Marktforschung & Consumer Insights: Max Honig über Appinios Weg zu 35 Mio. Euro Umsatz

Shownotes

Wie skaliert man ein Unternehmen fast ohne Risikokapital auf 35 Millionen Euro Jahresumsatz? In dieser Episode gibt Max Honig, CEO von Appinio, tiefe Einblicke in die Strategien hinter der erfolgreichen Marktforschungs-Plattform. Er spricht über seinen Werdegang bei Rocket Internet, die Bedeutung radikaler Umsetzungsgeschwindigkeit und warum der sogenannte „Attitude-Behavior Gap“ für Marken eine der größten Herausforderungen ist. Zudem diskutieren wir, wie künstliche Intelligenz die Branche verändert und warum das tiefe Verständnis der Zielgruppe in einer Welt von automatisierten Prozessen zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird.

Die Highlights des Gesprächs:

  • Die Rocket-Internet-Schule: Warum extreme Geschwindigkeit in der Execution und die „Not taking no for an answer“-Attitüde entscheidende Prägungen für den späteren Erfolg waren.

  • KI als Gamechanger: Warum Consumer Insights durch KI noch wichtiger werden, da sie als differenzierender Input für automatisierte Marketingsysteme dienen.

-Kapitaleffizientes Wachstum: Wie Appinio durch hohe Kostendisziplin und Transparenz ein nachhaltiges Businessmodell aufgebaut hat, das heute Marken wie Netflix und VW mit Echtzeit-Daten versorgt.

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00:00:00: Also auf dieser Scale, in der Geschwindigkeit das zu machen, ist die Erfolgsgeschichte von Rocket damals.

00:00:03: Das war eine enorm erfolgreiche Kopiermaschine, aber das soll man gar nicht irgendwie abwertend sehen.

00:00:08: Hier hat die eine, würde ich mal sagen, Prozess-Innovation, enorm stark gewonnen, Execution-Innovation.

00:00:13: Wenn man sich nicht schämen, ist man zu spät an Markt gegangen.

00:00:15: Definitiv, kann ich voll unterstreichen.

00:00:16: Damit sind

00:00:17: wir irgendwie ganz gut an Markt gegangen und haben recht früh einfach Umsatz gemacht.

00:00:22: Der Umsatz hat uns noch nicht von Anfang an Profitabe gemacht, aber ist natürlich super, ist auch ein gutes Gefühl übrigens.

00:00:25: Und du wächst und du hast diese Signale vom Markt und so weiter.

00:00:43: Willkommen bei Skin in the Game, dem Podcast über echte Transformation und vor allem die Menschen dahinter.

00:00:48: Ich bin Roger Gotmann.

00:00:50: Wie man eine Plattform aufbaut, die heute marken wie Netflix, VW oder Coca-Cola mit Marktinsights in Echtzeit versorgt, wie ein persönlich dabei eine Station bei Rocket Internet geholfen hat und wie man das auch noch fast ohne wie C-Cola auf mittlerweile thirty-fünf Millionen Euro Jahresumsatz hochskaliert hat, das erzählt uns heute Max Honig, Mitgründer und mittlerweile CEO von Apinio.

00:01:12: Ich freue mich sehr, ihn heute als Gast im OMA-Studio im wunderschönen Hamburg begrüßen zu dürfen.

00:01:16: Moin Max, der Markt.

00:01:20: Max, wie trifft man als Unternehmer als Gründerin gute Entscheidungen?

00:01:25: Wenn man das jemanden fragen sollte und fragen kann, dann sehr wahrscheinlich dich.

00:01:29: Bevor du jetzt zu einem mehrständigen Monolog ansetzt, brechen wir das Ganze mal ein bisschen kleinteiliger runter, so wie wir es ja in den letzten Jahren hoffentlich gelernt haben.

00:01:38: Zu euch kommen ja Unternehmen, die mit einer gewissen Arbeitshypothese arbeiten, was ihren Marketfit betrifft, was ihr Pricing betrifft oder sonstige Hypothese betrifft, das vielleicht auch schon jahrelang gemacht haben.

00:01:48: Dann treffen sie quasi auf eure Daten, auf eure Fakten.

00:01:51: Was würdest du sagen, ist da häufig so der größte H-Effekt oder häufig so der größte Clash zwischen ja so Annahmen und ja harten Fakten und Realität?

00:02:00: Gibt es da was, was man wirklich hervorheben kann?

00:02:04: Ja, also eine Hypothese steht natürlich immer ganz am Anfang und jeder, der sich irgendwie beschäftigt mit seinem Markt, mit Konsumenten, der hat gewisse Hypothesen über diese Zielgruppe und die haben seinen Handeln bisher geprägt.

00:02:18: Und Unternehmen, die dazu kommen, dass sie Marktforschung, Konsumentenforschung betreiben wollen, die wollen diese Hypothesen widerlegen oder bestätigen in erster Linie.

00:02:29: Und dafür ist Marktforschung da, diese Entscheidung letztlich zu zu geiden irgendwie.

00:02:37: Und natürlich gibt es da verschiedene Szenarien.

00:02:40: Es gibt die Szenarien, dass die Hypothese irgendwie so eintritt.

00:02:43: Es gibt eine Vollwiederlegung.

00:02:45: Es gibt meistens, der häufigste Fall ist natürlich eine Schärfung einfach, von einem gewissen Grad.

00:02:50: Und da gibt es natürlich auch massive Überraschungen dabei.

00:02:53: Und das ist interessant, dass es vor allem dann... Interessant, wenn man merkt jetzt aus der Sicht des Marktforschungsunternehmens, wie sehr man dann doch alte Denkmuster, die sehr tief drin sind, doch nochmal umdrehen kann und damit natürlich dem Unternehmen im Kern sehr hilft, in Zukunft richtige Entscheidungen zu treffen oder bessere Entscheidungen.

00:03:12: Wenn du so alte Denkmuster ansprichst, gibt es da was Konkretes, was du immer wieder so als roten Faden siehst?

00:03:18: Ich meine, ihr habt da große Brands, wie Netflix, wie Coke, kann man da irgendwas für allgemeine?

00:03:24: Allgemein wahrscheinlich immer schwierig.

00:03:25: Jeder mag es irgendwie unterschiedlich.

00:03:26: Aber es gibt, es ist schon immer wieder interessant, natürlich wie tief so ein gewisses Bild von den Konsumenten oder den vermeintlichen Konsumenten, die man hat, drin ist.

00:03:38: Und vielleicht so ein als plakatives Beispiel ganz interessant ist, sind so gewisse Verhaltensweisen, die Konsumenten eben von sich geben, wenn sie, wenn man sie einfach nur ... einfach befragen würde und wie diese, sagen wir mal, ausgedrückten Verhaltensweisen sich aber im Ende unterscheiden vom tatsächlichen Handeln.

00:03:59: Und da gibt es eben eine Diskrepanz, diesen sogenannten Attitude-Behaviour-Gap, der entsteht durch das Phänomen der sozialen Erwünschtheit.

00:04:08: Also es gibt gewisse Verhaltensweisen, natürlich sind sie sozial erwünscht und kommen mit einem gewissen Status.

00:04:14: Und dadurch werden die auch besonders gern geäußert.

00:04:15: Und darum muss eben gute Marktworschung getrieben werden und nicht irgendeine Abfrage gemacht werden, weil ansonsten kriegt man diesen Gap sozusagen nicht hin.

00:04:23: Also man findet nicht raus, wo dieser Gap ist.

00:04:24: Und da ist ein ganz plakatives Beispiel zum Beispiel das Thema Nachhaltigkeit.

00:04:30: Also das Thema Nachhaltigkeit ist sozial sehr erwünscht und darum sehr gern geäußert von Konsumenten in Bezug auf die Wichtigkeit von einem Produkt, einem Featureservice und so weiter.

00:04:41: und rankt dort sehr hoch normalerweise.

00:04:44: Und wenn wir dann aber eben fortgeschrittene Kauftreibe-Analysen machen, mit sauberer Methodik, dann findet man raus, dass Nachhaltigkeit normalerweise sehr, sehr weit hinten, häufig sogar als allerletzter Kauftreibe abschließt und ein riesiger Gap entsteht.

00:04:57: Also das ist so ein ganz typisches Beispiel, was immer wieder Interessantes zu sehen, auch amüsant natürlich.

00:05:03: Und was auch, würde ich mal sagen, so ein Plakativsten ist, was die Reaktion von unseren Kunden angeht, wie erstaunt sie darüber sind.

00:05:10: Ja, ich kann das Spiegel aus meiner Branche, ich komme aus dem E-Commerce und da galt ja lange, das hat der Amazon den Markt gedrückt, die Konsumenten wollen möglichst schnell das Produkt haben, idealerweise noch am ersten Tag.

00:05:21: Das ist so einer der absoluten Wertreiber.

00:05:23: Und dann kam so Temu Shi'in in dem Markt, die ja quasi direkt von den Produzenten, die Waren aus China dann nach Deutschland geschickt haben.

00:05:30: Und da hat dann teilweise der Transport eine Woche oder vierzehn Tage gedauert, die Preise waren ja knadenlos billig.

00:05:36: Und da hat man dann gesehen, wie diese Hypothese, zumindest in der Breite, das Produkt möglichst schnell in der Hand zu halten, die das zusammengefallen ist.

00:05:42: Man gemerkt, was zumindest der deutsche Verbraucher hat, dass da wirklich nur über den Preis geht im Kern.

00:05:45: Ja.

00:05:46: Merkst du denn oder seid ihr zumindest noch so weit dran, nachdem ihr quasi die Daten rüber geschickt habt, dass ihr seht, ob sich mit dem Unternehmen was ändert oder habt ihr diesen Einblick dann gar nicht mehr?

00:05:56: Ja, also das ist das letztlich im Kern des Ganzen und wahrscheinlich auch im Kern von... von unserem Erfolg bisher.

00:06:03: und wenn wir nachher noch mal ein bisschen über sprechen, was wir genauer machen.

00:06:09: Wir wollen natürlich ein Partner sein für den Kunden.

00:06:11: Wenn wir einfach nur jemand sind, der irgendwas abliefert, dann ist damit das Thema auch durch und dann wirst du nie für den Kunden strategisch wirklich relevant.

00:06:18: Und dann schaffst du es nicht, sagen wir mal, auszubrechen aus dem, was Marktforschung.

00:06:22: Historisch normalerweise ist.

00:06:23: und das ist halt irgend so ein Provider der liefert die hier kurz die Antwort auf die Frage die du hattest und dann gut dann machen wir hier weiter.

00:06:29: Sondern die Zukunft der Markforschung ist letztlich dass man das man konstant Entscheidungen validiert oder bei hilft Entscheidungen richtig Entscheidungen zu treffen so und dafür muss man ganz tief den Kunden verstehen und dafür braucht es eben auch eine Beratungskompetenz.

00:06:43: Und am Ende kann unser Kunde, die ja auch verschiedene Kompetenzlevel haben, es gibt die, die eigentlich gar keine Marktworschungsexpertise haben, aber wissen sie, müssen das irgendwie machen.

00:06:50: Und dann gibt es Expertenteams, mit denen wir arbeiten.

00:06:52: Und die können letztlich selber bestimmen dann, welche Art Wertschöpfung brauchen sie jetzt auch.

00:06:56: Wie viel Service nach hinten raus, wie viel Erklärung, Ratschläge dazu und so weiter.

00:07:00: Was wir jetzt nicht machen, ist natürlich eine Implementierung oder so was.

00:07:02: Da gibt es ja irgendwelche Nehmensberatungen für.

00:07:04: Aber es ist schon sehr wichtig, daran zu bleiben, um diese... Konversation auf Augenhöhe mit dem Kunden zu erreichen und wahrgenommen zu werden, wirklich als ein Partner, mit dem man darüber sprechen kann.

00:07:13: Und wenn man das gut macht, was wir bei unseren großen Kunden dann eben geschafft haben, offensichtlich, dann merkt man, dass man sehr schnell, sagen wir mal, in diesen Inner Circle der wichtigen Entscheidung vom Kunden vordringen kann.

00:07:24: Weil dem Kunden klar wird plötzlich, wie zentral diese... Was für zentrale Fragen da geklärt werden können durch Appinio, ja, durch Konsumentenforschung.

00:07:36: Ja,

00:07:36: dann lass uns da gerne nochmal tiefer einsteigen, weil ich glaube, für die meisten ist es ein gewisser abstrakter Begriff.

00:07:45: Ich kann ja selber so aus dem Nähkästchen plaudern.

00:07:47: Wir haben das auch mal Anführungszeichen gemacht, das mir mittlerweile, glaube ich, auch fünf, sechs Jahre her, und zwar in Zusammenhang mit einer Fachhochschule, die wieder so ein eigenes Panel hatte.

00:07:55: Und ich gebe hierzu, Wir haben schon gehofft, dass der Outcome irgendwie so ein bisschen in unsere Richtung spielt.

00:08:01: Und bei uns ging es um die Frage, wie so e-Kümmerzunternehmen, wie machen die ihre Buchhaltung?

00:08:05: Wir haben natürlich schon gehofft, dass ein Großteil der Leute antwortet, ja, möglichst manuell, damit wir das Ganze natürlich auf dem Marketingzwecke verwerten können.

