastisch funktioniert.
00:00:03: Aber davor hat niemand nachgedacht, was passiert, wenn wir erfolgreich sind.
00:00:06: Und dann haben wir relativ schnell festgestellt, wir sind wahnsinnig engagiert, wir haben Bock auf die ganze Reise.
00:00:12: Aber wir haben überhaupt keine Ahnung, wie man so ein Business aufzieht und groß macht.
00:00:15: Und dann haben wir uns einen erfahrenen CEO reingeholt.
00:00:19: Und zwar klar, wenn wir ein diabetes Produkt auf dem Markt drin, keiner will natürlich erstens das nach außen tragen und alle am Schluss wollen sich mit Dingen umgeben, die sie auch schön finden.
00:00:30: Wir haben das später dann gemacht, um unseren Mehrwert irgendwie auch mehr zu kommunizieren.
00:00:57: Wie entwickelt man ein Produkt, das Wasser schmecken lässt, ganz ohne Zucker, Zusatzstoffe und Plastikmüll?
00:01:02: Und wie baut man daraus ein Unternehmen mit über zehn Millionen Kundinnen und über zweihundert Millionen Euro Umsatz?
00:01:07: Darüber spreche ich mit Lena Jungs, Co-Founderin und Chief Evangelist von AirUp in der neuen Folge von Skin In The Game.
00:01:17: Lena, ich hab mal so ein bisschen Product und Market Research für euch gemacht, weil mir ist nämlich aufgefallen, Vorbereitung auf diese Folge.
00:01:25: Wir haben zu Hause eine AirUp Flasche.
00:01:27: Und ich hab dir mal mit so einem halben Auge beobachtet und hab's ja aber nie irgendwo, zu Hause irgendwo im Einsatz gesehen.
00:01:32: Wir haben gedacht, okay, gehst mal auf die Reise, verfolgs das Ding mal.
00:01:35: Und aufgrund der Farbe konnte ich relativ schnell zuordnen, wem sie gehört.
00:01:38: Unser elfjährigen Tochter, ne?
00:01:40: Aber ich hab das mal bewusst beobacht und verfolgt.
00:01:43: Und zwar, wann traucht die auf?
00:01:45: Morgens.
00:01:46: Morgens haben wir, wir haben vier Kids.
00:01:47: Da hast du morgens einen Riesenhaufen an Rucksäcken, an Schultaschen, der erst mal so im Eingang steht.
00:01:51: Und dann steht die Abflasche.
00:01:53: Dann geht die mit auf die Reise zur Schule.
00:01:55: Und da hab ich mal so ein bisschen mit dem halben Auge beobachtet, wie's dann da weitergeht.
00:01:59: Und in der Tat, meine Tochter nimmt die mit zur Schule und dann trifft sie ihre Klassenkameraden, so elf Jahre, Gymnasium, fünfte Klasse, Hamburger Umland.
00:02:07: Und wir sind da so drei Produkte aufgefallen, die da immer wieder aufgetaucht sind.
00:02:10: Das ist einmal dieser Vierneben Rucksack, so in Türkles Pink.
00:02:14: Es ist die Stanley Cup.
00:02:15: Und ist die Arab.
00:02:17: So, das sind so diese drei Produkte.
00:02:18: Und ich glaub, vier mehr kann man ja auch diesen Engspace gar nicht platzieren.
00:02:21: Und da war meine Frage an dich, Lena.
00:02:23: Wie zur Hölle kommt man da rein?
00:02:26: Wie schafft man das?
00:02:27: Was ist so dieser große Master-Gutum-Marketing-Klan, um da reinzukommen?
00:02:32: Ja, ist eine große Frage.
00:02:34: Aber grundsätzlich war gar nicht unser Plan dort zu landen, interessanterweise.
00:02:40: Als wir das Produkt entwickelt haben, wollten wir ein Problem lösen.
00:02:44: Wir haben gesehen, okay, unsere Ernährung wird immer schlechter.
00:02:49: Es hat super negative Konsequenzen.
00:02:55: Das Problem ist eigentlich das Thema Geschmack.
00:02:58: Wir sind so süchtig nach guten Geschmack und irgendwie kriegen wir es nicht gelöst.
00:03:01: Und als wir dann in dieses Thema eingetaucht sind, haben wir gemerkt, okay, vielleicht gibt es eine Möglichkeit, Geschmack zu simulieren, ohne diese ganzen ungesunden Zusatzstoffe reinzupacken.
00:03:11: Und sind dann auf unsere Technologie gekommen.
00:03:15: haben gemerkt, okay, Retro-Naselles riechen, macht so einen großen Unterschied in der Geschmacksvernehmung und haben das dann quasi in das Produkt reingepackt.
00:03:22: Und unser Gedanke war, okay, Wasser ist das gesündeste Getränk der Welt.
00:03:27: Wenn man das mit Geschmack versieht und alle struggling, genug Wasser zu trinken, dann hat es einen großen Mehrwert.
00:03:33: Am Anfang haben wir tatsächlich gedacht, okay, wer ist denn unsere Zielgruppe?
00:03:38: Was da trinken müssen, alle.
00:03:40: Wir haben uns als Zielgruppe, die Jensie, gewählt, wussten aber schon immer, dass Kinder unser Produkt grundsätzlich interessant finden.
00:03:48: Warum?
00:03:49: Weil Kinder von ihren Eltern gesagt bekommen, ihr dürft kein Spezietrinken oder du das solltest keine Cola trinken und dann ... gibt's natürlich nicht so wahnsinnig viel Auswahlmöglichkeit.
00:03:59: Alle Kinder haben irgendwie eine Wasserflasche, die sie mit in die Schule nehmen müssen.
00:04:03: Und dann waren wir einfach das attraktivste Produkt auf dem Markt für Kinder, die halt sagen, sie haben Bock irgendwie auf das Aufregende.
00:04:10: Dann kannst du die Pots auswechseln.
00:04:11: Du kannst vielleicht auch noch die Schlaufe auswechseln.
00:04:15: Also wir hatten so ein paar Features in unserem Produkt.
00:04:18: Das ist einfach sehr interessant für Kinder gemacht haben.
00:04:21: Und damit sind wir, obwohl wir sie gar nicht angesprochen haben, sind wir bei dieser Zielgruppe gelandet.
00:04:27: Und ich glaub, tatsächlich war eigentlich unser geheimen Rezept, dass wir sie nicht angesprochen haben.
00:04:32: Weil ich glaub, wenn du ein Produkt als Kinderprodukt positionierst und sagst, hey, Kiddies, hier in total tollen, bunten Farben und sie auch wie Kinder anspritz, kein Kind will wie angesprochen werden wie ein Kind, sondern eigentlich schauen sie sich an, was die cooleren, älteren Leute machen.
00:04:48: Und dann wollen sie das auch haben.
00:04:50: Ja, spannend.
00:04:51: Wenn ich am Kinderzeit so denke, ich bin wirklich aufgewachsen mit der Capri-Sonde in der Schultasche.
00:04:55: Mein Zahnarzt freut sich immer noch.
00:04:58: Ja.
00:04:59: Das war der Teils von der Vergangenheit.
00:05:01: Das ist mir der Teil aufgefallen, weil ich hab kurz einen Artikel im Guardian bei euch gelesen.
00:05:05: England ist nicht unbedingt dafür bekannt, dass die Leute sich besonders gesund ernähren.
00:05:08: Auch da sich an den Schulen ein gewisser Hype.
00:05:11: Das fand ich spannend.
00:05:12: Ich dachte, da gibt's irgendwie so ein Education-Plan von euch, dass ihr da so reingekommen seid, so sugar-free, irgendwelche Aufklärung.
00:05:20: Aber so was finanzierte, so was mit, beteiligt ihr euch da?
00:05:24: Nein, tatsächlich.
00:05:25: Wir sind sehr stark über eine Lifestyle-Positionierung groß geworden.
00:05:30: Und wir haben uns auch dort überlegt, wie wollen wir unser Produkt am Anfang positionieren?
00:05:35: Und wir hatten tatsächlich am Anfang mal überlegt, ob das ein Diabetes-Produkt wäre.
00:05:40: Und wir als solches positionieren, weil es gibt wahnsinnig viele Krankheiten, die ... von unserem Produkt, also Leute, die diese Krankheiten haben, von unserem Produkt profitieren.
00:05:49: Leute, die keine Säure vertragen, Leute, die allergisch sind auf irgendwelche Früchte, auf andere Dinge, Zusatzstoffe und so weiter.
00:05:57: Und eben Leute, die Diabetes haben.
00:05:59: Aber uns war klar ... Wenn wir ein diabetes-Produkt auf dem Markt drin, keiner will natürlich erstens das nach außen tragen und alle am Schluss wollen sich mit Dingen umgeben, die sie auch schön finden, die sie cool finden, die sie mit in den Alltag nehmen wollen, weil, so wie du auch beobachtet hast, am Schluss reißt eine Wasserflasche wirklich den ganzen Arbeitsalltag mit.
00:06:21: Und deswegen, nein, wir haben das nicht gemacht, wir haben das später dann gemacht, um unseren Mehrwert irgendwie auch mehr zu kommunizieren, weil die Kehrseite ist, wenn man sich als Lifestyle-Produkt ... positioniert und das damit strengeln wir auch manchmal jetzt noch, dass die Leute auf dem ersten Blick halt nicht verstehen, okay, wir sind was anderes als die klassische Wasserflasche.
00:06:38: Da muss ich einhaken.
00:06:39: Warum struggelt ihr mit dem Griff Lifestyle-Produkt?
00:06:41: Da hätt ich euch offen gestanden, auch irgendwo eingeordnet, vielleicht doch noch in diesem longevity-Fokus, aber warum struggelt ihr damit?
00:06:48: Ja, Struggeln ist nicht, also wir müssen Lifestyle sein, um attraktiv zu sein, aber wir wollen gleichzeitig auch kommunizieren, hey, wir sind nicht eine normale Trinkflasche, wir können mehr.
00:07:00: Wir müssen auf den ersten Blick auch kommunizieren können.
00:07:03: Wir sind ein anderes Tier.
00:07:06: Man kann uns nicht vergleichen mit einem Stanley oder Ovala oder den anderen Trinkflassenmarken, die draußen gerade groß sind, sondern wir können mehr als das.
00:07:17: Da muss man immer wieder reintragen.
00:07:19: Das vergisst man manchmal.
00:07:21: Und beim Thema Lifestyle denke ich auch immer unmittelbar an Hypes, gerade so auf diesen Social-Media-Plattformen wie TikTok.
00:07:27: Das heißt, das Ding kann da wirklich durch die Decke gehen.
00:07:31: Da wär meine Frage, wie schafft man das, diesen Hype ständig irgendwie zu befeuern?
00:07:35: Ist das nicht wahnsinnig anstrengend?
00:07:37: Gibt's da den Masterplan?
00:07:39: Bist du ständig dabei, irgendwelche Influencer zu scouten, die zu eurer Marke passen?
00:07:44: Oder stechen wir das Vier zu Verkopf vor?
00:07:46: Doch, es ist schwierig.
00:07:48: Also, ich würd sagen, Hype ist ja eigentlich wie so ein erstes Verliebtsein.
00:07:53: Da muss schon viel zusammenpassen.
00:07:54: Man verliebt sich ja jetzt nicht schock in jeder Person, die das Weges kommt.
00:07:59: Also, da muss irgendwie Innovationen passen.
00:08:01: Da muss Zeitgeist passen.
00:08:02: Auch bei uns, das war sicher ein großer Befeurer.
00:08:05: Man muss sichtbar sein.
00:08:07: Du brauchst eine Community, die begeistert ist und dich weiter empfiehlt.
00:08:11: Das braucht es, alles um Hype zu generieren.
00:08:14: Aber wie gesagt, das ist so eine erste Verliebtheitsphase.
00:08:16: Und wie wir alle wissen, die hört auch dann irgendwie auf und hat so eine gewisse Kurve.
00:08:23: Und dann ist das Beziehungsaufbau.
00:08:25: Und also, es klingt so banal.
00:08:28: Und wenn man den längeren Beziehungen schon mal geführt hat, dann weiß man, dass da richtig viel Arbeit drinsteckt.
00:08:33: Also, man muss klar, man muss sich attraktiv halten zum Thema Lifestyle.
00:08:38: Man muss ... Werte vertreten, die irgendwie, man muss zum Lebensstil der anderen Person passen.
00:08:45: Man muss da verfügbar sein, wo die Person unterwegs ist.
00:08:48: Also, da kommen viel, viel, viel mehr Dinge dann rein.
00:08:51: Und, ähm, genau.
00:08:53: Also, es ist Arbeit.
00:08:55: Das heißt aber auch, du musst deinen Ohr ständig an den Kunden haben, an den Partnern haben, am Markt haben.
00:09:01: Machst du das alles noch komplett selber?
00:09:03: Stehst du selber komplett in der Verantwortung?
00:09:05: Hast du dann ein Team um dich herum?
00:09:06: Weil ich mein, das ist ja so ein twenty-four-seven-job.
00:09:09: Ja, also wir haben mittlerweile ein sehr gutes und großes Team.
00:09:15: Ich hab immer an der Schnittstelle zwischen Produkt, Brand und Kommunikation irgendwie gearbeitet.
00:09:22: Und über die Jahre hat sich da auch meine Rolle immer wieder geschiftet.
00:09:26: Aber im Moment, und das ist so die Erkenntnis gewesen aus den letzten Jahren, bin ich eigentlich wieder an der Position, die ich so am Anfang hatte.
00:09:34: Also ich bin sehr nah am Produkt dran.
00:09:37: Und ... Arbeite wieder auch Hands-on mit.
00:09:40: Das tut erstens wahnsinnig gut, weil es Bock macht.
00:09:44: Das braucht man ja auch manchmal in so einer Gründungsphase.
00:09:46: Man macht ja viele Sachen auch, die einfach keinen Bock machen.
00:09:49: Das muss mir jetzt auch immer so klar sein.
00:09:54: Und deswegen ja, also tatsächlich im Moment mache ich auch Trend-Research.
00:09:58: Und ich spreche mit Leuten.
00:10:01: Wir haben uns jetzt auch tatsächlich zu dem Thema Zielgruppe.
00:10:06: Wir haben in den letzten Jahren ... Also, da haben wir auch so eine Reise durchgemacht.
00:10:11: So wie du, wie ich am Anfang gesagt hab, wir haben uns die Gen Zee zu Brust genommen am Anfang.
00:10:16: Es hat sehr gut für uns funktioniert, weil es irgendwie Spillover-Effekte hat in anderen Zielgruppen.
00:10:20: Und es auch eine attraktive Kommunikations-Zielgruppe ist.
00:10:23: Dann haben wir festgestellt, wir werden für Kinder attraktiv.
00:10:26: Dann wurden wir für die Eltern attraktiv.
00:10:29: Und damit auch ein bisschen weniger fokussiert auf diese jungen Erwachsenen.
00:10:35: Ab dem Zeitpunkt, wenn man ein bisschen zu Kidsbrand wird, Naja, wollen halt dann vielleicht die zwanzigjährigen nicht mehr mit deinem Produkt rumlaufen.
00:10:42: Deswegen haben wir jetzt gerade uns wieder zum Ziel gesetzt, diese Gen Z wieder stark und fokussiert anzusprechen, um diese Spillover-Effekte klar weiterhin zu erreichen.
00:10:54: Aber das Ziel ist jetzt wieder dort attraktiv zu werden.
00:10:56: Und das heißt halt, ja, du musst mit den Leuten sprechen.
00:10:59: So.
00:11:00: Und wie machst du das?
00:11:01: Ich meine, ihr habt ja faktisch eine eigene Produktkategorie geschaffen.
00:11:05: Und ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen, bei uns war es ähnlich.
00:11:08: Wir haben diesen Steuermarkt, diesen E-Commerce-Markt, da haben wir auch ein eigenes Produkt definiert, was es vorhin noch gar nicht gab.
00:11:16: Diese Abfüllung der Obenersteuer, wenn du Cross-Border verkaufst.
00:11:18: Und da war meine Aufgabe in der Tat auch, das in den Markt zu kommunizieren.
00:11:22: Zu Beginn war das super-simple.
00:11:23: Das heißt, was hab ich gemacht?
00:11:24: Ich hab ein Block gebaut, ich hab Webinar gegeben, ich hab dieses Komplexe, dieses Steuer ... auf das wirklich so gut wie keiner Bock hat, so erklärt, dass das einfach und greifbar war.
00:11:34: Hab das mit Panettengeschichten verbohnt, hab gesagt, da sind so die großen Marktplätze wie Amazon, das sind so die Bösen, mit denen kriegt ihr zwar Reichweite, aber die lassen euch bei diesem Steuerthema alleine.
00:11:43: Und dann kommt so ein weißer Ritter daher.
00:11:45: Das war immer so ein bisschen das Narrativ.
00:11:47: Das hat super funktioniert zu Beginn.
00:11:49: Du konntest ja quasi so deinen eigenen Markt erziehen.
00:11:54: Würdest du sagen, das war bei euch ähnlich?
00:11:58: Ja.
00:11:59: bis zu einem gewissen Grad.
00:12:00: Also, wir haben auch viel PR gemacht.
00:12:04: PR haben wir gebraucht, um so eine Vertrauensbasis aufzubauen.
00:12:08: Weil wir haben eine neue Technologie auf den Markt gebracht.
00:12:10: Die Leute haben das noch nie ausprobiert.
00:12:12: Die haben dem ersten Mal ... Also, alles ist neugierig, wenn Sie davon hören.
00:12:19: Aber so den Schritt zu machen, zu sagen, okay, ist es mir jetzt wert.
00:12:22: dafür Geld auszugeben und es wirklich auszuprobieren.
00:12:26: Das war immer so die große Fragestellung.
00:12:28: Das hat bis zum Gewissen grad gut funktioniert.
00:12:30: Auch über Influencer-Marketing, Testimonials quasi, wenn jemand sagt, den du gut findest.
00:12:35: Hey, ich hab's wieder heim und ich find's cool.
00:12:37: Das funktioniert sehr gut.
00:12:39: Aber auf der anderen Seite hat PRR uns sehr geholfen, ja, die wissenschaftliche ... Also den wissenschaftlichen Teil hinter der Technologie zu erklären und auch die Angst zu nehmen davor, dass das irgendwas ... Ungesundes wäre oder so.
00:12:53: Aber das ist ja vergleichbar mit dem, was ich gemacht habe.
00:12:56: Steuern sind auch ein komplexes Thema.
00:12:58: Und hier kommt ja auch aus dieser wissenschaftlichen Ecke, dass wir sagen, man braucht gar nicht so viel Zucker und Farbstoffe und was auch immer da reinknallen, sondern das funktioniert zu achtzig, neunzig Prozent über das Gehirn.
00:13:09: Wie wichtig war das aus deiner Sicht, dass du das erklärt hast, aber so erklärt hast, dass es auch angekommen ist?
00:13:14: Das war ja zu Beginn dein Job, oder?
00:13:15: Ja, ja, ja.
00:13:16: Es war wichtig.
00:13:19: Und es ist nach wie vor schwierig zu erklären.
00:13:22: Es ist wirklich, wir haben ewig lange drüber nachgedacht, wie man das weiter vereinfachen kann, weil man kann da so viel dazu erzählen.
00:13:31: Man kann da vielleicht auch so viel dazu erzählen.
00:13:34: Und was sind die Argumente, die die Leute hören müssen, damit sie neugierig werden und dass sie genug verstehen, um ... Interesse zu bekommen und das Produkt vielleicht zu probieren, zu kaufen.
00:13:49: Genau, da haben wir eine weite Reise hinter uns gelegt.
00:13:53: Und in den letzten Jahren, wir haben sehr viel kommuniziert.
00:13:56: Wir sind als Lifestyle-Brand, musst du auch eine gewisse Lifestyle-Kommunikation haben.
00:14:04: Und haben aber jetzt gemerkt, wir reden, reden, reden.
00:14:07: Aber wir müssen ... Also, es hat gut funktioniert, aber ... Wir müssen jetzt wieder ein bisschen nahbarer werden.
00:14:13: Wir müssen den Schritt auch auf die Leute zugehen und ihnen zeigen, hey, schau mal, wenn du das mal probieren willst, dann probier mal.
00:14:22: Wir machen jetzt wieder Taste and Trial.
00:14:24: Wir gehen wieder in ... machen Community-Events.
00:14:29: Wir gehen auch in Supermärkte rein.
00:14:32: Wir wollen unsere eigenen Stores auch aufbauen und so.
00:14:36: Weil wir merken, es ist wichtig, dass die Leute das einmal probiert haben, um ... ja.
00:14:41: ... zu kaufen, zu testen.
00:14:43: Ja, das ist spannend, weil ... ... ich hab da ... ... oder wir haben da eine ähnliche Reise hinter uns, ne?
00:14:47: Also auch zu Beginn, ich bin auf jede Messe gegangen, ne?
00:14:49: Auf jede Online-Händler-Messe, hab ich mit den Leuten persönlich geredet ... ... und irgendwann kommst du in so eine Phase klar, der Umdat steigt, ... ... so deine Markenbekanntheit steigt und dann denkst du, okay, ... ... versuch das irgendwie zu skalieren, so ... ... eins zu ein, in dem Markt zu kommunizieren, ... ... bist du irgendwann merkst, ne?
00:15:03: Jetzt fehlt dir so dieser direkte Draht, ... ... ne?
00:15:05: Der geht irgendwo, irgendwo verloren und ... ... ich hab das auch bei uns Intenten der Firma gemerkt.
00:15:10: und insofern ... find ich spannend, dass du sagst, du bist jetzt wieder viel näher am Produkt dran.
00:15:14: Ich war zu Beginn auch super nah am Produkt, hab mich dann immer weiter davon entfernt, weil ich dachte, ich kann das ja gar nicht.
00:15:19: Ich hab noch nie Produkte gebaut, dieses Projektmanagement, also das kann ich nicht.