00:08:11: Wie gesagt, das haben wir in der Fachesschule gemacht, die hat uns gesagt, wir haben hier einen Panel von X-Hundert oder Tausend Unternehmen auch aus dem Bereich e-Kümmerz und die befragen wir jetzt mal und schickt uns gerne eure zehn Fragen.

00:08:22: Und ich glaube, diese zehn Fragen hat man einfach fast ein zu ein zu übernehmen.

00:08:25: Und ich bin mir ziemlich sicher, Wir haben da viele Fehler gemacht, angefangen von Suggestivfragen bis wahrscheinlich noch andere Fehler.

00:08:32: Deswegen würde mich immer interessieren, wie setzt man das eben gerade für so große Marken auf, die darauf angewiesen sind, dass sie ihre Konsumenten nicht verlieren?

00:08:38: Im Grunde geht es im Thema Marktworschung darum, zu verstehen, wie Konsumenten denken und wie sie ihre Entscheidung treffen und was sie treibt.

00:08:46: Und wenn man das versteht, dann kann man bessere Entscheidungen treffen und besser als die Marktkompeten, die man hat.

00:08:51: Darum geht es so im Kern.

00:08:53: Und da gibt es natürlich ein sehr breites Anwendungs- fällt an Anwendungsfällen.

00:08:57: Also du kannst anfangen mit, du hast jetzt eben z.B.

00:09:00: Preisforschungen da, es gibt Konzept-Tests, Ideentests.

00:09:04: Es gibt das Thema, was so mehr in Begriff ist, Markentracking zum Beispiel.

00:09:07: Wie werde ich als Marker eigentlich im Markt wahrgenommen, im Vergleich zu meinen Kompetitörn, zu verstehen, warum kaufen Leute bei mir, warum bei den Kompetitörn?

00:09:13: Was machen die besser?

00:09:14: Zielgruppenanalysen.

00:09:15: Also es gibt eine sehr, sehr breite Palette.

00:09:19: Und das sorgt auch dafür, dass Marktworschung relevant ist für einen unglaublich breiten Markt.

00:09:24: Also es gibt ja dieses... Das Konzept der der Kunden zentrierte.

00:09:29: ich sagen wir wahrscheinlich die zentrale Business Philosophie unserer Zeit ist Kunden zentriert hat.

00:09:32: jeder sagt es von sich jedes Unternehmen will es sein behauptet es von sich.

00:09:36: Die meisten sind es wenn man unter die Haupt guckt nicht wirklich.

00:09:38: beziehungsweise wenn man fragt ok wie fern drückt sich das aus dann.

00:09:42: Drückt sich nicht so richtig aus ja und das wird man auch nicht durch einen Workshop oder durch einen Film wert Customer Centricity oder sowas sondern dadurch dass man ist irgendwie institutionalisiert hat einen Austausch mit seiner Zielgruppe zu haben so.

00:09:54: Und dazu ist Marktworschung das richtige Instrument.

00:09:57: Aber eben historische, und lange Antwort zu deiner Frage, aber historische Marktworschung hatte eben seine Hürden, die Unternehmen davon abgehalten hat, das dann als zentrales Instrument einzusetzen im Unternehmen.

00:10:08: Und das ist eben traditionell, wenn man schon diesem Griff Marktworschung hört.

00:10:13: Das finde ich heute noch, dass der hat was irgendwie verstaubtes, der klingt ein bisschen schwierig, das klingt akademisch.

00:10:19: Und wenn man damit noch nichts zu tun hatte, man arbeitet irgendwo im Marketing, denkt man, Marktworschung gut.

00:10:23: Haben wir jemanden, der das schon mal gemacht hat, so ein Projekt.

00:10:25: Das traut man sich erst mal nicht direkt ran.

00:10:27: Und das ist... Diese Hürde, die wir seit zehn Jahren versuchen zu brechen.

00:10:33: letztlich, weil wir sagen, Marktforschung ermöglicht Kundenzentriertheit, das will jeder haben und dafür müssen wir es irgendwie einfach und nahebar machen.

00:10:39: Und das war die traditionelle Marktforschung eben nicht.

00:10:41: Die hat etwas schwieriges Komplexes, sehr langwierig, sehr teuer und damit schließt sie eben viele Marktteilnehmer aus, die dann sagen, ich weiß es nicht, ich würde das ganz gerne jetzt eigentlich validieren, wäre schön, aber habt die Kompetenz nicht, es dauert lang als teuer, machen wir nicht.

00:10:55: Und das versuchen wir zu ermöglichen.

00:10:58: Du hast gerade ein extrem wichtiges Stichwort angesprochen, Kundenzentrizität.

00:11:02: Also jeder will irgendwie so fokussiert auf den Kunden sein.

00:11:04: Ich komme eher noch so aus der BtoB-Tech-Welt, da will jeder noch so product-driven sein.

00:11:09: Und jetzt haben wir ja schon eingangs gesagt, ihr arbeitet schon lange mit großen Marken zusammen, die teilweise auch schon über hundert Jahre Markt bestehen.

00:11:15: Wenn du damals so hinter die Kulissen blickst, vielleicht sogar aus den Nähkästchen plaudern kannst.

00:11:20: Was machen die richtig?

00:11:21: Welche richtigen Fragen stellen die sich auch permanent?

00:11:25: Warum sie eben auch dann am Ende des Tages immer noch im Markt sind, auch so erfolgreich sind?

00:11:28: Erkennst du da ein Muster?

00:11:31: Ja, also man kann glaube ich für allgemein sagen, dass eine Marke, die es schafft, lange am Markt zu bleiben, auf so enorm lange Zeiträume, die macht es ja basierend auf irgendeinem USP, was sie gegenüber anderen hat, de facto.

00:11:45: Und das kann natürlich auch ein Product-USP sein, das können irgendwelche, ja, Technologischen Vorteile sein und so weiter.

00:11:54: Die sind auch alle nötig, aber wenn du nicht deine Zielgruppe, an die du am Ende verkaufst, mindestens so gut verstehst wie deine Konkurrenten, wirst du keine Chance haben.

00:12:03: Das heißt, diese Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie das irgendwie immer gut getan haben.

00:12:09: Aber der Standard steigt natürlich.

00:12:10: Die Konkurrenz wird alles mal schneller als schwieriger und so weiter.

00:12:13: Und deswegen ändert sich natürlich auch der Anspruch daran, wie verstehst du deine Konsumenten?

00:12:17: Was heißt es denn, Marktforschung zu betreiben?

00:12:19: Was heißt es denn, nah am Kunden dran zu sein?

00:12:21: Und da hat es vielleicht vor zwanzig Jahren noch gereicht, wenn du mit einem der großen Marktforschungsinstitute deine quaterliche Studie machst und so weiter.

00:12:30: Und das reicht heute natürlich nicht mehr.

00:12:32: Die enorme Geschwindigkeit im Markt.

00:12:33: extrem viele Konkurrenzprodukte.

00:12:35: Und um da dran zu sein, musst du es schaffen, eben diese Konsumentenbeziehung, diesen Austausch mit den Konsumenten über Marktforschung in deine täglichen Prozesse irgendwie einzubinden.

00:12:45: Ohne dass das so ein schwieriges Projekt ist, sondern es wird einfach Teil von deinem Daily Doing.

00:12:50: Und das zeichnet sicherlich auch die jetzt von den eben genannten großen Unternehmen aus, dass sie immer irgendwie diesen Vorteil hatten.

00:12:56: Und um da vielleicht noch eins auszuführen, weil das auch eine große These ist, die ich habe, Vertreter.

00:13:03: Eine Bungame zu AI zu machen.

00:13:06: Ich glaube, dass durch AI einfach enorm viel von so der täglichen Execution, die wir heute in Unternehmen haben, sagen wir Marketing.

00:13:16: Die Erstellung von der Marketingkampagne, die Ausspielung, die Erstellung von Creatives.

00:13:19: All diese Sachen werden, glaube ich, durch AI-Tools sehr stark Commodities in Zukunft.

00:13:25: Und das heißt nicht, dass nicht Kreativität, menschliche Kreativität immer eine Komponente spielen wird, auch ganz sicher, aber irgendwo anders.

00:13:32: Und es wird sehr viel Arbeit, durch die man sich heute als Unternehmen noch absetzen kann von einem Konkurrenten, weil man irgendwie sehr gute Marketing-Execution hat und so weiter.

00:13:39: Das wird, glaube ich, alles Commodity heißt.

00:13:41: Und das gilt allgemein, glaube ich, für die Execution eines Businesses.

00:13:45: Darum muss man sich fragen, wo geht dann der differenzierende Faktor hin?

00:13:47: Wie unterscheiden sich da noch die Unternehmen?

00:13:49: Warum ist man besser als der andere?

00:13:50: Und das geht meines Erachtens in die Richtung, was für Inputs gebe ich denn in diese Systeme rein?

00:13:55: Wenn jeder die gleichen AI-Systeme nutzen kann, was für Inputs gebe ich da rein?

00:13:58: Und diese Inputs, die ich reingebe, kommen aus meinem Verständnis vom Markt.

00:14:02: Das heißt, Consumer Insights, die Kategorie, in der wir mit Apinio sind, werden enorm wichtig, noch viel wichtiger, weil sie der Kern des differenzierenden Faktors letztlich sind.

00:14:11: Ich verstehe den Markt besser, ich verstehe den Konsumenten besser, ich kann bessere... Insights reingeben in die Systeme und dadurch bessere Outputs produzieren.

00:14:18: Das ist ja auch häufig der Grund, warum gerade Neugrundungen so erfolgreich sind und so schnell wachsen, weil die Gründe ja immer noch wahnsinnig eng am Markt, am Produkt an den Konsumenten sind.

00:14:26: Ich meine, das kennst du ja selber.

00:14:27: Wenn du gründest, dann machst du alles.

00:14:29: Da machst du Support, da machst du Vertrieb, vielleicht entwickelst du sogar noch.

00:14:33: Und das verändert sich ja mit der Zeit.

00:14:35: Wir haben mittlerweile, glaube ich, beide eine gewisse Größe erreicht, wo wir nicht mehr jede Kundenanfrage beantworten, wo wir nicht mehr jeden Tag, oder zumindest geht es mir so, nicht mehr jeden Tag mit zehn Kunden sprechen.

00:14:44: Nichtsdestotrotz, das ist gerade eine Diskussion, die wir bei uns in der Kampagne die haben.

00:14:48: Nichtsdestotrotz generieren wir ja eine Menge an Kunden, Daten und Kunden Feedback, sei es im Support, die ganzen Tickets, die da einfließen.

00:14:55: Sei es, wenn unsere Vertriebsabteilung mit potenziellen Interessenten spricht, dann kriegen sie auch schon Produktwünsche, kriegen auch schon Feedback auch zu Company, zu Brand.

00:15:04: All das sind ja Daten, die ja schon irgendwo vorhanden sind.

00:15:07: Und ich frage mich die ganze Zeit, das diskutiere ich immer mit Gründer Christian, können wir daraus nicht mehr machen?

00:15:12: Können wir das nicht einmal in unseren Data-Leak packen, auf ein Sprachmodell setzen?

00:15:17: Und quasi unsere Kunden simulieren, die mag vielleicht ein bisschen simulieren.

00:15:19: Das würde ja auch eure Branche verändern.

00:15:21: oder denke ich da irgendwie zu einfach, zu naiv?

00:15:23: Nein, ist total richtig.

00:15:23: Und das ist wirklich ein Thema genauso, was wir ganz oft von unseren Kunden, die dann anfangen, okay, wie kann ich eure Daten jetzt, sagen wir mal, nicht nur bei euch im Dashboard angucken und so die Ergebnisse, sondern ich will dir eigentlich direkt reinziehen im Data Warehouse hier über eure API.

00:15:36: Entsprechend wurde die auch von uns entwickelt dann, damit es eben direkt gemirkt werden kann mit diesen ganzen anderen Daten.

00:15:39: Weil das genau der Anwendungsfall ist, den du da gerade hast.

00:15:44: Es ist ja auch nicht das Problem, dass irgendjemand zu wenig Daten hat.

00:15:46: Also das Problem ist ja, also jeder hat unglaubliche Daten.

00:15:48: Das Problem ist nur, wie mache ich da, treffe ich da aus die richtigen Entscheidungen.

00:15:53: Das ist die Schwierigkeit.

00:15:54: Und dafür muss ich eben wissen, welche Daten komme ich nicht mit.

00:15:56: Was ist die Güte der Daten?

00:15:57: Auf welche soll ich eigentlich hören?

00:15:58: Und dann, ja, wie komme ich daraus irgendwie zu Ergebnissen?

00:16:02: Also das ist ein ganz großes Thema.

00:16:04: Und Marktworschung ist eben der Teil, der das Unternehmen mit dem... sagen wir mal mit den Leuten verbindet oder die Information von den Leuten holt, auf die das Unternehmen sonst nicht so direkt Zugriff hat.

00:16:19: Du hast jetzt eben der Kunden genannt zum Beispiel, genau.

00:16:20: Da hast du direkt, kriegst du auch, das ist ein Feedback-Kanal, ist am Ende auch ein Datenkanal.

00:16:23: Ja, und du hast irgendwie deine Sales-Mitarbeiter, die mit darüber reden und so weiter.

00:16:27: Also man hat verschiedenste Datenkanäle, CRM etc.

00:16:30: und dann hat man eben diesen Kanal, der mag da draußen.

00:16:33: vielleicht auch meine Nichtkunden oder potenzielle Kunden, Kunden vom Competitor und so weiter.

00:16:38: Und das ist der Informationskanal, den Marktforschung eben reinholen kann.

00:16:41: Und die muss man dann zusammenbringen und dann braucht es wieder Spezialisten, Teams, Data Scientists und so weiter, die die Insights kombinieren.

00:16:49: Das klingt natürlich komplex.

00:16:50: Und je größer die Brand ist, die größere Unternehmen ist, desto komplexer ist natürlich auch die Datenstruktur und auch der Markt.

00:16:56: Hast du vielleicht auch konkrete Ratschläge gerade für Gründerinnen und Gründer, die natürlich mit einer starken Hypothese mehr oder weniger all-in gehen, wie sich vielleicht gewisse Aspekte schon im Vorfeld testen können?

00:17:06: Also ich weiß noch, wenn ich an unsere ersten Tage zurückdenke, ich habe es so bei zehn, fünfzehn Steuerberater angerufen, habe den das Produkt gepatched, davon haben wir vierzehn gesagt, ja gut, vergessen Sie es, wird so kompliziert, das wird nie was.

00:17:19: Und ich hab immer gedacht, verdammt Erks, das machst du es trotzdem.

00:17:22: Kann man das vielleicht von den großen abgeleiteten, vielleicht auf so eine Gründe, Early-Stage-Ebenen, vielleicht ein bisschen runter berechnen?

00:17:29: Hast du da vielleicht Ratschläge-Tipps?

00:17:32: Also, das kann man jetzt sozusagen auf der Marktforschungsebene beantworten oder eher auf der Erlebnis-Ebene als Gründer.

00:17:38: Beides.

00:17:40: Ich glaube, wie du es gemacht hast, das ist natürlich der Weg.

00:17:42: So muss man es machen.

00:17:43: Man muss direkt in den Kontakt gehen und das muss man sich auch so lang wie möglich beibehalten als Gründer, um diesen Austausch zu haben.

00:17:50: Und es gilt natürlich auch nochmal zu unterscheiden zwischen Konsumentenforschung, wo ich tausende befrage.

00:17:56: BtoB-Produkten, wo ich per Definition nischigere Zielgruppe habe und wo dann die Methodik auch eine andere ist, wo dann häufig Experteninterviews benutzt werden.

00:18:04: Was du letztlich da gemacht hast, hättest du vielleicht nicht so genannt, aber das ist das, was gemacht wird, wo es natürlich auch große Firmen geht, die sind darauf spezialisiert.

00:18:10: Und das ist absolut unersetzbar als Gründer, wo man das einfach selber machen kann, in der Tiefe mit der eigenen Zielgruppe zu sprechen.

00:18:20: Je nachdem, was man führen ... Produkt hat, wenn es jetzt BtoB ist, dann ist eher die Methodik Experten-Interview und so weiter eher geeignet in vielen Fällen.

00:18:29: Auch da gibt es natürlich quantitative Befragungen.

00:18:31: Und wenn man es in BtoC-Produkt hat, dann kommt man mit Interviews nicht weit, dann muss man also die Interviews in der Masse, also quantitative Marktforschung machen.

00:18:40: Und das kann ich natürlich, leicht dabei ist wahrscheinlich, aber kann ich natürlich nicht genug empfehlen.

00:18:45: Und wir sehen es auch natürlich, dass gerade am Anfang von Apinio waren Start-ups auch viele unserer Kunden.

00:18:51: Das ist dann für die natürlich auch immer die Frage, als Start-up einfach nicht viel Geld und so weiter, aber die paar tausend Euro, die das kostet, die ersparen dir im Zweifel, dass du zwei Jahre in die falsche Richtung rennst.

00:19:06: Das ist wahrscheinlich mit das beste investierte Geld, weil das zeigt dir wirklich, wer dein ICP ist, was der Pain Point ist von denen.

00:19:11: Und das musst du wissen.

00:19:13: Sonst arbeitest du auf einer falschen Hypothese, zweiter Jahre lang.

00:19:16: Definitiv.

00:19:17: Wenn ich zurückblicke, wir haben uns viel Arbeit gemacht mit der Definition von Personas.

00:19:21: Aber wirklich mal validiert hinterfragt, mit Daten hinterfragt haben wir es faktisch nicht.

00:19:26: Sondern was machst du als Gründer?

00:19:27: Du guckst einmal auf die Zahlen.

00:19:28: Wächst du jetzt gerade, kommt das Ganze an oder nicht?

00:19:30: Das ist so mehr oder weniger deine übergeordnete Marktforschung.

00:19:34: Jetzt hab ich noch ... Eine Frage, weil ihr kommt ja im Kern so aus dem, wie gesagt, eher aus dem B-to-C-Segment.

00:19:40: Ich stecke aktuell eher so in dieser B-to-B-Bubble und da sehe ich das Thema Markforschung.

00:19:44: Wenn ich ehrlich bin, eher nur so Unternehmsebene.

00:19:47: Jeder macht so seinen Product Research, macht so ein bisschen regelmäßige Kundeninterview, Experteninterviews.

00:19:53: Glaubst du, dass das im B-to-B-Bereich auch noch deutlich größer werden kann, auch außerhalb der Firma für so eine Plattform wie euch?

00:19:59: Oder sagt ihr, wir fokussieren es im nächsten Jahr weiter eher auf die B-to-C-Bereich?

00:20:05: BtoC ist schon im Abstand größer Markt, weil die Methodik dessen, was wir machen, einfach das Bessere dazu passt.

00:20:10: Aber es gibt genauso den, wie du es eben auch beschrieben hast, eigentlich diesen Demand auf der BtoB Seite.

00:20:15: Also wenn du jetzt die Möglichkeit hättest, du könntest hier fünfhundert Entscheider in E-Commerce-Firmen jetzt befragen oder jetzt morgen die Antworten, würdest du natürlich machen so.

00:20:24: Aber das ist ein mühsamerer und Experteninterview und so weiter.

00:20:27: Und ja, darum ist es... eine Frage irgendwie auch so dieser Zugänglichkeit.

00:20:33: Also was für Panels gibt es?

00:20:34: Wie werden die gebaut?

00:20:35: Wie gut schafft man es, diese Leute zu erreichen?

00:20:38: Der Demand ist enorm hoch und darum wird auch sehr gut dafür gezahlt.

00:20:42: Aber ja, es wird immer eine gewisse, wenn die Ziko bekleiner ist, und das ist es per Definition im BTOB Bereich, dann wird es immer schwierig, seine Leute zu erreichen.

00:20:52: Ob man das dann über quantitative Marktforschung in Zukunft mehr löst, weiß ich nicht genau.

00:20:56: Ich glaube, da ist man mit Expertinterviews eigentlich schon sehr gut, kann man da schon sehr gut fahren.

00:21:03: Ja.

00:21:05: Max, ich interessiere noch eine Sache.

00:21:07: Und zwar ... wir kommen eher so aus dem VC-Track.

00:21:11: Das heißt, wenn man so ... ... im Jahr zwanzig ging's bei uns los, da haben so die großen VC-Sports an die Tür geklopft, auch verbunden mit dem ... ... E-Commerce-Hype, ausgelöst durch die Pandemie natürlich.

00:21:20: Und am Ende des Tages dann die erste Runde der Series A mit Excel gemacht.

00:21:26: Ihren Gegenseit, sobald ich das sehen kann, sehr, sehr organisch gewachsen.

00:21:29: Ihr habt, glaub ich, ein kleines Investment.

00:21:32: Von OMA, was glaube ich auch, wenn man den OMA-Podcast schon länger hört, die meisten wahrscheinlich auch wissen, weil ihr quasi immer so als erster Vavaging aufgetaucht seid.

00:21:41: Habt ihr euch bewusst, sag ich mal, für diesen Non-VC-Track entschieden?

00:21:46: Oder hat sich's einfach nicht ergeben, weil vielleicht das Thema auch bis dato zu Nischig war?

00:21:51: Also ... Wir haben uns nicht bewusst dafür entschieden.

00:21:54: Und das ist immer so eine Sache, die, glaub ich, rückblickend sich immer gut anhört, wenn man sowas so sagt.

00:21:58: Ja, klar.

00:21:59: Das wäre einfach nicht ehrlich.

00:21:59: Gerade jetzt, ja.

00:22:00: Wir haben damals, als wir Pinho gestartet haben, natürlich auch gedacht, ja, das muss man so machen wie die anderen.

00:22:07: Da musst du Geld einsammeln, dann hast du das Kapital, mit dem du die ersten Jahre sozusagen fahren kannst.

00:22:12: Und wir haben gleichzeitig ... einen guten Job darin gemacht, nicht ewig lange, jahrelang erst mal ein Produkt zu bauen, sondern auch mit einem Produkt, was am Anfang ja noch nicht mal halb fertig ist.

00:22:26: Ist ja immer so, wenn man zurückblickt, sich sein Produkt von ein paar Jahren anguckt, muss man sich eigentlich schämen.

00:22:29: Wenn man sich nicht schämen, dann ist man zu spät an Markt gegangen.

00:22:31: Definitiv,

00:22:31: kann ich voll unterstreichen.

00:22:32: Damit

00:22:32: sind wir irgendwie ganz gut an den Markt gegangen und haben recht früh einfach Umsatz gemacht.

00:22:39: Der Umsatz hat uns noch nicht von Anfang an profitabel gemacht, aber es ist natürlich super, ist auch ein gutes Gefühl übrigens.

00:22:43: Und du wächst und du hast diese Kunden, diese Signale vom Markt und so weiter.

00:22:46: Und so waren wir jetzt nie in Unternehmen, was irgendwie wahnsinnig viel Geld verbrannt hat von Anfang an.

00:22:51: Wir haben aber trotzdem versucht, natürlich diese Gespräche zu führen.

00:22:54: Ich weiß nicht, wie viele Invisis wir gesprochen haben und Business Angels und so weiter.

00:22:57: Und wir haben tatsächlich auch von Business Angels und auch später ein bisschen von OMR ganz kleine Summen.

00:23:02: Wir reden hier von... Wir wissen mehr als eine Million, die wir in der gesamten Historie von Apinio eingesammelt haben.

00:23:08: Also gar nichts im heutigen Standard, im heutigen Vergleich.

00:23:11: Und wir haben dann aber gemerkt, so über die Jahre, die ersten Jahre sind kalt, kalt und schwierig und lang.

00:23:19: Und man denkt immer viel, dass es vielleicht noch nichts wird.

00:23:22: Und dann war das so, dass Jahr, zwanzig, neunzehn ungefähr, das heißt so, das vierte, vierte Jahr ungefähr, vierte, fünfte Jahr, da haben wir gemerkt, Obwohl wir mitten in so WC-Gesprächen steckten.

00:23:34: Wir waren eigentlich immer in denen.

00:23:35: Wir haben uns immer diese Tür aufenhalten und natürlich noch viele Absagen kassiert und so.

00:23:39: Auch mal gab es ein Angebot.

00:23:40: Aber dann, in den Jahr zweizig neunzehn, haben wir plötzlich gemerkt, hey, wir können profitabel werden wahrscheinlich schon dieses Jahr.

00:23:44: Und das war.

00:23:45: gleichzeitig stand diese Entscheidung an.

00:23:47: Es gab ganz konkrete Gespräche mit WCs.

00:23:51: Und das war, ich weiß noch genau, das waren so ein, zwei Wochen, in denen wir entscheiden mussten letztlich.

00:23:57: Machen wir das jetzt oder nicht.

00:23:59: Zum Glück im Rückblickend haben wir es uns getraut, es nicht zu machen.

00:24:04: Ich glaube, es hätte sicherlich den Path von Apinion irgendwie verändert.

00:24:08: Das tut so was, glaube ich, immer.

00:24:10: Und so sind wir dann unabhängig geblieben.

00:24:12: Und bis heute letztlich.

00:24:14: Und das hat jetzt so rückblickend auf die Geschichte von Apinion.

00:24:20: Aber auch wenn man sich anguckt, was sonst im Markt passiert, ist dieses Thema... Bootstrapping, also eine ganz starke Überzeugung von mir, maßlos unterschätzt.

00:24:28: Ich glaube, dass es einfach, natürlich gibt es Business-Hodelle, die können ohne Funding gar nicht funktionieren und gar nicht irgendwie einmal abheben.

00:24:36: Aber es ist... viel zu sehr, glaub ich, wird's gesehen wie so ein elementarer Baustein, den brauche ich auf jeden Fall.

00:24:41: Weil man das natürlich auch so liest, das ist natürlich auch etwas, was wir auf die Medien anspringen und so gibt's die Headlines, kriegt die Aufmerksamkeit.

00:24:46: und die erfolgreichen Stories, von denen man so liest, die haben auch irgendwie immer Funding.

00:24:50: Und das Bootstrapping ist eben die unglamouröse Version und in den ersten Jahren auch ganz sicher die harte und sie klappt auch vielleicht nicht jedem Modell, aber sie... hat unglaublich gesunde Nebeneffekte.

00:25:02: Sie zwingt dich einfach in ein gesundes, nachhaltiges Business-Modell so schnell wie möglich irgendwie rein.

00:25:07: Und das ist was, was irgendwie bei uns gelungen ist und was, glaube ich, auch so die Firmenkultur geprägt hat, da so eine hohe Kostendisziplin zu haben, auch immer eine enorm hohe Transparenz, die wir haben.