00:15:23: Ich bin ja eh mal Finanzbeamter, hab dann Leute eingestellt, Head of Products, VP Products, diverse Zwischenebenen dazwischen gebaut und immer gemerkt, nee, jetzt bist du viel zu weit weg vom Markt.
00:15:34: Du siehst den Pen wieder draußen, aber bis deren Produkt landet, es dauert ewig.
00:15:38: Das ist ein ewiger Prozess.
00:15:39: So verstehe ich, es ist auch sehr gut, dass ihr sagt, wir müssen wieder näher an die Kunden ran.
00:15:44: Ich glaube, das ist mein Learning.
00:15:46: Man kann gar nicht groß und bekannt genug sein, um das nicht zu machen, oder?
00:15:50: Ja, ich glaub schon.
00:15:53: Ich hab irgendwie festgestellt, ich komm ja aus der Produktwelt.
00:15:59: Mein Komplex, glaub ich, am Anfang war, okay, ich kenne die Businesswelt nicht.
00:16:04: So, und dann versucht man sehr, sehr lange, der beste Manager zu werden.
00:16:09: Und stellt fest eigentlich, das, was aber das Unternehmen braucht, ist, dass du weiterhin Founder bleibst.
00:16:14: Und Founder in meinem, also meine Aufgabe war quasi nah am Produkt, nur nah am Kunden dran zu sein und zu verstehen, was quasi Trends und so weiter sind.
00:16:23: Und wenn du nicht in den Prozessen, du willst ja eigentlich keinen, du willst ja die Prozesse nicht aufhalten, so.
00:16:31: Und was das bedeutet ist, dass du so nah dran sein musst, dass du genau weißt, an welchen Stellen ist es wichtig, dass du dabei bist.
00:16:39: Und dafür musst du quasi irgendwie ...
00:16:43: Auch gerade, wenn du eine eigene Produktkategorie definierst.
00:16:47: Ich glaub, dann ist es umso wichtiger, dass du wirklich dich da nicht rausziehst.
00:16:50: Ich hab vor kurzem so einen schönen Spruch von einem Stripe-Founder gelesen, der hat gesagt, wenn jemand im Team Micro-Management vorwirft ... bist du eigentlich auf dem richtigen Weg, ne?
00:17:00: Weil du darfst das Produkt, du darfst es echt niemals, niemals loslassen, ne?
00:17:04: Du musst es immer hinterfragen.
00:17:06: Und es war immer so ein Zeitgeist, wo sie ist.
00:17:08: Du als Founder im Gotteswillen, ne?
00:17:10: Du machst da Micro-Management.
00:17:11: Das war so ganz böse, ne?
00:17:13: Aber man hat sich auch selber so ein bisschen diszipliniert in der Zeit.
00:17:16: Ich weiß nicht, wie es dir geht, so die letzten drei, vier, fünf Jahre, oder?
00:17:20: Ja, voll.
00:17:21: Und also, man versucht immer, will ja quasi Verantwortung abgeben und so.
00:17:25: Und das ist auch sinnvoll.
00:17:27: bis zum gewissen Grad.
00:17:28: Aber was nicht passieren soll, ist, dass du da nicht mehr in diesen ... dich nicht mehr um die Details kümmerst oder nicht mehr tief drinnen bist.
00:17:37: Ähm, und ... ja, ich glaub am Schluss, man kennt das Produkt so wahnsinnig gut.
00:17:43: Man hat ja auch so viel investiert und so viel gelernt und so viel Datenpunkte.
00:17:48: Das ist auch ... ja, mitbekommen auf den Weg.
00:17:50: Das ist auch was, was ich so in dieser Phase mitgenommen hab.
00:17:54: Am Anfang ... hab ich immer gedacht, ich hab zwar ein Bauchgefühl für Dinge, aber wie gesagt, ich komme aus der Kreativwelt.
00:18:02: Und mein Komplex war okay, aber wenn die Business-Seite das Unternehmens, wenn ich denen was erklären will, dann muss das eine Fakten- und Datenbasis haben.
00:18:14: Und so lange ich das nicht hab, ist es schwierig da irgendwie, dieses Bauchgefühl mit reinzubringen in eine Diskussion.
00:18:24: Und ich merke aber immer mehr, das Bauchgefühl hat meist eine Basis.
00:18:27: Man muss rausfinden, wo diese Basis liegt und wo sie herkommt.
00:18:32: Und da auch wieder mehr dem Vertrauen zu schenken.
00:18:36: Ich kann das zehnmal unterstreichen, weil immer ich nicht auf mein Bauch gehört hab oder gegen mein Bauch entschieden hab, war das ... Immer ein Fehler, ne?
00:18:44: Da gibt's mittlerweile auch hinreiche Forschung dazu.
00:18:47: Wir sind ja in der Welt unterwegs.
00:18:49: Klar, wie du sagst, du kannst für alles Zahlen sammeln.
00:18:51: Du kannst alles validieren.
00:18:52: Du kannst Marktforschung machen.
00:18:53: Du kannst Marktumfragen machen.
00:18:55: Am Ende des Tages, wenn dein Bauch sagt, nein, das mache es anders, ich würd immer sagen, höher auf dein Bauch.
00:19:01: Ja, voll.
00:19:02: Und noch einen Punkt dazu.
00:19:03: Ich glaub, das was ... Auch problematisch, die Phase hatten wir auch im Unternehmen.
00:19:10: Wir kommen auch, das hat das vorher auch gesagt, wir hatten sehr diverse Gründer im Team.
00:19:16: Und wir haben auch sehr diverse ... Wir sind ein sehr diverses Gründerteam.
00:19:20: Jeder hat seine eigene Expertise mit usw.
00:19:24: Und wir haben uns manchmal in Diskussionen verfangen.
00:19:27: Und diese Diskussionen waren total anstrengend erstens.
00:19:31: Und sind auch zu keinem Ergebnis manchmal gekommen.
00:19:33: Und ... Ich komme auch immer mehr dazu, dass ich mir denke, so, vor allem, wenn es um so innovative Dinge geht, wie irgendwas auszuprobieren, wo man einfach noch keine Daten und Faktenbasis hat und was auch noch nicht der Wertbewerb macht, dass man eher mal Dinge schon mal ausprobiert und dann Prototypen, also irgendwas Handfestes zeigen, mit dem man dann zu anderen geht, bevor man über diese Ideen diskutiert und dann manche sagen, ja, ich glaub da nicht dran und dann sagen andere, ja, ich glaub aber dran.
00:20:02: So ist es schon möglich, es weitzubringen.
00:20:06: Wo wir noch bei diesem Produktthema sind, da will ich noch einmal einhaken.
00:20:10: Da will ich mich auch interessieren, was ist deine langfristige Produktvision?
00:20:13: Ich meine, du hast ja selber gesagt, ihr seid irgendwo eine Lifestyle-Brand.
00:20:16: Ihr geht auf diesen longevity-Trend.
00:20:19: Und gerade im Bereich so Getränke und Wasser, da gibt es auch so diverse Strömungen.
00:20:23: Und ich meine, nicht erst mit Ronaldo ist er bekannt geworden.
00:20:26: Das ist auch unertifige Geld für Wasserfilter ausgeben kann.
00:20:31: Also, Geschichten, wo ich frage, okay, wie nachhaltig sind diese Trends?
00:20:34: Und wie machst du dir Gedanken, dass du auch wirklich nachhaltig eher ab, sag ich mal, zu einer stabilen Marke aufbaust, die nicht immer nur so ein, sag ich mal, ein Produkt hat und dann vielleicht irgendwann verglüht, sondern langfristig in so ein, sag ich mal, ruhigeres Fahrgewässer kommt.
00:20:48: Aber du weißt vielleicht, was ich meine, dass man nicht nur für ein Produkt, für eine Idee steht, sondern vielleicht so ein Kosmos schafft.
00:20:55: Gibt's da die große Vision?
00:20:57: Auf jeden Fall.
00:20:58: Also ... Unser Purpose is making healthy habits irresistible.
00:21:05: Warum wir das uns als Purpose gesetzt haben, weil wir eigentlich immer an dieser Schnittstelle zwischen ... Ich würde gerne mich gesünder ernähren und mich gerne gesünder leben, aber mein Alter kält mich davon ab.
00:21:20: Es ist wahnsinnig anstrengend.
00:21:22: Und da was zu finden, was es einem einfacher macht, ist sicher, warum unser Produkt Zorro ... viel Zuspruch erhalten hat.
00:21:33: Weil das quasi so ist wirklich wie ein Shortcut quasi.
00:21:36: Und es hat auch einen Impact.
00:21:38: Also wir sehen das nach vier Wochen mit unserem Produkt.
00:21:42: Die Leute doppelt so viel Wasser trinken wieder vor.
00:21:45: Also es hat wirklich einen Impact.
00:21:46: Und mit dem Gedanken gibt es wahnsinnig viele Produkte, die noch in Zukunft denken kann.
00:21:54: Und am Anfang, also meine, wie gesagt, Produkt ist so mein ... mein Hintergrund und ich hab da ne wahnsinnige Leidenschaft dafür.
00:22:03: Ich und ich bin jemand, der gerne eigentlich drei Schritte weiter denkt.
00:22:07: Und ich hab mir gedacht, okay, wir werden so, ihr habt schon ganz neue Produkt-Kategorien gedacht.
00:22:13: Die letzten Jahre auch gemacht.
00:22:14: Ich hab die Recherche gemacht für eben die neuen Innovationen.
00:22:20: Und dann stellt man fest, naja, okay, es dauert aber einfach wahnsinnig lang, erst mal eine Brand aufzubauen.
00:22:25: Sein Produkt weiterzuentwickeln, das ist ja quasi ... Das ist die Herausforderung.
00:22:29: Man muss weiterhin sein Produkt verbessern und Neuigkeiten auf den Markt bringen, damit man so einen Bass erhält.
00:22:36: Und dann musst du eigentlich schon drei Schritte weiter denken.
00:22:39: Und was wir deswegen gemacht haben, ist, wir haben Produktteam in drei Layern eingeführt.
00:22:46: Und diese drei Produktteam-Layer haben unterschiedlich große Innovationshorizonte.
00:22:53: Also Layer eins hatten einen Innovationshorizont.
00:22:57: Also es ist quasi Idee bis Marktstart, so von sechs bis sechs Monaten bis zwölf Monaten.
00:23:02: Nächste Team von zwölf bis, also ein bis zwei Jahre.
00:23:06: Und das dritte, die dritte Layer quasi ab drei Jahre so.
00:23:10: Und was es uns erlaubt, also dieses Produktsystem oder Teamsystem erlaubt uns quasi ... eben die weiteren kontinuierlichen Produktverbesserungen auf den Markt zu bringen und gleichzeitig drei Schritte schon weiterzudenken, weil, was nämlich das Problem ist, wenn man das nicht macht, wenn du so einen Druck auf dem Kessel hast und sagst, wir brauchen sechs Monate, brauchen wir was Neues, dann, wenn du in so einem Entwicklungsteam bist, dann denkst du dir, okay, jetzt müssen wir irgendwas machen, was auf jeden Fall selbst funktioniert.