00:25:21: Wir geben im monatlichen Tonus allen Mitarbeitern der Firma einsichtend die kompletten Zahlen, auch in die Kostenstruktur und so weiter.

00:25:29: Und können eben immer erklären, das ist das Geld, was wir haben, das haben wir reingehauen, das sind unsere Kosten.

00:25:33: Und die Kosten können nicht höher sein als der Umsatz.

00:25:36: Business one-on-one, aber ungewöhnlich in der Start-up-Welt.

00:25:38: Das ist aber sehr gesund irgendwie.

00:25:41: Und ja, so ein Kern von der Kenyung.

00:25:43: Ja,

00:25:43: klasse.

00:25:43: Das ist ansprechend.

00:25:44: Ich finde es ja überhaupt gar nicht altbacken.

00:25:46: Weil am Ende des Tages können keine Unternehmen auf die Dauer existieren, was keinen Gewinn macht.

00:25:50: Ich meine, so trivial ist es ganz.

00:25:52: Ich meine, ich habe ja erzählt... Wir sind dann irgendwann diesen VC-Track gegangen.

00:25:55: Aber erst später auch, oder was?

00:25:56: Ihr seid auch erst...

00:25:57: Wir sind im Jahr zwanzigsechzehn gegründet und sagen das mal so, ich komme aus der Finanzerwaltung, ich war Finanzbeamter und ich kannte mich in der Welt überhaupt null aus und meine beiden Mitgründer... Christian und Matthias eigentlich auch nicht.

00:26:09: Und irgendwann klopfte dann, kennt man wahrscheinlich hier in Deutschland, der Halter Gründerfonds bei uns an die Tür.

00:26:13: Er hat gesagt, habt ihr nicht mal Lust?

00:26:14: Wir haben euch gesehen, weil wir haben immer so ein bisschen gepitched, hier in Hamburg so, Uni-Pitch.

00:26:18: Dann gibt es so Startup-Elevator, die ganzen Events.

00:26:21: Aber es hat damit auch schnell sein lassen irgendwann.

00:26:23: Und dann kam irgendwann der Halter Gründerfonds auf uns.

00:26:25: Er hat gesagt, habt ihr nicht Bock auf so eine Seat-Runde?

00:26:27: Na ihr kriegt hier sixhunderttausend Euro, die haben einen Standardmodell, sechshunderttausend Euro, geht fünfzehn Prozent ab.

00:26:32: Und dann könnt ihr schneller wachsen.

00:26:33: Und das war natürlich aus der Sicht damals eine große Wertschätzung.

00:26:37: Und jemand gibt dir Geld, fast mehr als eine halbe Million.

00:26:41: Und haben wir lange beraten.

00:26:42: Und haben es am Ende des Tages auch gemacht.

00:26:44: Aber das war es schon nach ein paar Jahren.

00:26:45: Das war nach

00:26:46: ein paar Jahren.

00:26:46: Wir haben auch eine zeitlange Bootstrapped.

00:26:48: Haben uns auch eine Zeitlage.

00:26:49: Das war auch eine taffe Zeit, muss ich sagen.

00:26:51: Ich hatte damals schon drei Kinder.

00:26:52: Mittlerweile vier.

00:26:53: Haben uns dann so ein Mini-Jobgehalt ausgezahlt, wenn wir nicht krank versichert waren.

00:26:58: Und teilweise gibt es also ganz lustige Geschichten.

00:27:01: Standest du dann, wir hatten auch schon Werkstudenten als Entwickler eingestellt und dann stand ich dann vor daraus vor, ich hab damals noch die Buchhaltung gemacht, Gehälter zu beweisen und dann war plötzlich keine Kohle mal auf dem Konto und ich konnte den Werkstudenten nicht zahlen.

00:27:12: Was hab ich gemacht?

00:27:13: Ich hab einen Kunden angerufen, der war uns im Monats, aber er hat gesagt, hast du mich Bock auf ein Jahresertrag umzusteigen, überweist mir einmal die Zehn Monate vorab und sparst jetzt zwei Monate quasi hinten raus.

00:27:23: Das hat er auch gemacht und er hat uns am Ende des Tages dann in den Arsch gerettet.

00:27:26: Also das sind so die Stories.

00:27:29: Und irgendwann ... Wenn du im Halt der Gründer Form bist, kommen die großen VCs auf dich aufmerksam.

00:27:33: Dann klopft er immer so.

00:27:36: Und er hat gefragt, wollt ihr diese Runde machen?

00:27:39: Das hast du ja auch mitbekommen.

00:27:40: Es war eine irre Zeit, ne, in den zwanzig, einundzwanzig.

00:27:44: Da hast du als Start-up nicht gepitched, sondern die VCs haben gepitched.

00:27:47: Wir hatten zum Beispiel einmal einen ganzen Tag Sequoia bei uns im Haus, waren zwei Partner da, die haben sich vorgestellt und haben mehr oder weniger für Sequoia geworben.

00:27:55: Das war eine irre Zeit.

00:27:57: Und um es mal runterzuberechnen, ich verstehe absolut, worum ihr diesen Weg gegangen seid.

00:28:02: Ich will aber auch nicht sagen, dass dieser VC-Track am Ende des Tages komplett negativ ist.

00:28:06: Ich hatte mich vor kurzem mit dem Kasper Tobias Schlenk ausgetauscht, Finance Forward Manager-Magazin.

00:28:12: Da hatte er vor ein paar Wochen, Monaten diesen Artikel über diese gefallenen Unicorns geschrieben.

00:28:16: Da haben sie ja aufgepumpt worden mit Nicole und dann haben sie wieder ihre Bewertung verloren nach dem ganzen Hype.

00:28:22: Ich sehe das nicht ganz zur einen Seite.

00:28:24: Du bist wie ein Zeitraffer.

00:28:25: Das ist gar keine Frage.

00:28:26: Das Unternehmen wächst plötzlich nicht unbedingt organisch.

00:28:29: Das macht was mit dir, macht was auch mit dem Team.

00:28:33: Und es kann gut gehen und kann natürlich auch nicht gut gehen.

00:28:35: Und es war natürlich die Herausforderung, dass parallel der E-Commerce-Markt auch durch die Decke und durch die Pandemie nach oben gegangen ist.

00:28:42: Und irgendwann wieder zu sein, sag ich mal langfristig im Mittel zurückgekehrt ist.

00:28:46: Und das war natürlich eine gewisse Herausforderung, dass ich uns dann damals auch von... ... von Leuten aus dem Ziels drin musste.

00:28:53: Wir hatten damals ... ... wir wollten, glaube ich, mit der Vizikule ... ... war der Plan gleich internationalisieren.

00:28:58: Wir wollten in drei Märkte gehen.

00:28:59: Ich hatte quasi Zielsteams in Frankreich, Italien, Spanien ... ... wo wir dann gemerkt haben, nee, das müssen wir zurückfahren.

00:29:04: Wenn du das dann zurückfährst ... ... merkst du es auch in der Unternehmenskultur.

00:29:08: Da geht erst mal ... ... nächsten Wochen, Monate auch Momentum verloren.

00:29:11: Also gar keine Frage, das sind dann natürlich wieder ... ... die Nachteile dann.

00:29:14: Also ... ... insofern, ja, ich glaube ... Ich würde jetzt nicht in die Partei für einen Weg ergreifen und ich wüsste auch offen gestanden nicht, welchen etwas Neues machen würde, welchen Weg ich gehen würde.

00:29:27: Natürlich habe ich die Erfahrung gemacht und wie du sagtest.

00:29:30: auch definitiv Vorurteile organisch zu wachsen.

00:29:32: Ja, genau.

00:29:33: Ich mein, es gibt ja den Survivor Bayers auch.

00:29:35: Wir haben jetzt beide überlebt.

00:29:36: Und darum denkt man natürlich, der Weg, der war gut für uns.

00:29:38: Und es ist natürlich überhaupt nicht schwarz-weiß.

00:29:40: Und ich will das gar nicht verteufeln.

00:29:41: Es gibt Modelle, da geht es gar nicht ohne großes Investment.

00:29:45: Und es gibt Modelle, da hilft es und so weiter.

00:29:46: Mein Gefühl ist es und den Markt der letzten Jahre einfach zu beobachten und wie viele potenziell große Stories oder großgeschriebene Stories eben geplatzt sind, dass ich häufig denke, das hätte man einfach ein bisschen vorsichtiger wahrscheinlich machen können.

00:29:59: Und das ist so ein bisschen zu aggressiv manchmal und durch dieses Aufpumpen wird eben das natürlich eine theoretisch riesige Abzeit kreiert und das Risiko einfach massivst hochgefahren.

00:30:12: Das ist eine Bett, die kann man eingehen und das Spiel kann man sozusagen spielen.

00:30:15: Und man kann das Spiel, glaube ich, aber auch ein bisschen kalkulierter spielen.

00:30:18: Und ich glaube, vielleicht ist euer Beispiel da eigentlich ganz gut, die erstmal ein paar Jahre eben so gegangen sind.

00:30:23: Und dann ist man auf einer anderen Basis unterwegs und man ist dann nicht mehr so extrem angewiesen, auch auf extrem hohe Funding, so auf neue Runde, neue Runde.

00:30:30: Also die Tatsache, ich meine, gerade bei diesen so riesig aufgepumpten Stories, was machen die Founder?

00:30:36: Die sind nur noch im Fundraising.

00:30:37: Eine Runde nach der anderen, teilweise weniger als ein Jahresrhythmus.

00:30:41: Auch nicht cool übrigens, also ich auch gerne Spaß dran, dass die ganze Zeit zu machen, ja.

00:30:46: Und also ist auch nicht mein Verständnis von Unternehmertum.

00:30:49: Das kann jeder anders sehen, jeder machen, aber das... Ja, ich beschäftige mich jetzt doch lieber mit dem Produkt, mit den Kunden und so weiter, statt irgendwie ein Investmentspiel zu spielen.

00:31:00: Das war natürlich so die Hochzeit, wo du wirklich fast schon im halben Jahrstag, manchmal sogar noch schneller, von einer Runde zur nächsten gesprungen bist und die Bewertungen sich verdoppelt verdreifacht haben.

00:31:09: Ich meine, die Zahlen sind Gott sei Dank vorbei, glaube ich.

00:31:11: Das war jetzt im Nachgang gegen klar, glaube ich, dass es nicht gesund war.

00:31:15: Aber damals bist du, ich meine, wir waren damals zum Beispiel in London bei Excel, haben uns ganz kurz erzählt, wir investieren jetzt in so einen ... NFT Soccer-Starlab.

00:31:23: NFT war damals so der Hype.

00:31:24: Und mittlerweile redet da kaum einer noch drüber.

00:31:27: Keiner kann mit der Technologie irgendwie direkt arbeiten.

00:31:29: Insofern war eine extrem spannende Zeit.

00:31:32: Und ich bin selber auch limited Partner in einem WC-Fund.

00:31:34: Und mir ist auch bewusst, dass, glaube ich, die Trongen, die jetzt so in den Jahren neunzenzwanzig aufgelegt worden sind, dass ich da wahrscheinlich keine zweistellige Rendite einfahren.

00:31:43: Einfahren würde.

00:31:44: Insofern, ja.

00:31:45: Und es gibt so einen Aspekt vielleicht noch dazu.

00:31:47: Es gibt ja jetzt die Renaissance Bootstrappings durch AI.

00:31:50: schön zu sehen.

00:31:51: Also diese kleinen Firmen, ja zwei Leute, fünf Leute.

00:31:55: weil er erkannt wird, plötzlich stimmt, wir können ja erst mal so weit gehen.

00:31:58: Da denk ich immer, ja, das ist natürlich jetzt noch mehr möglich, aber es war auch schon in den letzten Jahren, glaub ich, ein gangbarer Weg, der für viele so einen gesunderen Pfad vorgezeichnet hätte.

00:32:07: Definitiv, ich mein, das merkst du auch in den Gesprächen von vorn an untereinander.

00:32:10: Früher war mal die erste Frage, wie viele Leute hast du, wie viele AR-Masto?

00:32:13: Und mittlerweile ist es schon irgendwo da der Anspruch, möglichst viel AR mit möglichst wenig Leuten zu erzielen und dann natürlich mal so AI-Driven das Ganze hochzufahren.

00:32:22: Der Mensch.

00:32:25: Max, ich interessiere natürlich auch die Person hinter Arpigno.

00:32:28: Und wir haben natürlich vereinbart, auf keinen Fall machen wir irgendwie so einen langweiligen Lebenslauf, sie wie bla bla.

00:32:35: Trotzdem muss ich eine Station ansprechen in deinem Lebenslauf.

00:32:37: Und wir sitzen ja hier im OMA-Studio.

00:32:39: Und ich glaube, so gut wie jeder kennt die OMA-Rabbitool-Samba-Story.

00:32:44: Und du warst selber mal ein gutes Jahr bei Rocket.

00:32:46: Ich glaube, ich hatte jeder so gewissen Stereotyp im Kopf.

00:32:51: Mich interessiert aber ... Was würdest du sagen, hast du als Positives, als wichtigstes Learning, als Prägung mitgenommen, was dir in deiner täglichen Arbeit immer noch hilft?

00:33:00: Gibt's da was?

00:33:01: Ja, also ich bin ... ich hab der Zeit bei Rocket unglaublich zu viel zu verdanken.

00:33:07: Ich hab den Blick immer zurück auf meine Rocket-Zeit, was die getrennt war in so einem Praktikum, was ich damals gemacht hab, zwischen Bachelor und Master in Asien, als Rocket sozusagen Amazon kopiert hat für Sudostasien.

00:33:18: Und dann später war ich noch mal auf verschiedenen Projekten, auch bei HelloFresh in USA.

00:33:22: Und für mich war Rocket meine Business School und hat mir letztlich gezeigt, was möglich ist, wenn man die richtige Attitude einfach an den Tag legt.

00:33:32: Und ich hatte viel, viel Positives Bild von Rocket, als das wahrscheinlich die Durchschnittsperson hat.

00:33:39: Und der hat einfach nur die Möglichkeit, Medien zu konsumieren.

00:33:43: Weil ich immer sage, es ist natürlich einmal gefunden, ist Fressen für die Medien und Rocket so ein bisschen zu zerreißen war Volkssport und die Bösen sammler.

00:33:52: Jeder, der bei Rock selber war, sieht das eigentlich anders.

00:33:54: Du warst

00:33:56: du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr

00:34:00: warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr warst du im Jahr Eins nach dem anderen.

00:34:14: Der Peak war, glaube ich, aber nicht lang danach.

00:34:16: Irgendwann wurde es dann, ich weiß auch nicht genau, eher einfach zu einem Investor geworden, das ganze Vehikel.

00:34:20: Und dann dieses Inkubieren hat dann aufgehört von Firmen, weil man da auch so seinen, also der USP von Rocket um Firmen zu... Also zu gründen inkubator zu sein, der ging also ein bisschen verloren, weil Dinge wie online marketing und so weiter eben zu der commodity war.

00:34:39: Das konnte plötzlich jeder das war ja vorher so die stärken.

00:34:41: Sie haben einfach diese diese gewissen Wertschöpfungsprozesse wie online marketing und so weiter operations logistik und so weiter zentralisiert enorm hohes wissen aufgebaut.

00:34:49: und dann die erfolgreichen Business-Modelle kopiert und eben mit diesem Vorsprung in der Execution erfolgreich woanders ausgerollt.

00:34:55: Also es ist eine, selbstverständlich hat da keine Business-Model Innovation stattgefunden.

00:35:00: Das würde auch niemand behaupten.

00:35:02: Ich glaube, man kann auch ganz klar dazu stehen, das war eine enorm erfolgreiche Kopiermaschine.

00:35:08: Aber das soll nicht heißen, das soll man gar nicht irgendwie abwertend sehen, sondern hier hat die eine, würde ich mal sagen, Prozess-Innovation enorm stattgefunden, Execution-Innovation, also auf dieser Scale.

00:35:18: in der Geschwindigkeit das zu machen, ist die Erfolgsgeschichte von Rocket damals.

00:35:22: Und so sehe ich das, als meine Business-School gesehen, in allererster Linie war ich dort eben mit diesen Leuten zusammenarbeiten konnte.

00:35:28: Also ich bin direkt nach dem Bacheloring gegangen damals und da hat man ja keine Ahnung.

00:35:33: Die Uni sagt dann nichts über die Business-Welt und wie das ist und ganz sicher nicht über Unternehmertum.

00:35:40: Und dann hat man dazu tun, die Leute, die als Geschäftsführer eingesetzt werden, sind ja meistens Experater.

00:35:46: Von daher habe ich unfassbar viel gelernt in erster Linie von der Attitude her.

00:35:49: Einfach dieses Not-Taking-No von Anza war die Kernphilosophie und in einer gewissen, gesunden Aggressivität und auch Radikalität vorzugehen und einfach zu machen in einem unglaublichen Speed.

00:36:02: Das war enorm cool.

00:36:03: Es hat auch wahnsinnig Spaß gemacht.

00:36:05: Allen, die da mit mir waren, alles so nach der Uni dahin.

00:36:08: Und das prägt natürlich, weil es dir zeigt, was möglich ist, wenn du einfach diesen krassen Willen hast.

00:36:12: Ich hab selber, aber ich hatte auch selber so ein, zwei Rocketeers oder ex Rocketeers im Team, was ich sagen muss, die Leute waren extrem analytisch.

00:36:21: Teilweise aber auch, das hast du ja gesagt, diese.

00:36:23: Diese Aggressivität, den du auch so ein bisschen positiven Nutsch gegeben hast, ist natürlich auch eine Herausforderung, sag ich mal, in der Firma, wo vielleicht eine andere Unternehmenskultur dann irgendwo herrscht, wo vielleicht auch wer halt so auf Harmonie und miteinander gelegt wird, wenn dann quasi jemand reinkommt und sagt, warum machen wir das nicht dreimal so schnell oder viermal so schnell?

00:36:39: Das ist natürlich dann eine große Herausforderung.

00:36:41: Also muss man ganz klar sagen.

00:36:42: Klar,

00:36:42: also genau, man kann nicht irgendein Glücklich machen und das ist eine gewisse Kultur.

00:36:45: So, und die Kultur hat seine Vorteile, die ich eben so ein bisschen beschrieben habe und die, genau, wenn jetzt aber jemand reinkommt und sagt, mein oberster Wert ist harmonische... und nicht zu dolle Kritik.

00:36:54: Der ist auf jeden Fall da falsch gewesen.

00:36:55: Das waren aber natürlich auch nicht die Leute, die da waren.

00:36:58: Die waren eher von der härteren Sorte und die wollten Ergebnisse sehen.

00:37:02: Und das, was vielleicht von außen so ein bisschen dann als negativ oder zu aggressiv Böse betrachtet wird, hat unglaublich Spaß gemacht da drin.

00:37:12: Man muss auch sagen, das ist ja Gott sei Dank auch durch die OMR-Doku und mit so ein paar Jahren Abstand hab ich das Gefühl auch in der Öffentlichkeit.

00:37:21: wird mehr gewertschätzt, was Rocket natürlich getan hat für Deutschland.

00:37:25: Also ein Salando, ein HelloFresh, auch ein Delivery Hero und so weiter, das sind Rocket-Konstrukte und die hätte es so nicht gegeben.

00:37:33: In HelloFresh muss man zum Beispiel sagen, für die habe ich ja auch ein paar Monate sozusagen, ich war dann bei Rocket und dann bist du auch auf verschiedenen Projekten und da habe ich in USA für HelloFresh gearbeitet.

00:37:45: HelloFresh ist die erfolgreichste deutsche Firma in den USA der letzten Jahrzehnte.

00:37:49: Das muss man sich mal vorstellen.

00:37:52: Also eine unglaubliche Erfolgs-Story geworden.

00:37:55: Das hat sonst keiner geschafft.

00:37:56: Und Salando natürlich auch.

00:37:57: Ein großer europäischer Konzern mittlerweile.

00:37:59: Also das und also der wirtschaftliche Erfolg, was für Deutschland damit getan hat.

00:38:04: Und natürlich auch, was daraus dann für Leute hervorgegangen sind eben.

00:38:07: Also wie viele Firmen wurden eben von X-Rocket Leuten, was sie jetzt eben auch genannt, die sind ja alle in der Start-up-Welt unterwegs gewesen.

00:38:13: Also es braucht irgendwie so diese ... diese Hubs aus denen, was entsteht.

00:38:17: Und da hat Rocket man sich viel gemacht.

00:38:19: Also viel Lobrede auf Rocket, aber ich glaub ...

00:38:22: Ja, darum geht's ja auch, ne?

00:38:23: Wir wollen ja nicht so in Stereotypen verhaftet, in welchen Oberflächen blablab von uns geben.

00:38:28: Danke für die offenen Worte.

00:38:29: Ich kann mich selber noch lernen, wir hatten damals, ich glaub, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das haben wir direkt gepitscht.

00:38:34: Wir haben es dann aber am Ende des Tages für, für Excel entschieden, weil wir sagten, na, lieber so ein wirklich internationaler Investor.

00:38:40: Und wir hatten natürlich schon so einen gewissen deutschen ... deutschen Touch, das war der Grund, aber ich kann bestätigen, das war schon eine Persönlichkeit.

00:38:47: Und wenn man vor dem geredet hat, lief ein bisschen auf der, ne, der Schweiß, den Nacken ein bisschen runter, also muss man fairerweise sagen.

00:38:56: Gibt es noch etwas aus der Zeit, von dem du sagen würdest, das lass ich auf keinen Fall zu, dass sich das bei uns in der Firma etabliert?

00:39:03: Ja, also es ist nicht so, dass ich irgendwie ... alles rosa male oder so und da waren hat man natürlich auch umgang mitbekommen jetzt nicht die ganze zeit aber natürlich sind auch manche leute einfach zu zu asi unterwegs was irgendwie kritik ausübungen angeht und so weiter gar keine frage.

00:39:20: und natürlich also das das will man natürlich nicht haben in der eigenen firma.

00:39:26: insofern glaube ich immer es erzähle ich auch immer uns im onboarding und schon im interviewprozess teilweise Man muss es irgendwie schaffen, also wenn es um das Thema Firmenkultur geht, diese beiden Seiten zusammenzubringen.

00:39:39: Einmal dieses enormen Performance-Fokussierte.

00:39:44: Ja, harte klare Vorgehen.

00:39:47: und eine High Performance Kultur zu schaffen.

00:39:50: Und gleichzeitig aber eine Wärme, eine nette Kultur.

00:39:53: So.

00:39:54: Und diese Balance hinzukriegen, ist die Kunst letztlich.

00:39:57: Das muss man irgendwie so schaffen.

00:39:59: Und ich glaube, da ist Struggling, glaube ich, viele Firmen mit.

00:40:01: Ja, gerade Stardubs, die so ein bisschen man sagt, ja, Stardub, das ist immer diese Nette.

00:40:04: Und wir haben uns alle eine gute, freundliche Kultur und bloß nicht irgendwie zu hart.

00:40:08: Weil das andere, das wäre so die Old School Investment Banking und nur Performance und nichts anderes zählt.

00:40:12: Und das ist eben die Kunst, die beiden Sachen so zusammenzubringen.

00:40:15: Und immer so diese diese Balance zu wahren.

00:40:18: Definitiv und ich glaube, da haben wir auch, können wir gleich mal darüber reden, auch eine Menge Learnings gemacht.

00:40:22: Als wir gestartet sind und dann immer so fünfzig, sechzig Leute waren, da waren natürlich immer schon so der Anspruch von uns, jeder soll hier so individuell glücklich sein.

00:40:29: Das war, ich finde ich sage, war so ein bisschen Ponyhofatmosphäre, aber ich weiß noch, da kam jemand aus dem Vertrieb zu mir und sagt, Roger, ich brauche jemand, der mir ständig so die Messestände aufbaut und vielleicht paar Sachen packt, schick mir nochmal einen Werkstudenten rüber und hab gesagt, ja, kriegst du sofort Ausschreibung gemacht und zwei Tage später hatte die Kollegen dann quasi ihren Werkstudenten.

00:40:47: Und irgendwann hast du aber gemerkt, wenn du es jedem versuchst, individuell recht zu machen, ist das keine gesunde Form der Wertschätzung, sondern versuchst halt irgendwo, sag ich mal, ja, der beliebte Gründer zu sein, aber das ist halt in der Tat nicht nachhaltig.

00:40:59: Und das hast du, glaube ich, ich weiß nicht, ob du das bestätigen kannst, aber ich hab das in meiner Bubble extrem oft gehört.

00:41:04: Also auch von großen Unternehmen, ich hab eine Bekannte bei West Wing, da war es auch so, als der E-Commerce durch die Decke ging, da wurden Leute behüttelt, betüttelt.

00:41:14: Und als der mal wieder so zum Wachstumsfahrt zurückkam, dann fing man an, so klare Zielvorgaben einzuführen.

00:41:19: Und das ist natürlich ein harter Cut.

00:41:21: Und ich glaube, wie du sagst, man braucht eine gesunde Balance und klare Zielvorgaben, aber auch irgendwo eine Form von objektiver Wertschätzung immer auf.

00:41:28: Weil ich glaube nichts ist toxischer, als wenn Leute sich nicht weggeschätzt fühlen, oder?

00:41:32: Ja genau, das natürlich.

00:41:34: Und aber du hast ja dieses Gegenteil auch beschrieben und das sehe ich genauso, dieses... ist jedem recht, man wird nicht funktionieren.

00:41:39: Man muss gucken, dass man nicht wie ein Getriebener wird von allen wünschen.

00:41:44: Weil das vielleicht kurzfristig, man denkt, das löst jetzt gerade das Problem, ob langfristig auf gar keinen Fall.

00:41:48: Also es muss klare Regeln geben, klare Vorgaben, einen klaren Performance-Fokus.

00:41:53: Und in diesem Rahmen eine möglichst natürlich positive, freundliche, kollaborative Kultur.

00:42:00: Das ist irgendwie das, was man hinkriegen muss.

00:42:02: Ich glaube immer noch, dass das Thema Feedback ... ganz normales Feedback.

00:42:07: Massiv unterschätzt das Instrument und ich glaube, das ist wahrscheinlich der größte Verbesserungsmotor der meisten Firmen da draußen, gerade wahrscheinlich in der Start-up-Welt, weil die so geprägt ist von vielen Leuten, die noch jüngere Generationen auch, die nicht gelernt haben, wie man eben Feedback gibt.

00:42:29: Aber es auch tut, es geht gar nicht darum, dass sie nicht gelernt haben, es nett zu geben oder so zu geben, sondern... Man hat, glaube ich, auch ein gesellschaftliches Phänomen und sicherlich in der jüngeren Generation ja jeder ein bisschen Angst, dem anderen auf die Füße zu treten.