00:23:43: Aber Innovation funktioniert anders.
00:23:45: So, dann musst du damit ... Rechnen, dass Dinge nicht funktionieren, dass es dafür noch keine Prozesse gibt, dass es dafür noch keine Supplyer gibt, die irgendwie so was schnell umsetzen können.
00:23:56: Und mittlerweile müssen wir ja unser Business am Leben erhalten.
00:24:00: Das heißt, wir brauchen eine andere Sicherheit.
00:24:05: Und deswegen in diesem dritten, also in dem Team mit dem größten Innovationshorizont, deren Aufgabe ist quasi so Opportunity Fields aufzubauen, schnell Ideen zu entwickeln.
00:24:16: und ganz, ganz schnell zu testen und dann zu schauen, was unten übrig bleibt.
00:24:20: Und erst dann geht man quasi in eine Umsetzung.
00:24:23: Ähm, ja.
00:24:25: Was davon macht ihr am meisten Spaß?
00:24:27: Sind das quasi diese Moonshot-Geschichten?
00:24:30: Ja, ja, klar.
00:24:30: Das
00:24:30: schon.
00:24:32: Ja, wobei, ich muss sagen, also, Moonshot-Geschichten machen wir schwer.
00:24:36: Das ist, glaub ich, auch so wie mein, entspricht meinem Skillset so.
00:24:40: Ich bin jemand, der ... gerne Ideen kreiert und im Abstrakten unterwegs ist.
00:24:48: Aber gleichzeitig macht mir schon auch das Handwerk Spaß.
00:24:50: Also, ich gerade irgendwie mache ich, habe ich ein neues CMF-Strategie irgendwie eingeführt und recherchier Farben und schaue mir die Fashion Week Trends an.
00:25:02: Dann lässt sich auch was mit mir schon aufbocken.
00:25:05: Und ich glaube, da ist unser Markt gar nicht so verschieden.
00:25:07: Ich mein, im Bitubisars-Bereich musst du auch ständig neue Funktionen rausbringen.
00:25:10: Ansonsten bist du immer ein Backform-Fanster, weil die Wettbewerber dich dann überholen.
00:25:14: Ich mein, im Bereich Consumer-Brands musst du auch ständig die Marke zumindest für den Konsumenten noch inkrementell verbessern.
00:25:20: Aber wahrscheinlich dürfen die Schritte auch nicht zu groß sein, oder?
00:25:24: Genau.
00:25:24: Ist das eine Herausforderung?
00:25:25: Und wenn ja, wie geht ihr damit um?
00:25:29: Ja, es ist tatsächlich ... Na, jetzt muss man sagen, wir haben ... Wir hatten schon Produktideen in unseren Teams, wo wir uns die Frage gestellt haben, kann man das unter den selben Markennamen launchen?
00:25:44: Ist das eher dann was, wofür man eine Subbrand braucht?
00:25:48: Aber die Realität ist dann auch, dass wir sagen, okay, wir können gerade keine Subbrand stemmen.
00:25:55: Und auch die Realität ist, dass man, ich mein, wir haben jetzt was, sechs Jahre oder so gebraucht, bis man ... da steht, wo wir gerade stehen und einen Namen hat im Markt, eine hohe Brand awareness hat und so weiter und so fort.
00:26:09: Und die Zeit müsstest du nochmal für ne Subbrand investieren.
00:26:11: Und da fließt natürlich auch viel Geld rein, also Sichtbarkeit equals.
00:26:15: Also klar, da kann man viel PR machen, aber da braucht man schon auch einfach viel Medienbudget.
00:26:20: Und von dem her, ja, das ist so, ist eine Frage, die uns begleitet und wo wir jetzt noch nicht, ja, wo wir irgendwie jetzt... schon sagen können, wir haben da irgendwie den heiligen Gral gefunden, weil so weit sind wir noch nicht.
00:26:35: Aber was wir zum Beispiel, wir haben ... Wir haben Supplement-Produkt auf den Markt gebracht.
00:26:40: Einfach, weil wir sehen, Supplements ist sehr nah an unserem Produkt dran.
00:26:45: Es ist ein Markt, der boomt so, das ist so eine logische ... So war so ein Opportunity-Field für uns.
00:26:51: Aber auch krass kompetitiv, oder?
00:26:53: Im Vergleich zu Arab an sich ist doch krass kompetitiv.
00:26:56: Genau.
00:26:57: Und das ist dann auch, man merkt, es ist ein anderer Markt.
00:27:02: Die Besonderheit an unserem Supplement war, dass wir gesagt haben, wir machen ein Supplement, was zu unserem Produkt passt.
00:27:06: Es ist quasi geschmackslos.
00:27:09: Das heißt, wenn man es in unsere Flasche reinpackt, dann hast du diese unangenehmen Beigeschmecker nicht, die du normalerweise mit Supplements hast.
00:27:16: Aber ... genau, kannst ... quasi noch Geschmack dazu, der dir taugt, quasi oben draufpacken.
00:27:23: Aber das ist auch erklärungsbedürftig.
00:27:26: Und dann musst du, das in diesem kompetitiven Markt musst du das erst mal erklären.
00:27:30: Plus, die Leute denken erst mal nicht bei Suppleman's an unsere Marke.
00:27:34: Da haben wir den ersten Test gemacht, der lief so, ehrlich gesagt, nicht so gut.
00:27:38: Genau.
00:27:38: Und da müsste man sich dann halt entscheiden, okay, wir investieren da jetzt richtig rein.
00:27:43: Oder ... wir lassen das jetzt eher mal so auslaufen.
00:27:48: Und auch da frage ich mich, weil ich mein, das ist auch so ein bisschen meine Welt geworden vom Finanzpartner quasi zum Brand-Event-List oder wie auch immer du das nennen willst.
00:27:56: Ich mein, du hast da vorhin gesagt, es steht für eine gewisse Leichtigkeit, dass ich mir nicht den Stress mache.
00:28:00: Und ich meine, man muss sich ja nur mal diese ganzen Vengevity-Dokus auf Netflix anschauen.
00:28:03: Was für fucking Stress das ist.
00:28:06: Du stehst morgens um fünf auf, machst erst mal Hundert Planks, dann trinkst du Helm-Liter-Olivenöl.
00:28:12: Ja, keine Ahnung.
00:28:13: Schwarze Linsen sind
00:28:15: nur.
00:28:15: Und euer Produkt, der für so eine gewisse Leichtigkeit und ob man die bei den Supplements irgendwie so hinbekommt, stelle ich mir Herausforderungen vor.
00:28:23: Ja, klar.
00:28:24: Und das ist auch wieder eine Routine, die du einführen musst.
00:28:26: Ja.
00:28:27: Und Routinen sind bewiesenerweise das Schwierigste ... Also, es ist einfach Königsdisziplin.
00:28:33: Deswegen ist es auch unser Pöps... Making healthy habits irresistible.
00:28:37: Das ist wirklich die absolute Königsdisziplin, weil ... Ja, bis etwas zur Routine wird, muss echt viel Zeit vergehen.
00:28:46: Du hast davorhin gesagt, ihr habt auch viel von PR profitiert.
00:28:50: Ihr macht auch noch viel PR.
00:28:52: Und wenn man sich mal so umschaut, ihr wart im Stern.
00:28:54: Ich hab kürzlichen Artikel im Guardian gefunden.
00:28:57: Wie englische Schulkönner sich endlich mal gesund ernennen.
00:28:59: Nicht diese Wahnsinn-Zucker-Limonade trinken hier im Morgen und Chips essen.
00:29:04: Dann gab es aber auch in den Artikel im Spiegel für euch.
00:29:06: Wo jeder sagt, das ist so die PR-Championsleg.
00:29:10: Zumindest in Deutschland.
00:29:10: Wenn es da als Fawner reingeschafft hast, dann mehr geht nicht.
00:29:14: Äh, ehrlich, zwei Fragen zu, wie bleibt man da geerdet?
00:29:17: Wir hatten das z.B.
00:29:18: vor einiger Zeit, da hatten wir so eine halbe Seite im Handelsblatt und ich hab schon gemerkt, fuck, ne, da hebst du ein bisschen ab.
00:29:24: Ich hab eine Frau, die nicht ererdet, die gesagt hat, okay, schönen Roger, dass du am Handelsblatt stehst, aber bitte noch mal jetzt den Müll raus.
00:29:31: Mhm.
00:29:32: Das heißt, wie bleibt man da halbwegs geerdet?
00:29:35: Und das Zweite ist, in diesem Artikel gab es auch ein paar kritische Untertöne.
00:29:38: Und ich merke das selber.
00:29:40: Wenn ich irgendwie eine negative Google Rezension über unser Produkt lese, das nimmt mich mit ohne Ende.
00:29:45: Stell mir vor, wenn das ein Spiegel steht, das macht was mit einem, oder?
00:29:48: Ja, das macht auf jeden Fall was mit einem.
00:29:51: Zum Glück hatten wir zu dem Zeitpunkt, also vielleicht als Kontext, was in diesem Spiegelartikel damals stand.
00:29:57: Wir hatten, es gab ein... Sie haben sich als studentisches Magazin bezeichnet.
00:30:05: Das heißt, der Spiegel hat sich als Studentenmagazin?
00:30:09: Nee, es war tatsächlich, also der Artikel wurde eigentlich von einem kleinen Magazin, die sich auch so investigativ Journalismus fokussiert haben im Nachhaltigkeitsbereich.
00:30:20: Von denen kam der Artikel, die hatten aber dann Kontakte zum Spiegel.
00:30:24: Und zurzeit, und da wurde dann quasi dieser Artikel auch veröffentlicht.
00:30:29: Genau, die hatten, sind damals über einen Fehler auf unserer Webseite gestolpert.
00:30:36: Also aus einem innerlichen Fehler, oder?
00:30:37: Ja, es waren Übersetzungsfehler.
00:30:39: Und das waren, auf unserer deutschen Webseite in allen anderen Sprachen war das richtig geschrieben.
00:30:47: Aber aus, wir haben, unsere Pots sind aus recycelbaren Materialien.
00:30:52: Und in der Übersetzung wurde recyceltare Materialien.
00:30:56: Und das haben sie gesehen.
00:30:57: haben uns darauf angesprochen, zu welchem Anteil unsere Pots aus recycelten Materialien werden.
00:31:03: Dann haben wir damals gesagt, sie sind nicht aus recycelten Materialien.
00:31:07: Daraus wurde quasi die Schlagzeile, wir könnten unsere Produkte versprechen, nicht einhalten.
00:31:15: Genau, das haben sie relativ groß aufgezogen.
00:31:18: Da lernt man wahrscheinlich über Nacht, wie Krisenkommunikation funktioniert, oder?
00:31:21: Ja, genau.
00:31:22: Und wie auch PR funktioniert, interessanterweise.
00:31:25: Ja.
00:31:27: Also es waren ganz, ja, es sind interessante Mechanismen, die da zutage kamen.
00:31:35: Ja, und natürlich erste Intuition, weil so alles unfair und warum hier.