00:42:39: Und das führt am Ende dazu, dass eben Feedback nicht gegeben wird oder nur durch die Blume oder zu spät und so weiter.

00:42:46: Und Feedback im Unternehmen ist der größte Wachstumsmotor für alle.

00:42:49: Wir werden darum besser, weil wir es von den Leuten und sehen, die uns kennen.

00:42:52: Hören eben.

00:42:53: Und das ist eine Sache, die wir auch bei Appinio ganz stark versuchen.

00:42:56: Also ich sage immer, mein Ziel ist, dass Leute, die bei Appinio viele Jahre waren und irgendwann weggehen, dass die immer so zurückblicken und sagen, also eine Sache, die krasser bei Appinio war, wie dort das Thema Feedback gelebt wurde, wie man direkt das erhalten hat im Sinne von Radical Candle natürlich, wertschätzend aber sehr klar und auch direkt geäußert.

00:43:15: Das Ganze fängt ja ganz oben an.

00:43:17: Gebt ihr als Gründer euch auch regelmäßig irgendwie so strukturiert Feedback?

00:43:20: Macht ihr das?

00:43:21: Genau, also wir haben das jetzt eingeführt, so ungefähr vor einem Jahr wurde es, dass es so Performance Growth Cycle heißt.

00:43:26: Also letztlich, wie das dann alle Unternehmen ab der gewissen Berufsschuldigungstufe machen, davor... Wie du schon sagst, es fängt oben an, also wenn du selber lebst und auch der Typ bist, der sagt das auf, ich muss dir ja mal kurz das hier sagen.

00:43:37: Und du sagst das irgendwie auf eine gute und faire Art, also sehr klar.

00:43:40: Dann wissen die Leute das ja auch irgendwann einzuschätzen.

00:43:42: Und weil, wenn die auch wissen, du bist ja sonst auch, du sagst ja auch gute Sachen und du bist auch netter und man kann dir auch vertrauen, dann wird eben auch klares Feedback, was man ein bisschen unangenehm sein kann, sehr gut angenommen.

00:43:51: Insofern, würde ich mal sagen, klar haben wir das kulturell schon so gelebt, wir haben es jetzt nochmal formalisiert.

00:43:55: Und da merkt man aber, dass es halt bei Leuten, gerade die eben erst seit ein paar Jahren im Job sind oder gerade das reingekommen sind, erstmal initial selten vorhanden ist.

00:44:06: Alle wissen natürlich von der Wichtigkeit von Feedback und so weiter, aber es ist dann doch eine große Hemmschwelle, Feedback eben klar zu äußern.

00:44:12: Das merkt man in der Familie.

00:44:14: Ich habe vier Kinder und meine Frau und ich haben vollkommen unterschiedliche Rangingsweise, wie wir unseren Kindern Feedback geben.

00:44:20: Das merken die Kinder auch und das ist, glaube ich, eine Riesen-Challenge.

00:44:23: Ich selber habe vor gutem Jahr mit einem Coaching angefangen.

00:44:27: Und der erste Schritt, die meine Coaching gesagt hat, wir machen jetzt einen dreihundertsechzig Grad Feedback.

00:44:32: Und wir picken da Leute raus aus der Firma, aber auch externes Deckholer.

00:44:36: Und ich habe da, glaube ich, ein, zwei Tage, bevor sie die Auswertung gemacht haben, glaube ich, nicht geschlafen.

00:44:41: Weil ich dachte, oh Gott, was kommt da jetzt?

00:44:43: Was kriegst du davon?

00:44:44: Latz geknallt.

00:44:45: Und das war auch schon Sachen, wo ich sage, okay, krass, hat noch niemand gesagt.

00:44:49: Aber das hat mir wirklich geholfen.

00:44:52: Häufig versucht man ja, ich weiß nicht, wie es dir geht, als Gründer hat man manchmal schon irgendwie den Anspruch, ich muss irgendwie so perfekt funktionieren irgendwo.

00:44:59: Ich habe eine Vorbildfunktion und ich darf dir keine Schwäche zeigen.

00:45:03: Und ich glaube, das ist, zumindest war das bei mir irgendwann die Erkenntnis, es gibt irgendwann so ein Too Much.

00:45:07: Und da musst du mal ein bisschen wieder Geschwindigkeit rausnehmen.

00:45:11: Hast du da auch so eine, so eine Lernkurve hingelegt, wie du dich als Gründer, ja auch mittlerweile als bist du ja quasi vom COO zum CEO transformiert?

00:45:22: Wie du dich in der Firma gibst, wenn du quasi den Max vor zehn Jahren mit dem Max von heute vergleist?

00:45:27: Ja, also macht natürlich jeder irgendwie so eine Reise.

00:45:31: Und auf jeden Fall auch bei mir.

00:45:33: Also erst mal vielleicht nochmal angefangen mit dem Thema das Feedback, was man kriegt und was irgendwie sehr klar ist.

00:45:39: Aber genau das sind ja diese Momente, wo man dann eben realisiert, ah, okay.

00:45:42: Und eigentlich gut, das zu hören war vielleicht nicht angenehm, aber genau so ist es.

00:45:45: Und das war einen letzten Bogen da zu spannen, natürlich auch in dieser Rocket-Zeit so.

00:45:49: Da wurde eben nicht gespart mit Feedback.

00:45:51: Und du hörst es halt.

00:45:53: Aber viele Leute hören nie Feedback in so einer Klarheit.

00:45:55: Was hast du da häufigsten gehört bei Rocket?

00:45:57: Ich glaube,

00:45:58: zum Beispiel bei Rocket war, also von meinem Vogelisten, der auch super war, habe ich ein, zwei Mal gehört letztlich, dass meine Art, wie ich da Feedback geäußert hatte, eben dann wiederum auch zu krass war.

00:46:13: Ach krass.

00:46:13: Und dass das natürlich dann wieder ineffektiv wird.

00:46:15: Und das war eine Sache, die ich sehr gut annehmen konnte, weil ich auch den sehr respektiert habe von meinen Vorgesetzten.

00:46:22: Und ich wusste einfach, okay, es wird einfach so sein.

00:46:25: Und jetzt hat es mir das zweite Mal gesagt, und es ist so.

00:46:26: Und Max, entweder du arbeitest daran oder wenn du es nicht machst und dir das irgendwie zu schön redest oder sowas, dann würdest du, würdest dein Leben langen Problem für dich sein.

00:46:34: immer und überall.

00:46:36: Und dann wirst du ein Problem haben auch mit Führung und Feedback und so weiter.

00:46:39: Und darum bin ich immer so dankbar dafür, dass mir das so in so einer Klarheit eben gesagt wurde, die sicher unangenehm war in dem Punkt.

00:46:45: Und habe es eben auch in dem Fall, glaube ich, gut geschafft, weil ich habe das nie wieder gehört.

00:46:50: Also das ist so dieser Punkt von damals, den ich mitgenommen habe.

00:46:54: Also bin ja auch bei Apinio COO gewesen lange und er hat einfach schon sehr gerne in den Details ist im Produkt in den Zahlen sehr in der Tiefe und ich glaube das und weniger so im externen in der Kommunikation und das hat sicher auch so mein Verhalten in der Firma und Mitarbeiter gegenüber und so weiter.

00:47:14: auch hat auch darauf sein bisschen sein Effekt gehabt und ich habe über die Jahre immer wieder gemerkt obwohl natürlich auch gesagt und so weiter dass es wichtig ist dass ich mich mehr öffne, mehr Teile.

00:47:27: So umso auf dieser persönlichen Ebene sich auch ein bisschen mehr zu teilen.

00:47:30: Geht gar nicht darum, von der Familie zu erzählen, da kann man natürlich auch mal machen, aber einfach grundsätzlich ein bisschen mehr, was ist im Innenleben eigentlich los, ein bisschen mehr von sich zu geben.

00:47:37: Und das ist zum Beispiel so eine Sache, die mich aber immer begleitet, auch heute noch begleitet, also ich weiß so, musst du mehr machen, das musst du mehr machen, tauscht dich mehr mit Leuten aus und so weiter.

00:47:47: Und die, glaube ich, elementar ist einfach als Führungskraft, dass man das macht.

00:47:51: Wie machst du das konkret?

00:47:51: Hast du das irgendwie institutionalisiert?

00:47:53: Machst du vielleicht einen Montagsansprache?

00:47:55: Das macht zum Beispiel meinen Mitgründer Christian letztlich einmal eine Woche hin.

00:47:59: Zeichne quasi auf ein Video.

00:48:00: Was geht denn gerade durch den Kopf?

00:48:01: Was bewegt ihn gerade und teilt das dann quasi bei uns auf Slack?

00:48:04: Hast du da ein Instrument?

00:48:05: Also, es gibt

00:48:06: natürlich die offiziellen Formate sozusagen.

00:48:08: Wir haben All-Hins-Meeting, was ich leitisch immer geleitet habe in der Geschichte von Apinio, einmal im Monat und so weiter.

00:48:14: Und ich weiß nicht, irgendwelche offizielle Ansprachen und so, weil das mache ich sowieso alles.

00:48:17: Aber ich rede jetzt eher von der Ebene, die eher inoffiziellen Dinge.

00:48:22: Und das ist natürlich, was gerade auch in der Remote-Kultur schwierig ist, wenn du die hast, wie wir sie auch haben.

00:48:28: Hier ein Office in Hamburg immer noch, aber es gibt keine Anwesenheitspflicht.

00:48:32: Und mit den ganzen Vorteilen von Remote ist natürlich auch die Nachteile dieser genau, dieser zufälligen Begegnungen und so weiter, wo man hier mal quatscht, da mal quatscht und dadurch irgendwelche Ideen und auch Beziehungen irgendwo entsteht.

00:48:45: Aber da muss das passieren.

00:48:47: Also ich sag mir immer, ich such dann eigentlich diesen inoffiziellen, direkten Austausch mit irgendwelchen Leuten, sag hier mal was, frag da mal nach und so weiter.

00:48:58: Das ist aber so eine Sache, die ich einfach weiß, muss ich mich immer wieder daran erinnern, damit ich das weitermache.

00:49:05: Wenn ich das quasi bei mir reflektiere und ich sage, ich mache ja seit einem Jahr dieses Coaching, was mir wirklich die Augen geöffnet hat.

00:49:12: Ähm, dann war's so.

00:49:13: das Thema so, dieser, dieser, dieser Selbstperfektionismus, ne?

00:49:16: Ich hatte als Gründer und ich bin nicht durch die Rocket School gelaufen, wo man wirklich dann jeden Tag den Spiegel vor die Augen bekommen hat, sondern wir sind gestartet und alles war mal rosig, ne?

00:49:24: Alles hat irgendwie funktioniert.

00:49:25: Klar, wir hatten so eine Bootstrapping-Phase von so knapp zwei Jahren, wo wir wirklich jeden Cent umdrehen mussten, aber dann ging auch durch die Pandemie alles steil nach oben.

00:49:34: Und da hattest du schon so als... Gründer und ich habe mit meinem Gründer Christian immer sehr intensiv darüber geredet, schon so einen gewissen Anspruch.

00:49:40: Du musst perfekt sein.

00:49:41: Du musst diesen Perfektionismus ausstrahlen.

00:49:44: Und ich meine nicht diesen Perfektionismus, den jeder so plackert die vor sich hin trägt.

00:49:48: Das sagt ich mir noch die letzten, dieses Ingenieursding von VW, wo man noch die letzten Millimeter Spaltbreite noch mal so reduziert, sondern ich muss in der Öffentlichkeit perfekt sein.

00:49:58: Ich muss druckreife Sätze sprechen.

00:50:00: Das war so der Anspruch.

00:50:01: Und immer merkst du, Das glaubt dich dermaßen aus.

00:50:04: Weil das wirklich so ein Bild ist, was du vor dir herträgst.

00:50:07: Und irgendwann, sag ich mal, kannst du diese Last auch nicht mal aufrechterhalten.

00:50:10: Das ist auch nicht mal authentisch irgendwann.

00:50:11: Ich hab halt gemerkt, wie ich mich für Leute gestellt hab.

00:50:14: Und denen erzählt dann, na, alles ist super und wir kriegen das hin.

00:50:16: Und die hab ich schon gemerkt, na ja, ganz so super ist es gerade nicht.

00:50:20: Wir haben da schon eine gewisse Challenge.

00:50:22: Und was mir geholfen hat, ist es auch wirklich dann über persönliche Schwächen auch zu reden.

00:50:26: So, das mach ich.

00:50:27: Transparenz, ich mach das teilweise sogar auch.

00:50:28: ... auch auf LinkedIn, weil es mir eben auch hilft, ne?

00:50:31: Weil ich da krieg ich auch irgendwo auch Feedback dann von der Öffentlichkeit, ... ... die mir dann auch auch spiegeln.

00:50:35: Naja, das ist wirklich authentisch und ... ... mir hilft dann quasi auch daran zu wachsen.

00:50:39: Und ich hab's auch bei uns ja Familie gemerkt, ne?

00:50:40: Und man merkt dich dann, ... ... dieser Perfektionsmus schlägt sich durch die ganze Familie durch, ne?