00:31:41: Und schaut doch mal eigentlich die ganzen großen Unternehmen an, die
00:31:48: viel
00:31:48: mehr ins Licht gerückt werden müssten in solcher Hinsicht.
00:31:53: Und wir haben auch ... Wahnsinnig viele in den Bereichen investiert.
00:31:57: Wir haben unsere Produktion nach Europa geholt.
00:31:59: Wir haben uns sehr, sehr viele Gedanken darum gemacht.
00:32:04: Genau.
00:32:04: Aber zum Glück war mal ein Team so besonderes Signal, jetzt mal, komm mal runter.
00:32:10: Muss man sachlich darauf reagieren.
00:32:12: Und tatsächlich, wir haben dann irgendwie, ich glaub, auf LinkedIn kommuniziert.
00:32:15: Wir haben dazu Stellung bezogen, haben gesagt, es war ein Fehler.
00:32:19: Aber dann auch gleichzeitig gesagt, was wir alles in dem Bereich machen und was wir daraus gelernt haben.
00:32:26: Und ja, das hat sich dann irgendwie wieder verlaufen.
00:32:31: Aber tatsächlich, also muss man schon sagen, dieser Artikel hängt uns nach.
00:32:36: Und ich hab tatsächlich dann auch noch mal mit dem, ich wurde zu einem Event eingeladen in Berlin.
00:32:44: Es ging um Kommunikation im Nachhaltigkeitsbereich.
00:32:47: Und die haben tatsächlich eine Panel-Diskussion mit dem Gründer von diesem Magazin, die damals den ersten, die Recherche gemacht haben.
00:32:54: Und mich eingeladen und darüber haben wir dann auch noch mal gesprochen.
00:32:57: Und ich, tatsächlich kam was da raus, kam immer, ich hätte dann auch zu mir gesagt, du weißt schon, was das für eine Auswirkung hatte.
00:33:03: Und hab mir dann auch noch mal gesagt so, ey, wie gesagt, also ich hab nicht ganz verstanden, warum sie sich auf so kleine Unternehmen fokussieren, die ja wirklich versuchen, was anders zu machen und dann nicht auf die Unternehmen, die halt seit Jahrzehnten im Markt sind und halt eigentlich das eigentliche Problem sind.
00:33:20: Und ja, ich glaub, am Schluss muss man ja auch erkennen.
00:33:23: Also auch das ist ja ein Business.
00:33:25: Ich glaub, das vergisst man manchmal.
00:33:26: Wir hatten Reichweite, so.
00:33:31: Es ist immer ein zweischneidiges Schwert, wie du schon gesagt hast.
00:33:34: Und ich mach auch PR und bring auch Narrative entsprechend in den Markt.
00:33:40: Und natürlich springt der Journalisten drauf an, wenn du ne geile Success-Story hast, aber natürlich fragen sich Journalisten auch, na gut, da ist auch nicht nur Eitel Sonschein, versuchen natürlich auch dann wederum, die negative Seite irgendwo da zu stellen, auch so eine gewisse Unabhängigkeit eben auch zu zeigen.
00:33:53: Aber klar, ich meine, der Spiegel wird sich nicht vorhalten lassen, wir machen so Product Placement für...
00:33:57: Ja, ja, ja.
00:33:58: Es ist auch voll legitim, so ist er auch richtig so.
00:34:01: Aber wie du sagst, wenn so eine Message natürlich rausgeht, hat natürlich schon Auswirkungen.
00:34:06: Und ja, ich glaub, da lernt man dann wirklich über Nacht, wie eben auch Krisenkommunikation funktioniert, oder?
00:34:11: Das ...
00:34:12: Spannend.
00:34:14: Absolut, und da sind wir auch beim Thema Druck an sich.
00:34:19: Und wir kommen ja beide aus einer Welt, wo wir nicht diese klassische Management-Oxenture hinter uns haben.
00:34:24: Wir haben ja faktisch, das haben wir ja gelernt, aus der Uni ausgegründet, weil die dieses Exist-Stipendium bekommen, was absolut empfehlenswert ist, oder?
00:34:31: Ja,
00:34:32: mega.
00:34:32: Kann
00:34:32: man doch jeden Gründer empfehlen.
00:34:34: Auch wenn man dann zumindest in Hamburg sitzt, man dann häufig so einen alten, abgefagten Uni-Berot, ich glaub, in München ist das ein bisschen weiter, oder?
00:34:42: Ja, also weiter will ich nicht.
00:34:43: Also, ja, wir haben mittlerweile eine sehr gute Start-up-Kultur in München.
00:34:48: Das war, als wir angefangen haben, noch nichts.
00:34:51: Also ... Es ist immer schwer, irgendwas festzumachen.
00:34:54: Aber zumindest war zu dem Zeitpunkt noch Berlin immer so die große Startup-Hauptstadt.
00:35:01: Und mittlerweile habe ich schon das Gefühl, dass bei uns sehr viel passiert.
00:35:06: über die bits and pretzels, die bei uns stattfinden.
00:35:08: Ich meine, ihr habt die um.
00:35:09: Wir haben die bits and pretzels.
00:35:12: Dann die Uni, die TU München, die sich sehr dafür einsetzt.
00:35:16: Die hat so ein großes Entrepreneurshipcenter aufgebaut.
00:35:18: Die sind eben sehr gut darin, einen zu beraten, wenn es darum geht, einen Existantrag zu stellen.
00:35:24: Das hat uns damals sehr geholfen.
00:35:26: Man muss diesen Existantrag auch über eine Uni einreichen.
00:35:30: Deswegen ist da die Uni auch wichtig.
00:35:33: Und jetzt gerade sehe ich auch, dass die die LMU und Entrepreneurship Center aufbauen will mit noch einer anderen Gewichtung.
00:35:41: Also TU München ist ja sehr technisch.
00:35:45: Und die LMU, da sind ja viele Geisteswissenschaften unterwegs und die wollen dann nochmal so eine Balance bringen und nochmal einen anderen Raum öffnen für Gründungen.
00:35:56: Und das ist mega cool.
00:35:58: Aber um zu dem Punkt zurückzukommen, unser erstes Büro war.
00:36:02: Wahrscheinlich auch nicht viel besser als euer Stress.
00:36:06: Wir saßen so im alten Wirtschaftsinformatiker-Burot und der alte Wirtschaftsinformatik-Professor, der muss wieder Fett-Zigare oder Pfeife geraucht haben.
00:36:13: Das war jedenfalls alles komplett vergebildet.
00:36:16: Ja, das hatten wir nicht.
00:36:17: Das hatten wir nicht, wir hatten schon, ja.
00:36:19: War aber klein.
00:36:20: Und Fun Fact, und auch wenn wir hier in Hamburg die OMR haben, Hamburger Uniy-Ökosystem ist nicht besonders gründerfreundlich.
00:36:26: Wir hatten sogar den Fall, dass unser Exist-Antrag irgendwo verstand worden ist.
00:36:29: Ja, ja, ja.
00:36:33: Ja, es gibt eine Uni Hamburg.
00:36:34: Ich meine, es war eine der größten Unis hier in Deutschland.
00:36:37: Es gibt eine halbe Stelle, die sich damit beschäftigt.
00:36:39: Und die Frau war leider ein bisschen überfordert, das muss man sagen.
00:36:42: Also, sehr fast daran gescheitert, ne?
00:36:44: Wow!
00:36:45: Habt ihr jetzt nochmal ihr geschrieben und gesagt, gut, dass es geklappt
00:36:48: hat?
00:36:48: Ja, wir sind am Austauschen, war auch alles versöhnlich.
00:36:50: Aber da kannst du dir vorstellen, dass das eine toffe Zeit war.
00:36:53: Ja.
00:36:55: Aber ich glaube, man kann es jedem empfehlen.
00:36:56: Und viele wissen gar nicht, dass es das gibt.
00:36:58: Du kriegst da quasi ein Jahr lang Stipendium, was du nicht zurückzahlen musst.
00:37:01: Vor allem
00:37:02: bekommst du einen Gehalt.
00:37:03: Ich glaub, das ist die größte Hürde für jemanden, der gerade in der Gründung schüttert, dass du denkst, okay, ich hab da die monatliche Mieter, die ich irgendwie überweisen muss.
00:37:13: Wenn du nicht schon jahrelang davor dir irgendwas beiseite gelegt hast für so eine Phase, dann ist das ja vor allem, was du stemmen brauchst, Zeit, um daran arbeiten zu können.
00:37:24: Das heißt, irgendwie musst du einen Gehalt ersetzen, was du sonst von einem anderen Arbeitgeber.
00:37:29: bekommen ein Hattest,
00:37:30: ja.
00:37:30: Ja, und wie gesagt, ich glaub, es ist gar nicht so bekannt, aber man braucht halt, wie gesagt, ne, man braucht eine Uni, wie du sagtest, und man braucht irgendwie ein Professor, da zumindest immer mal eine Unterschrift druntersetzen.
00:37:38: Genau, eine Person muss eingeschrieben sein, glaub ich, an der Uni.
00:37:42: Und ich glaub, auch maximal drei Leute, zumindest war das früher bei uns so.
00:37:44: Also drei Leute kriegen maximal Stipendium, oder?
00:37:47: Genau,
00:37:47: wir waren tatsächlich zuviert, wir haben es uns dann aufgeteilt.
00:37:50: Ach krass, Respekt.
00:37:51: Ja.
00:37:52: Der Mensch.
00:37:55: Wo wir bei dem thema sind ich mein wenn du aus der Uni kommst oder ich war zwischendurch noch mal finanzbeamter.
00:38:00: Und du steigst als gründer ein ich mein du hast ja nicht diese diese management option hinter dir und die stellst du so ein team auf.
00:38:08: ich mein wir haben den fehler.
00:38:09: das war im nachgang war es in der taten fehler.
00:38:12: wir haben gesagt wir sind alle gleichberechtigt das heißt wir sind drei coos.
00:38:16: So sind wir in dem marken starten.
00:38:18: das war auch.
00:38:19: Zu Beginn war absolut sinnvoll.
00:38:20: Matthias, der eine Mitgründer, war der Produktmensch, der hat das erste Dashboard gekodet.
00:38:25: Dann gab es Christian, der die ganzen, sag ich mal, Prozesse im Hintergrund glattgezogen hat, der auch schon mit den ersten Investoren geredet hat.
00:38:30: Das konnte der perfekt.
00:38:32: Und ich war so dieser Steuermarkenbranddude.
00:38:35: Das konnte das Investoren noch super verkaufen, diese, sag ich mal, vom Mindset her, vom Skillset her.
00:38:41: Sehr diverses Team.
00:38:42: Wir haben aber irgendwann gemerkt ... Dass diese drei Kossiorolle immer noch die Firma in drei Teile zerrissen hat, mehr oder weniger.
00:38:49: Das ist da irgendwo interne Grenzen gab, die natürlich die größere.
00:38:52: das Team wurde, ist immer ineffizienter wurde.
00:38:55: Habt ihr euch da zu Beginn, hattet ihr auch eine klare Rollenteilung oder wart ihr auch drei, vier Chefs?