00:50:45: Irgendwie ... ... da waren alle irgendwie nur so auf Leistung ... ... und auf Sport gedrillt ... ... und irgendwann unsere kleine Tochter, ... ... die Greta, die ist elf Jahre alt, ... ... die hat dann immer gesagt, ... ... ne, mach ich nicht mehr mit, ne?

00:50:54: Also ... Das ist nicht meins.

00:50:57: und dann haben wir auch als Familie mal so ein bisschen innen gehalten, haben gemerkt, nee, da müssen wir irgendwie mal ein bisschen das Tempo rausnehmen und auch nochmal wieder zwei, drei Schritte zurückgehen.

00:51:06: Das war für mich so die größte Erkenntnis, weil ich meine, das muss ich dir, glaube ich, nicht sagen.

00:51:10: Als Gründer, als CEO, ist es auch jeden Tag immer die Frage, wo kriege ich diese Energie her, wie ziehe ich die Leute mit, wie strahle ich Optimismus aus.

00:51:18: Das glaube ich so, dass das ahnt, oh, wenn du dir immer selber was von machst, dann verlierst du permanent Energie, oder?

00:51:23: Hundert

00:51:23: Prozent, kann ich nicht mehr zustimmen.

00:51:28: Also es geht auch um ehrlich zu sich selbst zu sein.

00:51:30: Das muss irgendwie deine ... über deine Schwächen dem Klaren sein.

00:51:37: Gegenfalls auch eben drüber kommunizieren, bzw.

00:51:40: auch den, sagen wir mal, deinem, vor allem deinem engsten Team, eben das Gespräch und sagen, hier, pass auf, was hältst du davon?

00:51:45: Oder hast du da nochmal Feedback von mir?

00:51:46: Oder auch sagen, ja, den Bereich, ich glaube, ich kann es aber nicht so gut.

00:51:48: Wir müssen irgendwie anders lösen.

00:51:49: Das werde ich auch in Zukunft nicht gut können.

00:51:50: Ja, stärken, stärken ist das Motto.

00:51:53: Und, ja, einfach dieses sich öffnen.

00:51:57: Also, ich, ist ja auch so, natürlich die letzten Jahre ... glaub ich, großes Thema.

00:52:01: Viele verstanden, ja.

00:52:02: Be vulnerable und so weiter.

00:52:04: Es ist ultra wichtig und es baut natürlich auch wahnsinnig Vertrauen.

00:52:07: Wenn ja einfach die Leute um dich rumwissen, so der weiß, was er kann oder was er nicht kann und er regelt auch darüber und er ist offen für Feedback, dann hast du einfach so eine ganz andere Basis.

00:52:15: Also unglaublich wichtig.

00:52:17: Jetzt ist mir noch eine Sache in der Lebenslauf aufgefallen und da müssen wir nochmal rein, weil wir sowas ähnliches Vergleichbares durchgemacht haben.

00:52:24: Du bist da quasi als COO gestartet.

00:52:26: Und bist jetzt, glaube ich, seit gut zwei Jahren CEO.

00:52:29: Und man sieht es auch, hoff ich so bei Gründerteams.

00:52:32: Die Staaten häufig sind wieder so gleichberechtigt.

00:52:34: Das haben wir gemacht.

00:52:34: Wir waren so drei Co-Former, drei Co-CEOs.

00:52:38: Bestes Beispiel ist auch Zalando.

00:52:39: Zalando, ja.

00:52:40: Oder

00:52:41: es gibt auch Start-ups.

00:52:42: Und ich habe vor Kurzem hier in Hamburg im Plancraft investiert.

00:52:44: Da hat das Gründerteam wirklich eine superklare Rollenverteilung.

00:52:48: Und wenn man die trifft, merkt sofort, ja, das passt.

00:52:50: Da ist die Rampensau, da ist der Produkt Nerd.

00:52:53: Das passt perfekt.

00:52:56: Eure Rollen, ja vor gut zwei Jahren getauscht.

00:52:58: Lief das Ganze, sag ich mal, nach Planung ab?

00:53:01: Lief das Ganze harmonisch ab?

00:53:02: Kannst du da so ein bisschen sagen, so aus dem Nähkästchen reden?

00:53:05: Ja, es ist ein gutes Thema.

00:53:06: Und das letzte Beispiel, was du da hattest, trifft, glaube ich, tatsächlich auf uns zu.

00:53:09: Ich habe manchmal gesagt, ein Erfolgsgeheimnis von der Pinu war wahrscheinlich, dass wir drei Gründer extrem komplementär zueinander waren.

00:53:16: Also ich habe zwei Co-Founder Kai und Jonathan und Kai ist CTO.

00:53:21: Die Rolle ist klar.

00:53:23: Jonathan war die ersten Jahre CEO, bis vor zweieinhalb Jahren ungefähr, Anfang, Anfang, dreiundzwanzig, hab ich CEO übernommen.

00:53:33: Und ich eben COO.

00:53:34: Und wir haben es immer einfach genannt letztlich.

00:53:37: Jonathan war der Außenminister von der Pini, ich war der Innenminister.

00:53:39: Und das war eine wunderbare Rollenverteilung.

00:53:42: Auch jetzt so von der Anlage her, von den Skills.

00:53:45: Ich war immer schon ziemlich technisch, hab mir jetzt Kindprogrammieren beigebracht und so weiter, hatte mir diese ganze Faszination.

00:53:52: hab auch Wirtschaftsingenieurwesen studiert, was ja auch per Definition dieses Zwischending ist.

00:53:56: Und das war eigentlich perfekt für mich.

00:53:57: Die technische Seite, das Produktiv da drin sein und so weiter.

00:54:00: Und gleichzeitig eben auch natürlich auf der Businessseite irgendwie zu sein.

00:54:03: Und das war eigentlich ein super Konstrukt, dass wir da keinen Gap in dem Sinne hatten.

00:54:08: Und dann, wie es so ist, bei euch ja auch, gibt's eben über die Jahre immer so Verschiebungen.

00:54:13: Also irgendwie jeder lernt, jeder sieht irgendwie seine Stärken, geht man in Wisse Bereiche mehr.

00:54:19: kann auch gewisse Dinge gut oder nur zu einer gewissen Stage gut.

00:54:24: Das ist ja auch so eine Sache, die man jetzt auch außerhalb von gründer Team immer sieht.

00:54:27: Es gibt Leute, die sind absolut überragend in einer gewissen Sache bis zu einer gewissen Stage und dann ist es eben nicht mehr so.

00:54:32: Und so haben eben bei uns auch so gewisse Entwicklungen stattgefunden und dann war es letztlich so, dass so dieses im Außen sein.

00:54:44: von unserem CEO.

00:54:45: letztes wurde immer stärker und so.

00:54:47: irgendwann kam er selber auf mich zu und sagte ich glaube wir müssen mal die Titel ändern so dass letztlich auch das reflektiert was mittlerweile so ist und das war insofern der enorme smooth transition weil ich diese rolle.

00:55:01: ... in gewisser Weise eh immer so ausgeführt hatte, ne?

00:55:05: Also wir haben uns immer wie sozusagen die ... ... ja die beiden Architekten eben von allen Entscheidungen ... ... gesehen, so war das.

00:55:10: Wir haben immer in Nowang zusammengearbeitet, ... ... das war jetzt nicht so eine Trennung in hier CEO, ... ... und dann ach so noch der Operator da, ... ... der CEO.

00:55:16: Und insofern war das, ... ... was das angeht, sehr, sehr glatt.

00:55:19: Und ich habe auch nie das Gefühl gehabt, ... ... dass es ein ... ... also in gewisser Weise eine Veränderung natürlich schon, ... ... aber jetzt nicht irgendwie Tag und Nacht gewesen ist, ... ... als ich dann übernommen habe.

00:55:27: Ich kann nur sagen, I feel you, weil uns war es wirklich ähnlich.

00:55:30: Das würde

00:55:31: mir ja immer so sehen, vor allem diese Co-CEO-Sache, die man ein paar Jahre öfter gesehen hat und ich immer gefragt hab, oh, wie klappt das wohl?

00:55:37: Also, ähm, genau.

00:55:39: Das war natürlich immer immer eine Challenge, bin ich auch offen offen und ehrlich und wie du sagtest gerade zu Beginn und wir waren auch super komplementär.

00:55:46: Matthias war der Tech Guy, der irgendwann mal als wir nach Dublin zu einem potentiellen großen Kunden gefahren sind, hat der quasi eine Art Mock dashboard auf dem Flug gebaut, noch im Taxi gebaut, auf den letzten Metern zum Kunden.

00:55:57: Das werde ich nie vergessen.

00:56:00: Was das für einen Energie-Einsatz war, das war immer klar, der macht Produkt.

00:56:04: Christian war immer der, der nach außen, sag ich mal, die Firma repräsentiert hat, mit Investoren geredet hat.

00:56:08: Ich weiß noch, wir sind in der Ausgründung der Uni Hamburg.

00:56:10: Unser Doktorvater, wir haben alle drei beim selben Doktorvater promoviert, hat immer gesagt, egal was sie machen, der Königsheim, mein Christian Königsheim, das ist die Rampensau.

00:56:18: und Herr Gubmann, bitte halten Sie sich zurück.

00:56:21: Ich war immer so der Steuernörd, ich war immer introvertiert, was das betrifft.

00:56:25: Und ich bin auch, sag ich mal so, bei großen Socializing-Events auch schnell ausgelaut, wenn man, ich merke, wenn mein Akku irgendwann unten ist, dann ziehe ich mich zurück, setze meine Airpods rein und das war's.

00:56:34: Aber das Spannende ist, irgendwann hat sich es dann aber verschoben.

00:56:37: Irgendwann hat sich das verschoben, ich habe gemerkt, ich komme in diesem Steuermarkt, komme ich glaube ich ganz gut an, ich verstehe wie die Leute da ticken, die sind ja auch ein bisschen, ich will nicht sagen spröder, aber die denken schon ein bisschen anders, als vielleicht ja in der Marketingwelt, muss man vielleicht sagen.

00:56:51: Und auch da gab es dann irgendwann so eine Rollenverteilung, ohne dass wir jetzt die Rollen neu definieren mussten.

00:56:55: Wir haben aber auch gerade gemerkt, ein Punkteprodukt.

00:56:58: Bisschen uns neu aufstellen, weil wie du sagst, irgendwann kommst du auch als Gründer sicherlich auch ein Limit.

00:57:03: Und idealerweise merkst du es dann selber und stellst dann auch externen Leute ein, die irgendwann smarter sind als du.

00:57:08: Und bei uns war das dann so, zwanzig, zweinzwanzig der Fall, wo wir gemerkt haben, irgendwie das Produkt, wir kommen da nicht vom Fleck und wir haben... Und das machen wir immer noch regelmäßig so gründer Offsites gemacht, wo wir uns rausgezogen haben, alle zwei, drei Monate und uns auch gegenseitig Feedback gegeben haben, nochmal in der Vision geschärft haben.

00:57:24: Wir haben immer gemerkt, nee, so richtig sind wir da nicht mehr so auf einer Wellenlänge.

00:57:27: Das hat man gemerkt.

00:57:28: Und dann war es mal eine Zeit lang, wo wir dann auch sehr intensiv darüber diskutiert haben.

00:57:34: Das war auch für mich keine einfache Zeit, für alle drei keine einfache Zeit.

00:57:39: Und ich weiß noch, wie ich dann... Ende zwanzig, zweinzwanzig beim Notarware.

00:57:43: Und dann feststand, dass Matthias ausscheidet.

00:57:46: Aber ich auch ganz klar sagen muss, ohne Matthias wird's Textu nicht geben.

00:57:51: Also ohne seinen Einsatz, diese Energie und auch den Stoizismus, den er da ja lange an den Tag gelegt hat, wird's Textu in der Tat nicht geben.

00:57:58: Aber natürlich wacht das was mit dir.

00:58:00: Natürlich merkt's auch die Firma, wenn sich jetzt so das, das, das Gefüge ändert.

00:58:04: Und insofern finde ich spannend, dass ... ihr das quasi, dass es bei euch recht smooth war, ne?

00:58:09: Und dass da einigmerkter Moment mal, da verschiebt sich was ... ... und ich spreche es jetzt mal direkt an.

00:58:13: Also das ist, glaube ich, schon, ... ... schon ein Riesen-Asset auch, auch ein Vertrauen, ... ... was man auch aufgebaut hat.

00:58:18: Ja genau, also natürlich gibt es auch da irgendwelche ... ... Hobel und so weiter in der Strecke immer, aber ... ... am Ende, so wie bei euch auch, muss es irgendwie ... ... ja, ist es am Ende nun, ... ... ist es irgendwie eine natürliche Entwicklung, ... ... die irgendwie so passiert.

00:58:29: Und dann muss man auch sozusagen ... ... die Ehrlichkeit haben, das anzuerkennen und sagen, ... ... wir müssen ja auch eine Änderung machen jetzt.

00:58:34: So, ne?

00:58:34: Und ... Das ist ja ein Teil der Gleichung nur, was sozusagen mit den Gründern ist.

00:58:40: Und dann, wie schaffst du es, das andere Teil ist, wie schaffst du es, dieses Leadership-Team aufzubauen für die Jahre?

00:58:46: Dass du da immer diese Balance findest zwischen, was mache ich noch selber wirklich, was können wir noch machen, wo müssen wir uns Profis reinholen, wofür brauchst du jemanden, sehr erfahrenes, wofür brauchst du eher jemanden, hungriges aus dem internen Team?

00:58:59: Also das ist... Ja, je mehr wir wachsen, desto mehr werden diese großen Themen letztlich.

00:59:05: Wen zieht man wohin?

00:59:09: Wen holt man von extern zu?

00:59:09: Welchem Zeitpunkt sind die großen Themen am Ende?

00:59:13: Wenn ich vielleicht auch gerade an die Zuhörer da draußen vielleicht einen Rat geben kann.

00:59:17: Ich weiß, dieses QCO-Ding, gerade bei drei Foundern, ist natürlich zu Beginn gerade deswegen sehr beliebt, weil man auch vielleicht auch ... und angenehme Diskussion irgendwie auf die lange Bank schiebt.

00:59:27: Und ich würde immer sagen, macht die Rollenverteilung gleich zu Beginn, weil wenn ihr immer größer seid, das Team merkt irgendwann, dass ihr nicht mit einer Stimme sprecht.

00:59:35: Also das war bei uns immer der Fall.

00:59:37: Wir saßen teilweise in Meetings und haben überlegt, verdammte Arx, da haben wir uns an dem Punkt gerade nicht abgestimmt.

00:59:42: Da müssen wir uns nochmal zurückziehen.

00:59:43: Das ist natürlich nicht produktiv, das merkt das Team, das merkt die Führungsmannschaft.

00:59:47: Und insofern ist es extrem wichtig, da von Beginn an eine klare Rollenvertragung zu haben.

00:59:51: Und ich mein, selbst bei Zalando gab es ja auch irgendwie so ein Primus unter Paares am Ende des Tages, ne?

00:59:55: Also, das muss man ehrlicherweise sagen, ne?

00:59:57: Genau, und bei About You ist noch das andere Beispiel.

00:59:59: Da ja auch, oder?

00:59:59: Wer hätte denn Tarek Müller, der war irgendwie der CEO und die anderen auf dem Papier auch?

01:00:03: Ich kenn sie ja auch gar nicht und wir haben einen super Job gemacht, aber ist es nicht eh immer so, wird es so nicht?

01:00:08: Und du hast es eben beschrieben auch, dein Kollege, der dann rausgegangen ist.

01:00:12: Ja, de facto war ja irgendwie der Sprecher so von euch.

01:00:17: Genau.

01:00:18: Also insofern, glaube ich, ja wie gesagt, der Rat, gerade an Gründerinnen, an Gründer, da vielleicht zu Beginn auch mit der klaren Rollvertreilung aufzuwarten.

01:00:25: Und das macht ja auch die Pitches vielleicht, das kann ich aus meiner Perspektive noch mal spielen, auch bei Investoren so spannend, wenn du da auch ein sehr diverses Team hast und sagen kannst, also der Produkten hört, der treibt das Produkten da vorne.

01:00:35: Das ist hier die Rampensau und der ist dafür verantwortlich, dass wir hier sein Maskalierbarer Prozesse haben.

01:00:41: Nicht alle drei, die von oben mit versuchen, so eine Strategie auszuhandeln.

01:00:47: Das Dilemma.

01:00:49: Max, ich will noch zum Schluss mit dir über ein Aspekt reden, was so Kern-Element von Skin in the Game ist.

01:00:55: Ich nenne das immer gerne so die Challenge.

01:00:58: Ich hab gestern länger meinen Mitgründer Christian geredet.

01:01:01: Es geht bei uns um eine Produktreihe.

01:01:05: Und wir haben überlegt, wie entwickeln wir die weiter?

01:01:08: Man ist ja als Gründer, als Unternehmer, als CO, immer auch in einem Umfeld unterwegs mit Unsicherheit und auch ein bisschen Nebel.

01:01:15: Da komme ich ja direkt in euer Spielfeld.

01:01:18: Und wir haben halt überlegt, was machen bei uns vielen Datenpunkte?

01:01:22: Machen wir nochmal eine Kundenumfrage oder machen wir vielleicht nochmal so eine gewisse, gewisse Szenarioanalyse und haben nochmal das Produktteam vorgeschickt, was nochmal Daten aufbereitet hat.

01:01:32: Ich habe irgendwann gemerkt, dass wir da an einem Punkt gekommen sind, wo wir eigentlich vielleicht auch irgendwann ein zu viel Information, ein zu viel an Daten haben und vielleicht auch sag ich mal ... Die Entscheidung zu treffen, das ist ja eine riesige Herausforderung, manchmal, wenn man eine harte Entscheidung treffen muss, dass vielleicht so ein bisschen so auf die Daten verlagern wollten und so ein bisschen vor dieser Entscheidung sag ich mal scheuen.

01:01:56: Jetzt natürlich auch so ein bisschen die ketzerische Frage an dich.

01:01:59: Kann man ein Zufil an Daten, an Transparenz erheben?

01:02:04: Ganz sicher.

01:02:04: also das ist ganz sicher irgendwann muss man machen gerade das unternehmer muss man einfach.

01:02:12: Die wette gehen ja und aufhören zu analysieren hundertprozentig.

01:02:16: Das ist auch grundsätzlich die die die marktforschung ist ja nicht oder um es wieder darauf zu beziehen ist ja.

01:02:22: Also so bezieh ich es natürlich immer, ist ja auch nicht dafür da sozusagen, dein gesamtes Unternehmen zu, zu führen und alles zu machen.

01:02:28: Die Kreativität, die Kenntnis, auch ganz viel, implizites Wissen, was man hat durch viele Jahre in der Branche und so weit, ist durch nichts zu setzen, auch nicht durch Marktforschung, gerade als Gründer, ja, und es recht im BtoB-Kontext natürlich.

01:02:42: Aber es ist eben ein perfekter Begleiter die ganze Zeit.

01:02:44: Aber es liegt trotzdem immer noch beim Menschen und wird es auch in Zukunft noch liegen, diese, genau diese qualitative Entscheidung zu fällen zwischen Jetzt hab ich hier diese Datensatz.

01:02:52: Und diese restlichen X-Prozent der Entscheidungen, die treffe ich jetzt hier aus diesem impliziten Wissen mit meinen Mitgründern und dem Team.

01:02:59: Also, hundertprozentig.

01:03:00: Das ist ja so ein Klassiker, der auch ... Also, dieses Paralysis, dass man eben zu spät auch dann startet, zu spät launcht und so weiter.

01:03:08: Und das ist ja der ... Ich glaub, es ist, glaub ich, von Y-Kombinator dieses ... dieses ... Ich weiß nicht, wie du launch fast und sonst was.

01:03:17: Also das Kern Dogma ist wirklich dieses G raus, damit spreche ich mit den Kunden, baue das Produkt und bringe es so schnell wie möglich raus.

01:03:23: Du wirst dadurch nichts verlieren, nur weil das Produkt irgendwie schrottig oder so was.

01:03:27: Das ist sowieso schrottig.

01:03:28: Du wirst dich sowieso dafür stehen in ein paar Jahre, aber die einfach daraus.

01:03:31: Wenn man zu analytischer Typ ist und so weiter, dann hat man immer diesen Tendenz, das optimiere ich noch und das noch und dann können wir es machen und ist immer die falsche Entscheidung.

01:03:38: Sorry, sorry, das ist so gewisse Stage.

01:03:40: Man muss natürlich gucken.

01:03:41: Das ist der Punkt.

01:03:42: Ja, da wollte ich gerade einhaken, weil als Gründer machst du es intuitiv, weil da hat es irgendwie gefühlt ja alles in Bibeln, ne?

01:03:46: Und dann sagst du, fuck, ja, also ich gehe jetzt raus und mit dem Produkt in der Hand und ich kriege halt zehn Wartchen und zwei Leute kaufen das, das reicht mir erst mal.

01:03:55: Ja.

01:03:55: So, dann kommst du natürlich in so eine gewisse Größe rein, hast du natürlich auch mehr Verantwortung für Mitarbeiter, für Kunden oder X-Andres-Decoder.

01:04:02: Und ich hab mich während meiner Promotion und dann merkt man wieder so diesen diesen Clash Theorie und Praxis.

01:04:06: Ich weiß nicht, ob du den kennst, diesen Get Gigarencer, ist so ein Forscher, Max Planck Institut.

01:04:11: Der forscht so vielen Bereich, so Entscheidungen unter Unsicherheit.

01:04:13: Also ist ja genau das, worüber wir jetzt Unternehmer reden.

01:04:17: Und er sagt am Ende des Tages, wenn er so Analysen fährt, sind häufig die Unternehmen, die Menschen erfolgreicher.

01:04:24: die ihre Entscheidung so auf robusten Heuristiken basieren lassen und nicht die, die noch versuchen den letzten Datenpunkt zu erheben.

01:04:31: Aber auf der anderen Seite sagt aber auch, diese Intuition, diese Heuristik ist ja basiert ja irgendwo auch auf einem wissen Lerneffekt und dann wiederum auf Daten.

01:04:39: Das heißt, ich habe permanent diese ganze Zeit, bin ich auf so einer Gradwanderung, na, ich müsste eigentlich Daten erheben, ich sollte Daten erheben.

01:04:47: Und was sagt mir mein Bauch?

01:04:49: So, und das würde mich interessieren.

01:04:52: Merkt ihr diesen Konflikt bei euren Kunden oder seid ihr da vielleicht von dieser Einscheinung zu weit weg?

01:04:57: Also ich glaube, was du beschreibst, ist eine Sache, die man vor allem in genau dieser Phase, die du natürlich auch erlebst, diesen Konflikt am ehesten spürt und das ist A. btb ist eigentlich egal aber es ist vor allem dieses das bauendes produkt konkret.

01:05:13: also gibt ja verschiedene phasen letztlich von der produkt wertschöpfung gibt erst mal eine exploration am anfang überhaupt erst mal verstehen was sind die pain points da draußen die needs und so weiter und dann kommt so ein bisschen diese all.

01:05:22: dann kommt diese ideation phase dann kommt die validation phase und dann kommt am ende optimization tracking und so weiter.

01:05:27: sind also die vier phasen auch der marktworschung so und in jeder dieser phasen gibt es eben gewisse use cases und auch.

01:05:32: da ist eins Berechtigung, sagen wir mal, für Marktworschung.

01:05:35: Und die Phase, die jetzt beschreibt, ist die zweite, diese Ideation-Phase, in der man eigentlich überlegt, welches Feature.

01:05:39: Und wie machen wir das jetzt?

01:05:40: Wie lösen das Problem?

01:05:41: Und das ist natürlich eine Phase, wo man auch Marktworschung betreiben kann.

01:05:44: Aber wo ich sagen würde, da ist eben... diese anderen Werte, Kreativität, implizites Wissen und so weiter, Mut, auch die Wette zu machen, das ist da am allerstärksten.

01:05:53: Während es eben in den anderen Phasen, Exploration und so weiter völlig klar ist, erst mal rausfinden in der Masse und so weiter, später validieren von konkreteren Produkten und natürlich am Ende im Tracking.

01:06:02: Da sind die Marktforschungsjusquets noch mal viel, viel stärker, aber in der Phase, ich will das gar nicht absprechen, das ist, da würde ich auch nicht sagen, ja nee, und auch die, all diese Featureentscheidung, alle mit Marktforschung unbedingt immer validieren, kann man machen, aber man Man muss irgendwo diese Abwägung machen.

01:06:18: Und dann auch irgendwo diesen, glaub ich, wenn's jetzt um den Anwägungscase geht, diesen untermirischen Mut haben, machen wir jetzt einfach mal so.

01:06:24: Und können wir nachher immer noch tracken.

01:06:26: Du

01:06:26: brauchst natürlich auch entsprechend das Ego dafür.

01:06:27: Ich mein, für mich ist das das beste Beispiel.

01:06:30: Ich glaub, ich hab auch schon mal darüber geredet.

01:06:32: Man stellte sich vor, Steve Jobs und Apple hätten damals, sag ich mal, gefragt, was halt ihr von diesem iPhone hier in den Markt gefragt und diese ganzen Narrative dahinter.

01:06:41: Ich glaube, das Ding wäre wahrscheinlich nicht auf den Markt gekommen, oder?

01:06:44: Ne, genau.

01:06:44: Also das ist immer das sehr plakative, auch glaube ich, gute Beispiel, wo es eben um so Ideation, ja.

01:06:50: Also natürlich hätte man da nicht durch Frage, welches Produkt als nächstes ungefähr, ja, und dann sich das iPad vorgestellt oder auf das iPhone.

01:06:59: Aber wenn man zum Beispiel wieder in der Exploration Phase davor, ja, und ich weiß jetzt nicht, wie Apple damals vorgegangen ist, ja, aber ... kann man natürlich enorm viel rausfinden, was die verschiedenen Use Cases, die dann am Ende befriedigt wurden durch diese Produkte, den iPhone oder iPad, was in die Use Cases und wie werden die eigentlich heute gelöst?

01:07:17: So und durch dieses Explorieren einfach findet man enorm viel raus und lernt erst mal die Zielgruppe, dann kann man selber später die Entscheidungen in der Ideation Phase fällen.

01:07:26: Aber das ist eben dieser vorgelagerte Part, wo auch Marktworschung ohne Zweifel das beste Instrument ist, um AdScale gute Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.

01:07:35: Max, vielen Dank, dass du heute da warst.

01:07:37: Ich glaube, ich habe eine Menge gelernt und ich glaube, in den Kontakten müssen wir unbedingt halten.

01:07:41: Super, vielen Dank, Ruder Schwarzgaz.

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