00:39:00: Klar, also wir waren nicht drei, vier Chefs, wobei ... Wir haben am Anfang das schon sehr, sehr ... möglichst wenig drüber geredet und das irgendwie so sehr gleichberecht gehalten.
00:39:15: War das unausgesprochen oder war das irgendwo schon ein Agreement zwischen euch?
00:39:22: Schwer zu sagen.
00:39:22: Schwer zu sagen.
00:39:24: Ich glaube, Rückblickend war so der Anspruch, man möchte es möglichst auf alles auf Augenhöhe halten und möglichst auch, das war, glaube ich, unser größeres Problem.
00:39:35: Unser größter Problem war, dass wir alle in allen Themen involviert bleiben wollten.
00:39:41: Okay, das war ein Metapher.
00:39:42: Ja, das war wirklich tap, muss man sagen.
00:39:44: Wir waren alle sehr engagiert bei allen Themen und alle wollten bei allen Prozessen mitsprechen.
00:39:51: Das war unser größeres Problem, würde ich sagen.
00:39:54: Wir hatten die Herausforderung, dass wir waren zu fünf.
00:40:01: Und wir hatten zwei Produktleute, also Tim und mich.
00:40:05: Der Fabi eigentlich auch, weil der hat Lebensmitteltechnologie studiert.
00:40:08: Und da war zum Beispiel bei uns die Frage, wie teilt man sich's auf?
00:40:12: Deswegen, ich hatte ja auch als dieser erste Designprozess quasi hinter sich gebracht wurde, habe ich mich erstmal in Brian in Kommunikation gemacht und so.
00:40:21: Der Hintergrund war einfach, weil Tim quasi derjenige war immer näher an Produktionen.
00:40:26: Das Verfahren dran war und auch das Skillset, das Mindset dafür hatte.
00:40:32: Ja, und es war dann halt so eine pragmatische Lösung dafür.
00:40:36: Und dann haben wir aber relativ schnell, also, ... ... im Mitte of two thousand nineteen sind wir auf den Markt gekommen.
00:40:45: Und bis dahin war einfach das Ziel, okay, wir wollen das Produkt auf den Markt bringen.
00:40:48: So.
00:40:49: Und whatever happens will happen.
00:40:51: So.
00:40:52: Und dafür hatte jeder eine relativ klare Rolle.
00:40:56: Weil jeder hatte irgendwie was dazu beizutragen.
00:40:59: Und dann sind wir auf den Markt gekommen.
00:41:01: Und es hat bombastisch funktioniert.
00:41:04: Aber zu dem Zeitpunkt, davor hat niemand darüber nachgedacht, was passiert, wenn wir erfolgreich sind.
00:41:09: Und dann sind wir explodiert.
00:41:12: Wir haben innerhalb von den ersten sechs Wochen, haben wir achtzig tausend von unseren Produkten verkauft.
00:41:17: Und dann war so, okay, Shit, was machen wir jetzt?
00:41:19: Sind wir bald stockout?
00:41:20: Was geht's weiter?
00:41:22: Und dann haben wir relativ schnell festgestellt, wir sind wahnsinnig engagiert, wir haben Bock auf die ganze Reise.
00:41:30: Aber wir haben keine Ahnung, wie man so ein Business aufzieht und groß macht.
00:41:33: Dann haben wir uns einen erfahrenen CEO reingeholt.
00:41:36: Damit war quasi die Frage nach, sind wir alle zu fünf Co-CEOs relativ gut erledigt?
00:41:45: Zu dem Zeitpunkt hatten wir dann auch festgestellt, wir haben sehr viel diskutiert.
00:41:50: In dieser Gleichberechtigung ist man manchmal zu keinem Schluss gekommen.
00:41:56: Das war eine aktive Entscheidung, uns jemanden darüber zu setzen, der das letzte Wort hat.
00:42:03: Das ist krass, selbst reflektiert.
00:42:05: Ich glaube, da scheitern auch viele Start-ups dran.
00:42:08: Und der Prozess, wie ich das stand, kam komplett aus euch heraus.
00:42:11: Ich meine, ihr habt der namenhafte Investor am Board.
00:42:13: Haben die da mit geredet oder Impulse
00:42:15: gegeben?
00:42:15: Nee, tatsächlich war das unsere Eigenentscheidung.
00:42:18: Wahnsinn.
00:42:20: Ja, ich glaub, das ist das ... Das, worauf wir am stolzesten sein können, dass wir an den richtigen Stellen immer... und unser Ego irgendwie in Zaum halten konnten.
00:42:33: Ich wollte es grad sagen, das Ego kann, glaub ich, das Ding sein, was am Ende des Tages entscheidet, ob es ein Erfolg wird oder nicht.
00:42:39: Und wenn man sich schon der frühen Phase, wo alles noch linear nach oben geht, nicht, wenn man schon struggled oder in unruhiges Gewässer kommt, wenn man dann schon der Phase entscheidet, okay, wir brauchen andere Expertise, muss ich echt meinen Hut ziehen, gar nicht auffahren.
00:42:53: Aber das ist auch tatsächlich, ich glaub, der Vorteil an dem großen Gründer-Team.
00:42:58: Ja.
00:42:58: Weil du schon ... Du musst ja schon von Anfang an viel mehr.
00:43:04: Also, du musst viel mehr aufteilen.
00:43:07: Und dadurch bist du ... Hast du schon mehr abgegeben, vielleicht als jemand, der ... so ein zweier Gründerteam oder so.
00:43:15: Die müssen natürlich, die geben viel mehr ... Einfluss ab, wenn sie sich ins CEO drüber setzen.
00:43:21: Bei uns war das schon relativ aufgeteilt und damit war, ich glaub, der wichtigste Schritt schon getan.
00:43:25: Aber trotzdem, ja, es war auf jeden Fall ... Und es ist nicht immer bequem, was man auch dazu sagt.
00:43:31: Klar, also, es findet man nicht so, wenn man sagt, ja, jemand trifft die Entscheidung.
00:43:36: Natürlich, wenn dann die Entscheidung gegen deine eigene Meinung getroffen wird, findet man es im ersten Moment kacke.
00:43:42: Wenn man es auch umgehen kann.
00:43:45: Absolut, aber wie gesagt, also, allein der Prozess, sich so viel hinzusetzen, sagen, wir brauchen da jemand, der einfach damit Erfahrung hat.
00:43:53: Zoll ich jeden Respekt.
00:43:54: Bei uns war es in der Tat so ein schleichender Prozess, dass wir immer gemerkt haben, dieses Produkt, das kommt nicht mehr so richtig vom Fleck.
00:44:01: Ich hatte Ohr am Markt und ich hab das mitbekommen und ich hatte diese Produktvision im Kopf, aber ich hab sie nicht ins Produkt reinbekommen.
00:44:08: Klar, da ist mein Kuhfahnder drauf.
00:44:10: Und dass wir uns dann irgendwann, und das war auch eine taffe Zeit, dann irgendwann entschieden haben, nee, wir müssen das komplett neu aufteilen.
00:44:16: Jetzt ist Christian unser CEO.
00:44:18: Matthias, der Produktfahnder, ist dann irgendwann ausgestiegen.
00:44:21: Und ich bin quasi jetzt so der Markenbotschafter.
00:44:24: Und vertraue auch da Christian komplett.
00:44:26: Wenn er sagt, strategisch gehen wir diese Richtung, natürlich diskutieren wir darüber auch.
00:44:30: Aber bei den Details halte ich mich in der Tat auch zurück.
00:44:33: Das ist manchmal in der Tat nicht leicht, wie du sagst.
00:44:35: Natürlich hast du weiterhin irgendwo ein Ego, muss man sich nix vormachen.
00:44:38: Oder
00:44:38: eine Meinung zumindest.
00:44:39: Oder natürlich eine Meinung.
00:44:41: Und du brennst sie auch noch für das Unternehmen.
00:44:44: Also gar keine Frage.
00:44:46: Würdest du sagen, dass mit dieser Entscheidung vielleicht auch der Druck an sich ein bisschen nachgelassen hat?
00:44:51: Ja.
00:44:52: Ja?
00:44:52: Ja, also ... Deswegen, ich hab immer höchsten Respekt vor den, wie gesagt, den zweiergründenden Teams oder so, wo halt sehr viel der Last auf nur zwei paar Schultern verteilt ist.
00:45:06: Bei uns hat sich das schon von Anfang an ein bisschen besser verteilt.
00:45:10: Das heißt nicht, dass wir nicht so viel Zeit investiert haben und so.
00:45:14: Aber natürlich, du hattest immer mehr Sparing-Partner um dich herum und ... Wie gesagt, wir konnten, es hat uns auch die Möglichkeit gegeben, uns stärker zu spezialisieren in Bereiche.
00:45:26: Also dann auch, sonst ist es ja so, da macht er ein Produkt, Finanzen, was ist ich, also da kommen jetzt auch viele Bereiche dazu.
00:45:35: Bei uns war das schon relativ gut aufgeteilt.
00:45:40: Wenn der Druck an der Stelle raus ist, ich meine, ist er trotzdem Gründenunternehmen für ein Produkt weiterentwickeln, ist ja im Kern das ein Energiethema.
00:45:47: Das heißt, du musst da immer permanent Energie reinfeuern, auch wenn du mal einen schlechten Tag hast.
00:45:51: Hast du da über die Jahre, sag ich mal, auch gewisse Mechanismen entwickelt oder dir Hilfe geholt?
00:45:56: Also, ich mach zum Beispiel seit zwei Jahren, das kann ich echt, zumindest aus meiner Sicht, dir in Empfehlung der zweierenden Coaching.
00:46:02: Also, alle sechs Wochen war ich nach Berlin zu meiner Coaching und kann mit dir offen über alles reden.
00:46:06: Das hat schon fast so einen gewissen therapeutischen Charakter.
00:46:09: hilft mir auch, alte Glaubenssätze aus der Kindheit ein bisschen aufzubrechen, wenn so ein toxischer Perfektionismus eingeimpft worden ist, der, glaub ich, in so einem Bereich tödlich ist.
00:46:20: Hast du da irgendwie einen Weg für dich gefunden?
00:46:23: Ja, tatsächlich.
00:46:24: Also, es war auch ein Teil davon.
00:46:26: Also, ich hab ... Coachings gemacht, unterschiedlich, mal die Therapie.
00:46:32: Also, es ist halt auch ... So weit auseinander ist es ja auch ...
00:46:35: Nee, das ist ein unfließender Übergang, oder?
00:46:38: Kannst auch nur jedem empfehlen, ich glaub, man macht da so viel durch in der Zeit, dass es total hilft, jemanden zu haben, der einem so aus diesem Hamsterrad rauszieht, um das mal von einer anderen Perspektive zu betrachten.
00:46:54: Weil die Zeit nimmt man sich selber nicht.
00:46:55: Und wenn man so in diesem ... Okay, ich arbeite von, keine Ahnung, acht Uhr in der Früh bis zwölf Uhr nachts.
00:47:03: Dann hast du ja auch de facto einfach keine Zeit, um dir darüber Gedanken zu machen.
00:47:08: Ja, also, das war ein Teil.
00:47:09: Seit letztem Jahr ist es ein, ich weiß nicht, ob man's Tool nennt, aber ich hab irgendwann festgestellt, dass mir auch so ein enger Austausch mit anderen Gründerinnen irgendwie empfehlt.
00:47:25: Weil ich mein, du bist ja ja auch viel unterwegs.
00:47:29: Und es ist ja schon auch immer so, dass die lernen viele Leute kennen, aber auf so Events spricht man ja dann doch auch nicht so tacheles.
00:47:37: Oder wenn das so oerflächlich denkt, die Fakt war, die läuft ja alles
00:47:40: reibungslos, oder?
00:47:42: Ja, genau, genau.
00:47:42: Und dann stichle ich mich immer so, oh mein Gott.
00:47:45: Das sind das nur wir, die auch mal Probleme haben.
00:47:47: Weil nee, jeder versucht sich natürlich von seiner besten Seite zu präsentieren.
00:47:52: Und dann hab ich mir überlegt, ob ich EO mach, EO.
00:47:56: Hab ich auch überlegt, und machst du's?
00:47:58: Nee, das mach ich nicht, weil mir das war dann zu, es gibt ja einen relativ strengen Rahmen vor.
00:48:05: Und dann habe ich mich mit fünf anderen Gründerinnen zusammengetan.
00:48:10: Und wir fahren jetzt einmal im halben Jahr weg über ein verlängertes Wochenende.
00:48:15: Und tauschen uns aus über Unternehmenschallenges, über ... Dinge, die uns gerade beschäftigen und kriegen halt einfach Learnings von den anderen mit.
00:48:26: Und was man dann natürlich dann schon auch sieht eben, das nimmt einen so eine Unsicherheit.
00:48:32: Weil, wie du sagst, also man denkt immer bei einen läuft es perfekt und bei einem selber nicht.
00:48:38: Und am Schluss merkt man, alle kochen nur mit Wasser und alle haben die ... Leute durchlaufen die selben Phasen und alle haben die selben Probleme.
00:48:43: Habt einen gewissen Punkt.
00:48:46: Absolut.
00:48:47: Absolut.
00:48:47: Man lernt da auf jeden Fall sehr viel.
00:48:50: dazu.
00:48:51: Genau.
00:48:52: Also, ich meine, faktisch habt ihr euer eigenes kleines I.O.-Netzwerk dann gebaut.
00:48:55: Genau.
00:48:56: Bisher mit unseren eigenen Regeln.
00:48:58: Schön.
00:48:59: Cool.
00:49:00: Das Dilemma.
00:49:03: Wo wir gerade so bei Challenges und Dilemmata sind, wir wollten auch über ein Thema reden.
00:49:08: Und ich glaube, da sind wir gar nicht so weit auseinander.
00:49:11: Und zwar ist das die Frage, wann gehe ich mit einem... innovativen Produkt raus, in welchen Stadion.
00:49:17: Wann werfe ich es in den Markt und kriege das ungefüllte Feedback zurück.
00:49:21: Ich kann mal kurz erzählen, wie wir gestartet sind und ich weiß gar nicht, ob ich das jemals wieder so machen würde.
00:49:26: Als wir unser Produkt verkauft haben, wir haben gesagt, wir machen dieses ganze Steuerthema im e-commerce und bin ich auf Messen gegangen, hab schon mal mit Händlern geredet, mit e-commerce Brands geredet, hab so ... Da haben wir was gebaut, was nur im Backend gab.
00:49:39: Wir haben uns von den ersten Kunden über den Amazon-Accounts die Daten gezogen, haben die teilweise händisch ausgewertet.
00:49:46: Und konnten dann schon dieses ganze Steuerthema im Ausland abbilden.
00:49:51: Unser erstes Produkt sah so aus, ich hab ein Telefon gegriffen, hab gesagt, ich hab dich auf einer Messe getroffen.
00:49:56: Soll man für dich nicht das Steuerthema erledigen?
00:50:00: Dashboard oder so was gibt's erst mal nicht, das ist eine Entwicklung.
00:50:03: Ja.
00:50:04: Du kriegst von uns einmal im Monat eine E-Mail, da steht drin bitte bei Weiße x-tausend Euro an das Finanzamt in Frankreich oder Italien.
00:50:10: So, dachte ich, okay, die jagen mich alle zur Hölle.
00:50:12: Und in der Tat gab's aber echt diese Early-Early-Adopter, die gesagt haben, ja, Roger, das ist ein Pain, das brauche ich.
00:50:18: So, würde ich jetzt unter der Marke Textur wieder so in die Marke gehen, natürlich nicht.
00:50:22: Das wäre super-shady.
00:50:23: Aber ich glaube, damals war es die richtige Entscheidung.
00:50:27: Wie war das bei euch beziehungsweise, wie denkst du jetzt darüber nach?
00:50:30: Auch gerade bei neuen Produktlinien vielleicht?
00:50:32: Ja, ich kann vielleicht auch erst Kontext geben, wie wir in einem Markt gestartet sind.
00:50:36: Wir hatten damals den ersten funktionalen Prototypen zu diesem Produkt, in der Bachelorarbeit von Timon Mier entstanden.
00:50:45: Der hat tatsächlich schon funktioniert, war aber weit davon entfernt, wirklich in Produktion gehen zu können.
00:50:52: Weil was man feststellt, wenn man ein physisches Produkt entwickelt, erstens ist es wahnsinnig teuer.
00:50:57: Gerade wenn es ein kleines Stück produziert, oder?
00:50:59: Genau.
00:51:00: Was man feststellt, ist, dass man eigentlich nicht die Möglichkeit hat, kleine Stückzahlen zu produzieren.
00:51:07: Also irgendwie tausend Stück.
00:51:08: Das war so ein erster Plan.
00:51:09: Gut, wir haben jetzt einen funktionellen Prototypen, den entwickeln wir so weit, dass wir irgendwie tausend davon an erste Tester oder so geben können.
00:51:18: Und dann schauen wir mal, wie es funktioniert.
00:51:20: Das hat wahrscheinlich auch gleich das Exist-Budget gesprengt, oder?
00:51:23: Ja,
00:51:23: ja, wir machen jetzt tatsächlich manchmal noch Lassenmodelle bauen.
00:51:27: Da kostet uns, das sind jetzt nur visuelle Prototypen, da kostet uns eine Flasche mindestens ein Tausend Fünfhundert Euro.
00:51:36: Um das mal so in Perspektive zu setzen.
00:51:39: Da haben wir schon produzierte Teile, die wir denen geben.
00:51:42: So kleine Stückzahlen, das funktioniert nicht, weil du quasi Werkzeuge dafür erstellen musst, die wahnsinnig teuer sind.
00:51:49: Und dann lohnen sich kleine Stückzahlen nicht.
00:51:52: Das heißt, bei uns war die Frage entweder ganz oder gar nicht.
00:51:58: Mit dem ersten Geld von Investoren war klar, okay, wir gehen aufs Ganze und wir investieren in der Produktion.
00:52:07: Das heißt auch, dass wir, klar, wir mussten bis zum gewissen, also wir mussten bis zum gewissen Stadion weiterentwickeln.
00:52:15: Das heißt nicht, dass es das allerperfekteste Produkt war, aber es war, es hat die Grundfunktion abgedeckt.
00:52:21: Es sah halbwegs okay aus.
00:52:24: Und ... Ja, am Schluss hat man, wenn man das Produkt bekommen hat, keinen Prototypen bekommen, sondern man hat wirklich ein finales Produkt bekommen.
00:52:32: Und das hat am Schluss sehr gut funktioniert.
00:52:37: Hätte aber auch total in die Hose gehen können, ehrlicherweise, weil wir eigentlich sehr wenig Marktforschung davor gemacht haben.
00:52:43: Wir machen jetzt, wir testen viel, viel mehr.
00:52:46: Da war viel, viel Glaube und guter Wille dabei.
00:52:50: Ich glaub, das fehlt eine manchmal in so einer größeren ... Wenn man umso größer man wird als Unternehmen, manchmal könnte man davon wieder mehr vertragen.
00:52:59: Man tendiert eher dazu, wieder sehr viele Risiken zu sehen und zu denken, okay, ist es der Invest wirklich wert?
00:53:05: Und wo sind die Datenfakten zahlen?
00:53:07: Und so hatte man vielleicht beim ersten Produkt auch nicht.
00:53:10: Ähm, genau.
00:53:13: Aber was ich, wo wir jetzt eben sind, also ich hab ja vorher von diesem dreistufigen Entwicklungsteam, äh ... von unserem Produktteam.
00:53:23: Das ist
00:53:23: Innovationsleiern, ne?
00:53:25: Genau, mit den Innovationsleiern.
00:53:28: Und in Swimlin' Three, also wie nennt sie das?
00:53:30: Ich weiß gar nicht, weil halt diese Name kommt.
00:53:33: Das ist quasi unser Produktteam mit dem größten Innovationshorizont.
00:53:36: Da entwickeln wir Ideen sehr, sehr schnell und bringen erste schnelle Prototypen auch ins Vertesten.
00:53:44: Da machen wir viele auch einfach nur Fake-Aids-Vertesten und schauen, wie viele Leute drauf klicken.
00:53:49: Aber es geht dann halt auch in erste Prototypen über.
00:53:52: Und da stelle ich mir schon immer sehr... Also, wie gesagt, es ist ein Dilemma, so.
00:53:59: Stelle ich mir die Frage, ab welchen Zeitpunkt ist es gut genug, um realistisches Feedback zu bekommen?
00:54:04: Und ab welchen Zeitpunkt ist es zu viel Zeit investiert, dafür, dass es wahrscheinlich in die Hose gehen kann?
00:54:09: Und so richtig?
00:54:10: Na, Antwort darauf habe ich nicht gefunden, wo ich aber natürlich als Produktdesignerin ein bisschen... mein Problem mit hab ist so dieses ganz, ganz hardcore MVP denken.
00:54:20: Weil ich glaub, vor allem, wenn man in einem Lifestyle-Produkt unterwegs ist, ein Lifestyle-Bereich unterwegs ist, wenn der Technologie grad nicht wahnsinnig hoch ist, also wenn die Innovation nicht wahnsinnig hoch ist, dann kommt's natürlich auch um die Umsetzung an, damit man irgendwie einen Unterschied zu anderen Wettbewerbern quasi erreicht.
00:54:39: Ja, also, kann ich absolut spiegeln.
00:54:41: Ich glaub, was wichtig ist, das gilt für euer Produkt, als das für unser.
00:54:45: Es muss halt sicher sein, ne?
00:54:45: Also, dass man natürlich gemeldet ist in Sender, das ist, glaub ich, überhaupt keine Frage.
00:54:50: Aber wo ich mittlerweile auch kein Fan von bin, und ich hab kürzlich mit Max von der Pinjo gesprochen, die machen ja so Marktworschung.
00:54:58: Ewig sag ich mal auf dem Markt zu hören und dann auf versuchen jedes Feedback irgendwo wieder einzubauen.
00:55:04: Ganz einfaches Beispiel.
00:55:05: Wir sind gerade in so einer Produktlinie dran.
00:55:07: Wir stellen die Steuerkanzleien vor.
00:55:09: Du zeigst das Produkt, zehn Steuerkanzleien und du kriegst elfmal ein Produktfeedback, was komplett auseinandergeht.
00:55:15: Da wünschst du dir X und Tratt und musst dann selber überlegen, was baust du ein?
00:55:19: Und am Ende des Tages komme ich hoffe ich zum Schluss und sage eigentlich gar nichts davon.
00:55:23: Wenn was innovativ werden soll, dann musst du das alles beiseitewischen.
00:55:26: Ich meine, aus sonst die Job.
00:55:27: Ich hab's da nicht vor, keine Ahnung, ein Prototypen von iPhone im Markt geworfen.
00:55:31: Jetzt weg mit den Tasten und jetzt gibt's einen neuen Touchscreen.
00:55:34: Da frag ich mich, muss man vielleicht wieder mehr so bold sein, aber es ist eine Herausforderung, je größer du bist, desto mehr hast du die Risiken im Hinterkopf.
00:55:41: Du hast ein Team, du hast Investoren.
00:55:43: Das ist, glaub ich, die Challenge, oder?
00:55:45: Wie risikobereit wird, ist man eigentlich noch?
00:55:48: Ja, es sprichst mehr aus der Seele, ja.
00:55:53: Ich würde mir immer mehr Risikobereitschaft wünschen.
00:55:56: Aber natürlich, umso weiter das Unternehmen ist, umso größer es ist, umso mehr Risiken dranhängen, umso größere Konsequenzen daraus resultieren können, dass so schwieriger ist, es weiterhin sich diesen Space zu erarbeiten.
00:56:13: Und deswegen ist es so wichtig, dass man, wie gesagt, dass wir dieses System zum Beispiel haben, dass wir nicht auf eine Produktneuerung angewiesen sind.
00:56:26: Also, dass man nur in einem Team entwickelt.
00:56:28: Und wenn's halt dann in dem einen Team nicht klappt, weil irgendwie das mal schief geht, dass man dann von dem Riesenproblem steht.
00:56:36: Deswegen, ich glaub, sehr, sehr stark an diese Parallelentwicklung.
00:56:39: Einmal.
00:56:40: Und dann, glaub ich, auch sehr stark daran, dass man in dem Prozess der Produktentwicklung immer mal wieder so Brainstorming-Momente hat.
00:56:51: wo man über die Grenzen hinausdenken kann und wo Leute das Gefühl haben, sie können da jetzt mal ganz wild irgendwie Ideen kreieren.
00:56:59: Wir haben da zum Beispiel auch unser Brandstrategie mit Thomas mir beigebracht.
00:57:07: Es gibt so einen Framework, zu create the worst idea oder so.
00:57:11: Da geht's dann wirklich darum, eigentlich mal drüber nachzulangen.
00:57:13: Was wäre denn eigentlich jetzt wirklich die beschissensste Idee?
00:57:17: Und daraus ergeben sich dann manchmal ... Gedenken, die total interessant sind, aber man muss sich das trauen in dem Moment und den Rahmen für schaffen.
00:57:26: Da gibt es dieses berühmte Zitat von Charlie Munger, always in word, das heißt, dass man das Ganze immer einmal umdreht, dann von der anderen Seite nochmal betrachtet.
00:57:35: Das wächst mir in der Tat aus der Seele.
00:57:36: Und was wird, teilweise auch bei uns intern diskutieren.
00:57:40: Und in meiner Textech-Fintech-Bubble macht das jemand sehr erfolgreich.
00:57:42: Also viele Grüße an Florian Christ, wenn er hier zuhört.
00:57:45: Der Grund ist wirklich so eigenständige Entities für neue, innovative Produkte und lässt die einfach mal laufen.
00:57:51: Da holt sich natürlich Leute, die auch so einen großen Grundersprayband mitbringen.
00:57:54: Man lässt die einfach laufen, manchmal funktioniert's, manchmal ist es auch innerhalb von ein paar Monaten dann tot.
00:57:59: Das ist, glaub ich, auch vielleicht so eine Überlegung, weil wir überlegen, wollen es gerade vielleicht auch in unterschiedliche Branchen zu gehen.
00:58:04: Zurzeit machen wir E-Commerce, aber was eben auch gerade sehr agiert ist, so ein Handwerk.
00:58:08: Die fangen langsam an, so ihre Prozesse zu automatisieren.
00:58:10: Es gibt so ERP-Systeme, platz dem Handwerk, vielleicht gründest du einmal so eine Entity für ... Nur für Handwerk, aber dann sind wir wieder bei einem anderen Dilemma, Alina, über das du vorhin gesprungen hast, dann musst du überlegen, brauch ich dann eine Subbrand?
00:58:21: Und genial, wie befeuere ich die?
00:58:24: Muss ich da wieder persönlich reinspringen, muss auf jedes Event gehen?
00:58:27: Das ist eine richtig Challenge da.
00:58:29: Ja, wir haben auch zum Thema Channels, wir haben uns sehr lang auch unsere Produkte, haben wir hauptsächlich über unsere DTC-Kanäle oder einen DTC-Kanal, vertrieben also eigentlich über unseren Webshop.
00:58:44: Und deshalb besparte natürlich wahnsinnig viel Aufwand.
00:58:50: Um in Retail zu gehen, ist natürlich bedeutet Aufwand für ein Unternehmen.
00:58:54: Man gibt auch viel Kontrolle ab über Datenpreis und so weiter und so fort.
00:58:59: Das waren viele Gründe, die da gegen gesprochen haben.
00:59:03: Und wir haben erst jetzt, was heißt jetzt, aber so Ende letzten Jahres haben wir gesagt, okay, wir gehen jetzt auch ... in andere Saleschannels rein.
00:59:12: Wir haben gemerkt, sie sind wichtig.
00:59:15: Und bauen gerade Retail auf.
00:59:17: Du hast auch Brewe gelistet, hab ich gesehen, ne?
00:59:19: Ja,
00:59:19: genau.
00:59:21: Funktioniert sehr gut.
00:59:22: Und ich würd sagen, es war sogar zu spät fast.
00:59:25: Also, die Tussi hat ja schon so Phasen, ich mein, wir sind groß geworden, als Covid kam.
00:59:31: Und ich mein, da sind alle die Tussi-Brands.
00:59:34: Krass.
00:59:34: E-Commerce generell, ne?
00:59:35: Wahnsinn,
00:59:36: ja.
00:59:37: Krass durch die Decke ging her.
00:59:38: Und jetzt gibt's schon so ein ... im Detoxie-Bereich einfach so ein Abflauen.
00:59:41: Und jetzt merkt man, dass Retail einfach viel wichtiger wird.
00:59:45: Und ich bin so froh, dass wir's gemacht haben.
00:59:47: Aber wann, ab welchem Zeitpunkt?
00:59:49: Also, ich glaub, es war wichtig, so einen ganz klaren Fokus zu setzen.
00:59:52: Ja.
00:59:54: Und es ist jetzt gut, dass wir's wieder aufgebrochen haben.
00:59:57: Man hätte's aber wahrscheinlich früher machen können.
00:59:59: Und ich weiß nicht, was man rückblickend, also ... welche Mechaniken man vielleicht haben muss, um die Entschneidung schneller zu treffen.
01:00:09: Aber vielleicht seid ihr genau an so einem Punkt gerade.
01:00:11: Ja, vielleicht.
01:00:13: Und wahrscheinlich gibt's ja auch keinen richtigen oder falschen, sondern ich glaub, wichtig ist, dass man manchmal auch Entscheidungen einfach trifft.
01:00:17: Ja, ja, genau.
01:00:19: Immer wieder mit sich rumträgt.
01:00:20: Es ist doch mal eine Sache angesprochen, wahrscheinlich müssen wir dann bald eine zweite Folge rausmachen.
01:00:24: Wenn du sagst, Retail war eigentlich jetzt die richtige Entscheidung, vielleicht sogar zu spät.
01:00:27: Wie passt das zu einer Leisteilbrand?
01:00:29: Retail.
01:00:30: Ist das nicht irgendwo auch ein Widerspruch?
01:00:31: Ja,
01:00:32: sehr gute Frage.
01:00:33: Na ja, wir sind ja ... Wir haben einerseits Lifestyle und Tech irgendwo bis zum Gewissengrad, und dann haben wir auf der anderen Seite ein Lebensmittel.
01:00:40: Ja.
01:00:41: Das
01:00:41: muss man ja aussehen.
01:00:42: Und wo kaufen Leute Getränke?
01:00:43: Klar.
01:00:43: Im Retail.
01:00:44: Und ... Das ist halt
01:00:44: ... Wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben eine Statistik, wir haben.
01:00:59: Ja, wenn mal irgendwo über irgendwas drüber steuperst online oder so, dann kauft man sich das gerne mal online.
01:01:05: Aber wenn so ein Wiederkauf-Thema ist, dann ist es einfach bequemer, wenn man irgendwie im Laden dran vorbeigeht, uns es wieder einpackt, als online zu bestellen.
01:01:17: Und online-Bischt, also so ein Subscription-Modell.
01:01:20: Da gibt es eine gewisse Hemmnis immer da, weil die Leute noch so eine Subscription haben.
01:01:25: Wenn's mir nicht taugt, dann muss ich's abstellen.
01:01:29: Also ist mittlerweile auch so eine gewisse Hemmnis da.
01:01:31: Von dem her ist Retail für uns ein sehr ... Ja, ist wichtig einfach für dieses Businessmodell.
01:01:38: Es gibt bessere Brandmomente.
01:01:42: Wahrscheinlich schon.
01:01:42: Und auch da sind wir jetzt am überlegen, wie wir das mehr einführen.
01:01:47: Also wir wollen jetzt mal eigene ... Stores auch testen in einem kleinen und kontrollierbaren Rahmen in Deutschland und eben machen so Tasting-Trial-Sachen.
01:01:59: Ja, mal schauen, was daraus wird.
01:02:02: Gibt's auch viele Beispiele, ne?
01:02:03: Ich meine, ihr kommt ja auch aus dieser Kohorte, so Y-Food, Anker, Kraut und auch diese, die haben Übertrags vertreten, aber auch so Flagships, Stores.
01:02:10: Wo ich mich in der Tat meine Frage ist, ist das nicht irgendwie so ein Widerspruch?
01:02:12: Du hast hier in Hamburg diesen ... Krass, dammerösen Flex-Store.
01:02:16: Und dann stehst du irgendwo um Rewe im Regal.
01:02:20: Was macht das mit der Marke eben auch?
01:02:21: Das ist, glaube ich, auch ein spannendes Thema.
01:02:23: Aber da müssen wir wahrscheinlich immer eine zweite Folge zusammen und zervatert das Ganze.
01:02:27: Insofern, Lena, vielen, vielen Dank für diese wirklich intensiven Einblicke mit dir.
01:02:31: Hat mir sehr viel Spaß gemacht.
01:02:32: Und dann machen wir mal eine zweite Folge, oder?
01:02:34: Ja, auf jeden Fall.
01:02:35: Vielen Dank dir.
01:02:55: by OMR.
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